Schlechtes Wetter und schlechte Stimmung auf Madeira. Nachdem Marítimo Funchal in der Champions League mit der Estrela-Taktik sang- und klanglos ausgeschieden ist, folgte auch in der Liga ein ärgerlicher Rückschlag. Dennoch sorgte insbesondere das internationale Aus bei Trainer Horst Manson für Katzenjammer: „Es ist irgendwie dumm gelaufen. Allerdings hatten wir letztlich nach dem ersten ZAT schon keine Chance mehr. Es
gab danach keine Kombination, die uns noch in die nächste Runde gerettet hätte. Jetzt werden wir den Kollegen in der Europa League die Daumen drücken, damit Portugal in der UEFA-Wertung nicht noch weiter abrutscht.“ Am Wochenende steht mit dem Auswärtsspiel bei Tabellenführer Portimonense ein schwerer Brocken auf dem Programm, die Mannschaft von der Algarve wird als Favorit auf den Gewinn der Meisterschaft gehandelt.
Ein verhaltener Ligastart beschert Marítimo Funchal nach vier Spieltagen den 12. Rang. Das Team von Trainer Horst Manson konnte dabei immerhin seine makellose Heimbilanz beibehalten und den SC Campomaiorense knapp bezwingen. International bahnt sich in der Champions League dagegen ein waschechtes portugiesisches Debakel an, da sowohl die Insulaner als auch Estrela Amadora mit dem Rücken zur Wand stehen. Für Horst Manson
stehen dann auch die Vorzeichen schlecht: „Wenn alles normal läuft, ist die Königklasse für uns und den Kollegen vom Festland am Freitag beendet. Darauf muss man sich einstellen, der Spielplan war und ist leider extrem ungünstig.“ Es sieht also so aus, als ob man sich auf Madeira bald wieder auf die Superliga konzentrieren kann. Und nebenbei wieder häufiger schauen kann, was sonst noch so auf Tele 5 läuft.
„Und hier ist er: ihr Moderator... Jochen Bendel.“ (spärlicher Applaus) „So, wir sind zurück aus der Werbung. Die Jungs stehen ganz schön unter Druck, da haben die Mädels aber gut vorgelegt, oder? So, Paulo, Sir Gerry, cafu, picknick und Van de Baydar, jetzt seid Ihr dran... Kopfhörer auf! Paulo, Dein Begriff lautet „Lissabon“, 30 Sekunden Zeit, Ruck Zuck.“ (klopf, klopf)Paulo: „Hauptstadt von Portugal.“ Sir Gerry: „Guimaraes... wieso guckst Du so? Wir waren die erste Hauptstadt des Landes... Okay, Lissabon“ (klopf, klopf)Sir Gerry: „Da ist der Grieche Trainer“ cafu: „Saloniki? Athen?“ Sir Gerry: „Mensch, der olle Theodorakis. Am Atlantik!“ cafu: „Woher soll ich denn das wissen? Porto? Funchal?... Anders, anders!“
Sir Gerry: „Benfica Punkt Punkt Punkt.“ cafu: „Hä, da trainiert doch der Karlsson, bei Benfica Lissabon... Lissabon? Lissabon!“ (klopf, klopf)cafu: „Da gibt es einen großen Platz...“ picknick: „Lissabon!“ cafu: „Äh, richtig!?“ (klopf, klopf)picknick: „Der Handelshafen an der Tejo-Bucht wurde vor der römischen Herrschaft Alis Ubbo genannt. Nach der Verlegung des Königssitzes von Coimbra wurde die Stadt im Jahre 1256 unter König Afonso III. zur Kapitale des Königreichs. Um 1500 erlebte die Stadt einen brillanten Aufstieg zu einer der glanzvollsten Handels- und Hafenstädte der damaligen Zeit. Ein großes Erdbeben besiegelte im Jahr 1755 den angefangenen wirtschaftlichen Niedergang der Stadt... Mensch, Van de Baydar, sag doch was!“ (tuuuuuut)
