Zwei Heimspiele stehen für Daejeon Citizen FC auf dem Speiseplan, doch von gemütlicher Hausmannskost kann keine Rede sein. Mit den Pohang Steelers und Seongnam Ilhwa Chunma reisen gleich zwei Gäste an, die noch über reichlich Reserven verfügen und jederzeit für scharfe Würze sorgen können.
Im Lager von DCFC weiß man daher, dass Vorsicht die wichtigste Zutat sein wird. Schließlich gibt es in der Liga genügend Mannschaften, die einem die mühsam gekochte Suppe im letzten
Moment noch versalzen können.
Trainer Anafal gibt sich entsprechend aufmerksam. Man werde die Gäste höflich empfangen, aber den Kochlöffel keinesfalls aus der Hand geben. Die Zutaten für die nächsten Heimspiele seien vorbereitet, die Rezepte mehrfach geprüft und die Feuerwehr stehe vorsorglich ebenfalls bereit.
Ob am Ende ein Festmahl oder doch nur leichte Kost serviert wird, bleibt abzuwarten. Eines steht jedoch fest: In Daejeon wird derzeit jeder Topfdeckel zweimal angehoben, bevor serviert wird.
Mit sechs Punkten aus den letzten drei Spielen der Hinrunde hat Daejeon Citizen FC seine Ambitionen eindrucksvoll unterstrichen. Dem souveränen 3:0 gegen Suwon FC folgte zwar eine knappe Niederlage bei Suwon Samsung Blue Wings FC, doch zum Abschluss setzte die Mannschaft mit dem 5:0 gegen Jeonbuk Hyundai Motors ein deutliches Ausrufezeichen.
Der Lohn: Platz 2 mit 30 Punkten zur Halbzeit der Saison.
Trainer Anafal zeigte sich zufrieden, vermied aber große Worte: „Die Tabelle sieht gut aus, mehr nicht. In der
Rückrunde werden die Punkte nicht günstiger.“
Zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte wartet zunächst Daegu FC, ehe die Reise zu den Chunnam Dragons ansteht. Während viele bereits auf das Aufstiegsrennen blicken, hält man sich in Daejeon weiterhin bedeckt. „Wer zur Halbzeit nach oben schaut, sollte gelegentlich auch einen Blick auf die verbleibenden Spieltage werfen“, kommentierte der Trainer mit einem Schmunzeln.
Fest steht: Die Hinrunde kann sich sehen lassen. Jetzt gilt es, daraus mehr zu machen.
Die K-League entwickelt sich zunehmend zu einem Ort, an dem selbst erfahrene Trainer regelmäßig an ihrem eigenen Verstand zweifeln. Während Seongnam erst Daejeon mit 3:0 abfertigte und kurz darauf selbst mit 3:4 gegen Pohang unterging, kassierte FC Seoul nicht nur ein trostloses 0:0 gegen Daejeon, sondern direkt auch noch die Entlassung des Trainers. Die automatische Mitteilung des Verbandes verbreitete sich anschließend
schneller durchs Land als jede taktische Analyse.
Bei DCFC versucht man derweil demonstrativ ruhig zu bleiben. Trainer Anafal kommentierte die jüngsten Ereignisse lediglich mit den Worten: „In dieser Liga ist manchmal nicht entscheidend, wer den besseren Plan hat, sondern wer morgens überhaupt noch denselben Trainer besitzt“. Sein Club erhielt heute wieder die Mitteilung, dass sein nächster Gegner einen neuen Trainer hat.
Bei Anafal bleibt es sportlich abwechslungsreich wie sein Verhältnis zum eigenen Spielplan. Erst ein solides 0:0 bei Suwon FC, dann zuhause ein dramatisches 3:2 gegen die Blue Wings, ehe bei Jeonbuk Hyundai Motors wieder die ernüchternde 0:3-Lehrstunde folgte.
Als wäre das nicht genug, meldete sich nun auch der Verband mit einer dieser Nachrichten, die ungefähr so beruhigend wirken wie Turbulenzen im
Flugzeug: Pohang Steelers haben einen neuen Trainer.
Anafal dürfte damit wenig anfangen können - neue Trainer sind analytisch ungefähr so greifbar wie Nebel.
Zunächst warten aber Daegu FC auswärts und Chunnam Dragons in Daejeon. Danach geht es nach Pohang, vermutlich mit ausreichend Skepsis im Gepäck.
„Planung ist wichtig. Improvisation offenbar auch“, ließ Anafal wissen.
Nach dem erfolgreichen Korea-ZAT musste Anafal zunächst erneut vom Co-Trainer daran erinnert werden, für welchen Verein er eigentlich arbeitet. „Irgendwas mit Dae… Dae… jedenfalls die mit den sechs Punkten“, soll der Coach nach dem 2:1-Auswärtssieg bei den Pohang Steelers gesagt haben. Zuvor hatte Daejeon bereits Chunnam Dragons souverän mit 3:0 besiegt, nachdem man bei Daegu erwartungsgemäß ohne große Gegenwehr geblieben war. Intern zeigt man sich zufrieden, dass der Trainer zwar weiterhin Probleme mit Vereinsnamen habe, dafür aber offenbar immer häufiger die richtigen Tore finde.