Auch wenn im Jahr 2012 bekanntlich der Maya-Kalender endet [sic: der im Übrigen nichts mit Karel Gott zu tun hat], bei Marítimo Funchal kann man dem Weltenende beruhigt entgegensehen, denn das Werk ist vollbracht. Nur ein einziges Mal wollte man auf der Insel den portugiesischen Meistertitel vom Festland stibitzen. Nachdem dies passiert ist, kann man dort auch der Apokalypse mit zwei lachenden Augen betrachten. Es ist geschehen. Marítimo ist Meister. Und eine ganze Saison darf man stolz das "M" des Titelträgers durch die Liga spazierentragen. Es war also
möglich. Noch immer reibt man sich in Funchal verblüfft die Augen und lässt sich von den Bewohnern der Azoren in die Seite zwicken. Nun steht sie also vor der Tür, die neue Saison. Die Vorbereitung hat ein bisschen gelitten, aber es kann wieder losgehen. Zweifellos hat die Superliga durch die Neuzugänge noch weiter an Qualität gewonnen, vielleicht ist es sogar das stärkste Championnat aller Zeiten. Freuen wir und also auf das, was das neue Jahr bringt. Ein Gutes Neues, werte Kollegen. Und dann brauchen die Mayas in 2012 auch gar nicht erst um die Ecke kommen.
Nach dem 32. Spieltag konnte bei Marítimo Funchal gefeiert werden. Mit einem Kräfte zehrenden Unentschieden in Covilha und gleichzeitigen Punktverlusten der Konkurrenz waren die Insulaner nicht mehr einzuholen und sicherten sich ihre erste portugiesische Meisterschaft. Trainer Horst Manson zeigte sich begeistert über die Saisonleistung seiner Mannschaft: "Dieser Erfolg ist für mich angesichts der starken Konkurrenz in der Liga fast noch höher zu werten als der Gewinn der Champions League in Spielzeit 28.
Immerhin haben wir hier in der Superliga mit Paulo, cafu, dem ollen Griechen, Trainer Jähnig, picknick, Kent Karlsson, Schnippel oder bandura nur Rivalen der Extraklasse. Darüber hinaus hat die Liga mit den Neuzugängen Andie Wand und Tor-Ben noch zusätzlich an Qualität gewonnen. Bei dieser Konkurrenz einen Titel gewonnen zu haben, erfüllt die ganze Insel mit Stolz." Nachdem Manson sich von den Mikrofonen entfernt hatte, kappte er zur Feier des Tages eine Flasche Madeirawein aus seinem Geburtsjahrgang.
... isses aber nicht. Während man auf dem Festland teilweise schon die Meisterschaft für entschieden erklärt, ist man sich auf Madeira zwei Dingen bewusst: 1. Die Feier ist erst dann beendet, wenn die dicke Frau gesungen hat. Und die dicksten Frauen leben ist statistisch auffälliger Konzentration in der Nähe des Vereinsheims von Estrela Amadora. 2. Der letzte ZAT wird für die Insulaner noch viel viel
viel kniffliger, als der Zeitungschronist behauptet. Exkurs Ende. Letztlich bleibt Horst Manson und seiner Mannschaft nicht viel anderes übrig, als sich gewissenhaft auf die letzten Aufgaben in der Liga vorzubereiten. Immerhin wird Marítimo Funchal seinem Nimbus als heimstärkstes Team der Liga auch in dieser Saison gerecht werden. Ob es aber für den ganz großen Wurf reicht, wird sich am Freitag zeigen.
Im Auftrag von Marítimo Funchal analysiert Modezar Horst Manserfeld heute die Kleidung der hessischen Trinkgemeinschaft aus der A Bola: „Mon dieu, welch eine windschiefe Truppe... auf der rechten Seite des Fotos, das muss sich eindeutig um picknick handeln, diese Eleganz, très chic, très chic, stilvoll und gleichzeitig doch leger, und dann die lässig über die Schulter geschlagene Jutetasche, très chic, Naturfreund und Frauentyp, formidabel, der Mantel zwar keine Haute Couture, aber klare und eindrucksvolle Konturen, gefällt, dieses matte grau... während links, na ja, bestimmt dieser cafu, die Jacke, na ja, da war dann doch wohl eine Grenze erreicht, zumindest eine finanzielle, hö?, nun ja, immerhin zwar billig, aber zu ihm passt’s, ich sag auch zu Beth Ditto immer, man kann aus einem Betonmischer kein Fahrrad machen, nicht wahr?, aber gut, die Farben sind im Trend,
mit schwarz kann man zumeist nicht viel falsch machen, aber hallo, der Reißverschluss, o lá lá, will es da jemand heute Abend wissen?, très joli, in der Summe, nun ja, das kann man schon so tragen, zumindest bei einem kleinen Portemonnaie, ansonsten na ja, Kaufhalle Schnäppchenmarkt... die Mitte, das muss der Grieche sein, oder nicht?, das Land ist pleite, dann ist der Rest auch schon egal, nicht wahr?, kein Esprit, keine Eleganz, ein Outfit wie ein verdörrter Olivenstrauch, ich sag auch zu Claudia immer, Schätzchen, wenn Du Dich anziehst wie eine Pädagogiklehrerin, dann gibt’s statt dem Cover auf der Vogue nur den Blinker, das Fachmagazin für Angler, nicht wahr?, was wollte ich sagen?, ach so, jedenfalls dieser unmodische Hellene ist ein dringender Fall für eine Typberatung, aber das soll ruhig eine der beiden anderen Flitzpiepen übernehmen, c’est vrai?“
Einen gefühlten Satz- oder vielleicht sogar Matchball hat das Team von Marítimo Funchal beim 0:1 bei Sporting Lissabon vergeben. Denn auch wenn die Konkurrenz scheinbar einen ungefährdeten Durchmarsch der Insulaner erwartet, sieht Coach Horst Manson die Lage deutlich nüchterner: „Wir haben noch ein richtig strammes Restprogramm vor uns und spielen noch gegen die direkten Rivalen um den Titel, die werden gegen uns Vollgas geben.
Immerhin haben wir aber keine griechischen Trainer mehr zu erwarten, der Geruch von Ouzo und Knoblauch ist beim Theodorakis ja wirklich kaum zu ertragen.“ Ansonsten möchte sich Manson noch für die ausführliche Würdigung seiner Heimatinsel in der aktuellen „A Bola“ bedanken: „Das war schon ziemlich großes Kino, da wird sicherlich die ein oder andere Flasche Madeira den Weg an die Algarve finden.“ Na dann, zum Wohl!
Mit einem äußerst gelungenen ZAT gelang es Marítimo Funchal in der vergangenen Woche, den Vorsprung auf AC/DC & Co. auf sechs Punkte auszubauen. Und auch wenn die Konkurrenz nicht müde wird, den Insulanern die Favoritenbürde aufzuhalsen, sieht Coach Horst Manson die Lage deutlich differenzierter: „Das Restprogramm ist ganz schön tricky. Am Freitag kommt zum Beispiel Vitória Guimaraes. Die haben vor lauter Konzentration auf uns nicht einmal mitbekommen, dass Boavista Porto seit einigen Wochen gar keinen
Trainer mehr hat. Und die noch anstehenden Heimaufgaben mit AC/DC oder Uniao Leiria sind auch nicht gerade leichte Kost.“ Erschüttert zeigte sich Manson zudem über das Abschneiden der portugiesischen Teams im Europapokal, äußerte zugleich aber auch Verständnis: „Das ist schon ein ziemliches Desaster für die Superliga. Es ist aber auch nachvollziehbar, dass man sich Reisen in derart hässliche Länder wie Serbien oder Montenegro gerne ersparen möchte und lieber seine Freizeit in Portugal verbringt.“
Mit dem Verweis auf eine vermeintlich bessere Vergangenheit eröffnete Marítimo-Coach Horst Manson die Pressekonferenz nach dem Spiel beim FC Porto: "Früher kam man hierhin zu Besuch, der olle Theodorakis war da oder auch nicht und am Ende fuhr man mit den Punkten wieder zurück auf die Insel. Das waren noch selige Zeiten! Aber jetzt sitzt man neben einer viel zu ehrgeizigen Kaulquappe und muss sich über ein 0:5 ärgern! Nichts ist so, wie es früher einmal war." Immerhin konnte
Marítimo Funchal an diesem ZAT aber die Aufgabe Moreirense lösen und den Tabellenletzten mit einem 5:0 aus der heimischen Arena schiessen. Somit bleiben die Insulaner mit dem Traumsturm Kokakolov & Betonkov vorerst an der Spitze der Liga, wobei aber weiterhin der heisse Atem von AC/DC zu spüren ist. In der Europa League ist Marítimo im Achtelfinale nicht mehr dabei, stattdessen drückt man in Funchal dem Ligarivalen Kent Karlsson und Benfica Lissabon die Daumen. Holt den verdammten Pokal nach Portugal!