Anafal soll sich Berichten zufolge noch immer nicht ganz sicher sein, wie sein eigener Verein eigentlich heißt. Bevor er nach jedem ZAT die Tabelle öffnet, muss der Co-Trainer angeblich kurz einspringen und den Namen vorsagen.
Sportlich läuft es derweil deutlich strukturierter: Auswärts setzte es ein klares 0:3 bei Goyang Hi FC: Ein Spiel, das ungefähr so erfreulich war wie ein Software-Update ohne Backup. Zuhause folgte jedoch ein starkes 3:1 gegen FC Seoul. Drei Punkte, vier Tore und immerhin der Beweis, dass Daejeon Citizen FC (ja, genau so heißt der Klub) durchaus weiß, wo das gegnerische Tor steht. Anafal kommentierte nüchtern: „Identität ist ein Prozess.“
Zwei Spiele, zwei völlig unterschiedliche Wahrheiten.
Zuhause gegen Daegu FC: 1:0 - Minimaler Aufwand, maximale Effizienz. Ein Spiel, das nie intensiv wurde, weil es nie musste. Kontrolle als Grundzustand und Auswärts bei Chunnam Dragons: 2:4 - Viel Aufwand, viele Bewegungen, viele gute Absichten, aber kein Ertrag. Ein Spiel, das zeigt, dass Aktivität ohne Struktur nur Bewegung bleibt. Das ist keine
Widersprüchlichkeit. Das ist Statistik mit Charakter.
Copa-Fußball ist in seiner reinsten Form oft unlogisch verteilt: Die einfachen Spiele sind die, die man gewinnt. Die komplexen die, die man verliert.
Zwei Spiele sind kein Trend. Aber sie sind ein Hinweis und Daejeon lernt gerade die erste Regel des Systems neu: Effizienz schlägt Aufwand. Das ist keine Frage der Emotion, sondern der Architektur.
Zwölf Jahre Stillstand sind in Wahrheit kein Stillstand.
Es ist eine lange Pause im Prozess.
Systeme altern nicht – sie warten. Auf den Moment, in dem sie wieder ausgeführt werden. Copamundial ist zurück, und mit ihm die Gewissheit, dass Struktur am Ende immer über Chaos siegt.
Der Spielplan ist… effizient.
Zuerst Daegu FC. Ein Gegner mit klaren Mustern, mit Widerstand, mit Ambition. Ein guter erster Test, um zu prüfen, ob Theorie und Praxis noch deckungsgleich sind.
Dann Chunnam Dragons.
Ohne Trainer.
Ein Spiel, das auf
dem Papier einfach wirkt. Und genau deshalb gefährlich ist. Disziplin misst sich nicht im Widerstand, sondern in der Konsequenz gegen das Erwartbare.
Zwei Spiele. Sechs Punkte möglich.
Aber das ist nicht die relevante Kennzahl.
Entscheidend ist, ob die Abläufe greifen.
Ob Räume richtig interpretiert werden.
Ob Entscheidungen zur richtigen Zeit fallen.
Emotion ist ein kurzfristiger Verstärker.
Struktur ist ein langfristiger Vorteil.
Zwei Heimspiele, vier Punkte und ein leichter Anstieg des Pulses – Anafal dürfte den vergangenen ZAT unter „kontrolliertes Chaos“ verbuchen.
Beim 1:1 gegen Pohang Steelers zeigte Daejeon über weite Strecken solide Ordnung, allerdings mit der offensiven Durchschlagskraft eines höflichen Behördenschreibens. Ganz anders das 3:2 gegen Seongnam Ilhwa Chunma: ein Spiel wie ein schlecht gesicherter Server nach Update – instabil, nervenaufreibend und jederzeit kurz vor dem Kollaps.
Am Ende standen dennoch drei Punkte. Und darauf kommt es bekanntlich an, nicht auf ästhetische Schönheit. Anafal analysierte nüchtern: „Struktur ist wichtig. Gelegentlich muss sie aber improvisiert überleben.“
Der Tipp kam von seinem Trainerkollegen Marcel Jähnig, der ihn einen Wechsel nach China zum Titelanwärter Hangzhou Nabel Greentown schmackhaft gemacht hat. Und so entschied sich der erfolgslose Trainer für einen sofortigen Wechselnach China. Die Verantwortlichen von Huda Hué sollen in ausführlichen Gesprächen versucht haben ihn noch umzustimmen - Ohne Erfolg: „Wir haben alles versucht, um ihn davon zu überzeugen, seinen Vertrag beim uns zu erfüllen“, so ein enttäuschter Sportdirektor.
Boussati hat sich seitdem nicht mehr blicken lassen und an sein Handy geht nicht dran. Droht der teuerste Wechseldeal von China zu platzen? Denn Medienberichten zufolge wollen die schnellen Chinesen nicht länger warten.