Auf Madeira zeigte man sich mit dem Start in die Rückrunde sehr zufrieden. Immerhin gelang es Marítimo Funchal, die undankbare Heimaufgabe Boavista Porto mit 3:2 zu meistern, obwohl das Team aus dem Norden Portugals ohne Trainer angereist war. Auch am kommenden ZAT steht mit dem Match gegen Moreirense eine knifflige Partie auf dem Programm, auch wenn der Tabellenstand eine vermeintlich leichte Aufgabe suggeriert. Trainer Horst
Manson warnt allerdings davor, den Tabellenletzten auf die leichte Schulter zu nehmen: „Die haben noch ordentlich Reserven und sind auf keinen Fall zu unterschätzen.“ Dennoch zeigte sich der Coach bester Laune, hatte er sich doch beim sportlich unerfreulichen Ausflug nach Campomaior nach dem Spiel über die spanische Grenze begeben und sich dort für die nächsten Monate mit Pata-Negra-Schinken eingedeckt.
Nach einem glänzenden letzten Hinrunden-ZAT findet sich Marítimo Funchal plötzlich an der Spitze der Liga wieder. Während man die Insulaner nunmehr auch bei Oddset auf das Favoritenschild hebt, mahnt Trainer Horst Manson zu verfrühter Euphorie getreu dem Motto „Lieber im Herbst Meister, als lieber Herbstmeister“. Insofern mag man sich auf Madeira trotz der Vorschußlorbeeren der Wetter noch längst nicht in Sicherheit wiegen: „Das wird noch ein verdammt hartes Stück Arbeit, wenn es
tatsächlich mit dem ersehnten Titel etwas werden soll. Schließlich haben wir mit Estrela Amadora keinen Geringeren als den Titelverteidiger im Nacken. Und das niemand seine Euros auf Académica Coimbra setzen mag, ist mir völlig unverständlich. Ich sage nur: AC/DC!“ Am Freitag stehen die ersten Aufgaben der Rückrunde auf dem Programm. Neben dem trainerlosen Team von Boavista kommt es zum Duell mit Campomaiorense, einer Mannschaft, die sich ebenfalls noch gute Chancen auf einen vorderen Rang in der Tabelle ausrechnen darf.
In Abwesenheit sportlicher Nachrichten von der Atlantikinsel Madeira möchte man bei Marítimo Funchal die Aufmerksamkeit in dieser Woche auf zwei andere Dinge lenken. Zum Ersten fand am 13.10.09 der erste ZAT in der neuen Copa-Ära statt, dieses Jubiläum gilt es an dieser Stelle zu würdigen. Obwohl natürlich durch die lange Pause viele Ex-Copatadores den Weg nicht mehr zu Copa zurückgefunden haben, nimmt dank neuer Teilnehmer die Attraktivität der Ligen von Saison zu Saison immer weiter zu. Copa Mundial ist und bleibt nun einmal das geilste PbEM unter dieser Sonne, deshalb nochmals von dieser Stelle an alle Organisatoren ein großes DANKE für den Zeitaufwand und die Mühen! Zum Anderen heisst es für
Portugal am Ende der Spielzeit Abschied zu nehmen von einem der großartigsten Kolumnisten des Universums. Auch hier gilt es einmal DANKE an picknick zu sagen für das Engagement und die Fähigkeit, jede Woche wieder mit spannenden Details zu überraschen. Ich glaube jedem Portugiesen ist klar, dass die Attraktivität dieser Liga auch immer mit dieser besonderen Kolumne zusammenhing, die wirklich zu den herausragenden literarischen Kleinoden von Copamundialhausen zählte. Wie hier - neben den aktuellen Ereignissen der Liga - u. a. auch der Tod von Robert Enke stilvoll bedacht wurde, gehört für die Insulaner aus Funchal zu den Höhepunkten des vergangenen Copajahres. Hut ab! Wir werden die Kolumne in jedem Fall vermissen. Saudade...
Als schlechter Verlierer erwies sich Marítimo-Coach Horst Manson nach der 0:2-Niederlage seiner Mannschaft bei Vitória Setubal. In der Pressekonferenz nach dem Spiel mutierte der Trainer der Insulaner zur Petze und schwärzte den gegnerischen Übungsleiter telefonisch bei dessen Eltern an: „Ja genau, Ihr Sohn. Der sitzt hier stinkbesoffen mit mir in der PK und lallt nur noch etwas von „Schadoney“. Der Kollege ist schon so knülle, das er seinen
Chardonnay für einen Rotwein hält!... Ja, Sie sollten ihn hier sofort abholen, bevor er sich noch um Kopf und Kragen redet. Und vergessen Sie nicht, ihm einen ordentlichen Hausarrest zu verpassen… Gerne, man hilft ja immer wo man kann.“ Etwa eine halbe Stunde später wurde Setúbal-Coach Andie Wand dann von seiner Mutter an den Ohren aus dem Mediencenter herausgezogen. Für Horst Manson war dies der einzige Höhepunkt eines ansonsten freundlosen Gastspiels.
(Offizielle Colt-Seavers-Revivalwoche in Funchal, Iquitos, Tétouan und Fukuoka.)
Eine unangenehme Begegnung mit dem CIA musste in dieser Woche Marítimo-Coach Horst Manson erdulden. Auf der Suche nach dem ehemaligen Colt-Seavers-Lakaien Howie Munson geriet der amerikanische Geheimdienst auf die Spur des Trainers der Insulaner. Dieser hatte vermutet, dass der untergetauchte Munson sich in Funchal unter dem Pseudonym Horst Manson eine neue Existenzgrundlage geschaffen hat. Nachdem Manson auf dem
Trainingsgelände seines Vereins abgefangen wurde, folgte ein zweistündiges Verhör durch zwei freundliche Beamte. Der Übungsleiter von Marítimo zeigte sich im Nachgang zu dem Vorgang konsterniert: „Das war ja noch schlimmer als unsere Auswärtsleistungen bei Portimonense. Ich habe den beiden Kandidaten im Nachgang zu unserem Gespräch empfohlen, sich doch direkt an Colt Seavers zu wenden. Dessen Suchmethoden haben sich in der Vergangenheit zumeist als deutlich treffsicherer erwiesen.“
Im dritten und letzten Teil der Zusammenstellung internationaler Top-Hits, funkelnder Preziosen und sperriger Kuriositäten folgen nun die Titel, die sich im hinteren Drittel der Superliga-Compilation befinden. Die Reihenfolge des Samplers wurde übrigens unter notarieller Überwachung vom Ziehungsbeauftragten Robert Hoyzer absolut zufällig festgelegt. Auf diese Weise landeten die Top 3 der Vorsaison nur auf den hinteren Plätzen der aktuellen CD.