Man Zog dem Coach den Gummigegenstand aus dem Mund und band ihn los. "Der Elektroschock wirkt zwei ZATs lang", sagte der Kerl, der sich um die Maschine kümmerte zum Torwart, der nun nicht mehr schrie. "Es ist alles in Ordnung, er kommt nach der Saison zu sich und wird dann ruhiger sein". Als ihn der Elektroschock erreichte, fühlte Boussati was er schon die Male zuvor in Vietnam und
Marokko erlebt hatte: Ohne Schmerz oder Leiden engte sich sein Gesichtsfeld ein, bis alles ganz verschwand. Der Gummiball war nötig, damit er bei mehr als 150 Volt nicht aus Versehen in die Zunge beißt. Boussati hatte schon zugesehen, wenn andere Trainerkollegen mit Elektroschocks behandelt wurden und wusste, wie grauenhaft es wirkte. Boussati spürt jetzt Frieden. Mit 16 TK kann er BB Duong und Co mehr bieten.
Independiente Santa Fe lässt sich seine gute Saisonbilanz nicht schlechtreden, doch zum Schluss bleibt ein fader Beigeschmack. Der noch Tabellen dritte der Copa Mustang hat sich, im Vergleich zur vergangenen Saison, zwar stabilisiert und spielerisch verbessert, aber die Auswärtsbilanz lässt einiges zu wünschen übrig. "Die Saison war so nicht schlecht. Wir können in der neuen Spielzeit auf die gute Form der letzten Spieltage aufbauen und nächstes Jahr ganz vorne angreifen", versprach Boussati, dessen Team zwei sich auf einem CL-Quali-Rang befindet, aber große konditionelle Probleme ein ZAT vor Ende der Saison vorweist. "Wir rutschen bestimmt ab."
Boussati hat am letzten ZAT erneut ein gutes Händchen gezeigt und stellte sein Team auf die Heimpartie gegen La Equidad sehr gut ein: Independiente Santa Fe siegte mit 3:0 und festigte seine Position im oberen Feld der Tabelle. Allerdings hat das Team von Boussati in den letzten Wochen immer knapp daheim gewonnen, das könnte der eine oder andere Gegner schon bemerkt haben. "Das ist uns klar!", bestätigte Boussati und ordert sodann ein Torschusstraining für die kommende Woche. Eigentlich hat Independiente Santa Fe eine stabile Abwehr, aber gegen manche Gegner gilt: "der Angriff ist die beste Verteidigung!"
Immer diese Trainerlosen Vereine. Sie sind Santa Fe und seinem Coach Boussati stets ein Dorn im Auge. Immer, wenn es heißt "Du triffst am xy. Spieltag auf die trainerlose Mannschaft zt..." gibt's beim erfolglosen Coach Zittern und Bangen um seinen Job. "Jedes Mal kriegen wir eine Klatsche, wie zuletzt gegen Valledupar FC. Ich bin froh, dass wir nicht daheim gegen eine Trainerlose Mannschaft haben antreten müssen", so Boussati, der langsam mit einem
Wechsel außerhalb Copa Mustang liebäugelt: "Was soll ich machen, Santa und ich kommen hier auf keinen grünen Zweig. Neben den Trainerlosen Clubs, scheinen einige Gegner sich darauf spezialisiert zu haben uns Saison für Saison die Fünf zu verpassen. Vorher und nachher, kommen sie nicht über ein 1:0 hinaus.", heult Boussati weiter. Aber ist es nicht in allen Ligen so? "Hast du Scheiße am Fuß, hast du Scheiße am Fuß."
Mit einem knappen Heimsieg konnte sich Santa Fe am vergangenen ZAT sogar um 2 Plätze, von Rang 6 rauf auf Platz 4 verbessern. Wenn man sich die Tabelle der Copa Mustang genauer anschaut stellt man fest, dass für Boussati-Team in der aktuellen Saison nicht mehr viel zu holen ist, denn die zwei ersten Ränge sind bereits in festen Händen und somit ist der Titelkampf frühzeitig kein Thema mehr für Santa Fe und auf Grund der knappen Kraftreserven des Tabellenvierten und der zahlreichen Konkurrenten, die ihm im Nacken sitzen, dürfte es sehr schwer sein sich in diesem Jahr für das internationale Geschäft zu qualifizieren. "Wir denken von Spiel zu Spiel und was am Ende dabei herauskommt werden wir sehen", Meinte Boussati.
Independiente Santa Fe hat erneut seine Pflicht getan und das letzte Heimspiel ungefährdet gewonnen. Somit behält das Team von Boussati Anschluss zur Tabellenspitze und darf weiterhin vom internationalen Geschäft träumen. "Ich freue mich für meine Jungs und bleibe dabei: Der Erfolg geht über die Heimstärke", ist sich Boussati sicher. Allerdings darf seine Mannschaft am letzten ZAT der Hinrunde nur einmal vor heimischer Kulisse auftreten und so droht nach dem guten Saisonstart schon das Abrutschen in die untere Tabellenhälfte. "Dafür ist unser Rückrundenprogramm wesentlich leichter", so Santa Fe-Coach.