13. Benfica Lissabon (Kent Karlsson): Cora: “Amsterdam“
Geheimnis deutscher Schlager. Im Land des Fado hat sich der Trainer von Benfica dabei für die melancholische Variante entschieden und für den Eigenbedarf gleich den Text ein wenig modifiziert: „Komm wir fahren nach Lissabon; und treffen dort auf Kent Karlsson; im Estadio da Luz, da ist’s immer toll; ob Porto, ob Sporting, die Hütte gibt’s voll!“ Das poetische Werk genießt bei den Fans von Benfica bereits jetzt Kultstatus. In der portugiesischen Presse wird Karlsson als ein würdiger Nachfolger von José Samarago („Die Stadt der Blinden“) tituliert.
14. Vitória Setúbal (andie wand): Jule Neigel Band: “Schatten an der Wand”
Ob man einen Schatten hat, wenn man sich freiwillig in die Löwengrube der Superliga begibt, darüber kann man trefflich diskutieren. Auch wie das mit dem bestimmten Artikel war, bleibt im deutschen Idiom schwierig. Der Wand? Die Wand? Das Jule Neigel Band? Eine treffende alternative Nominierung hätte ebenfalls “Crying at the discotheque” von Alcazar dargestellt, nachdem der jüngste Coach Portugals bei der offiziellen Trainer-Saisoneröffnungsparty im angesagtesten Club von Lissabon leider nicht am Türsteher vorbeigekommen war.
15. Marítimo Funchal (Horst Manson): James Last: “Traumschiff Melodie”
Die Blumeninsel Madeira ist nicht nur ein gut gewähltes Reiseziel ausländischer Touristen, sondern auch ein beliebter Zwischenstopp von Kreuzfahrtschiffen auf dem Weg nach Südamerika. Somit darf sich Funchal auch über viele betagte und
kaufkräftige Besucher freuen. Mit Blick auf die von den Kollegen bis dato sträflich vernachlässigte Zielgruppe der Senioren, wählt Horst Manson mit dem Titel von James Last einen wahrlich maritimen Song aus.
16. SC Covilha (Tor-Ben): Welle:Erdball: “Schweben, fliegen und fallen”
Computer-Fan Tor-Ben hat sich für seine erstmalige Titelauswahl bei einer elektronischen Tanzmusikcombo mit dem unvergänglichen Charme des Commodore C64 bedient. Diese beschreibt treffend den Saisonverlauf des SC Covilha unter den Vorgängern Dan Solo und Barney Stinson, die beide bereits frühzeitig ihr Pulver verschossen hatten. Dies führte stets dazu, dass der Verein zunächst an die Spitze schwebte, dort bis zur Halbzeit weiterflog, um dann mit einem lauten Knall wieder auf dem harten Boden der Realität aufzuschlagen.
17. Associacao Naval (bandura): Freddy Quinn: “Wir lagen vor Madagaskar”
Das nennt man dumm gelaufen. In der letzten Spielzeit hatte sich Kutterkapitän bandura mit seiner Mannschaft bei der Anreise zum Auswärtsspiel auf Madeira mit seinem morschen Seelenverkäufer gehörig versteuert und war plötzlich vor der ostafrikanischen Küste aufgetaucht. Als kleine Reminiszenz an den verunglückten Ausflug wählte der Coach aus Figueira da Foz den alten Klassiker in der Version von Legende Freddy Quinn. Im Übrigen werden im Liedtext auch sehr gut die hygienischen Verhältnisse an Bord widergespiegelt.
18. Estrela Amadora (Paulo): Rudi Schuricke: “Heimat, Deine Sterne”
Während an anderer Stelle dem widerwärtigen Zeitgeist gehuldigt wird, bleibt sich Champion Estrela Amadora treu. Wie im Vorjahr nominierte Coach Paulo eine unvergängliche Melodie von seinem Lieblingskünstler Rudi Schuricke. Nicht umsonst verfügt der Meistertrainer über eine nahezu einzigartige Sammlung an Schellackplatten von den Kardasch-Sängern und vom Schuricke-Terzett. Insgesamt also ein passender und rührender Ausklang für eine CD, die den Hörer mit einem wohligen Gefühl und einer Träne im Augenwinkel zurücklässt.