Es wäre ja so schön gewesen. Und wäre so lustig gewesen. Mal den einen James Bond-Titel verunglimpfen, dann den anderen und ab und zu ein müdes Grinsen sich abholen. Aber nein. Die Creative Minds aus der A-League sind sich mal wieder zu fein dafür eigene Ideen sich zu stricken. Wäre ja auch zu einfach. Von mir aus.
Dann fangen wir halt jetzt wieder ganz von vorne an. Und zwar mit Filmtitelparodien, die einerseits keine Fortsetzungen besitzen (ziemlich schwer heutzutage angesichts MIB3, Hangover 2, Harry Potter 7-2, Final Destination 3D und Saw 654) und anderseits in wirklich KEINEM Zusammenhang zur Überschrift der Vorwoche stehen.
In Your Face! (jegliche Zweideutigkeit ist reiner Zufall…)
Was für eine harte, durchzechte Nacht. Irgendwie bleibt das eine Bier, das wirklich das letzte sein soll, nie das letzte. Und wenn, dann ist dies erst dann der Fall, wenn man sich an das letzte nicht mal mehr erinnern kann. So geht es zumindest San Bango. Jede unnötige Bewegung verursacht einen Donnerhall in seinem Schädel, gegen den selbst ein Düsenjäger,
der keine zwei Meter entfernt startet, wie eine auf den Boden fallende Stecknadel wirkt. „Chef, Chef, wie war das?“, fragt ihn einer seiner Spieler nach einer vollbrachten Glanztat. Bango lächelt gequält und streckt den Daumen unter größter körperlicher Anstrengung nach oben. Worte bringt er nicht heraus. Nur noch vier Stunden bis er wieder auf seiner Matratze liegen darf. Vier quälend lange Stunden…
Wenn es nach San Bango geht, dürften die restlichen 14 Erstligatrainer Australien diese auch ruhig anwenden wenn es in das Duell mit den APIA Leichhardt Tigers geht. Kein einziges Heimgegentor und darüber hinaus auswärts leichte Punkte. So wird man Meister. Gerne würde ja der Ex-Meister aus Adelaide frühzeitig eingreifen, nur leider will der Spielplan dies ja nicht zulassen…
Daher hatte es schon etwas Symbolträchtiges an sich, als der Meister aus Sydney ein 1-1
gegen den aufstrebenden Shootingstar der 33. Saison erleiden musste. Aber wer letzte Saison keine Auswärtstore erzielt hat, mit dem Hintergedanken um Auswärtspunkte zu holen, der wird das diese Saison ja wieder genauso machen. Und wer letzte Saison im Schnitt 5,5 Heimtore pro Spiel geschossen hat, wird es diese Saison ja sicherlich genauso tun…
Leute, wacht auf! Da wird der Vajante quasi der blaue Stern aufs Silbertablett präsentiert und keiner will’s gemerkt haben.
Der stevefire ist schon ein lustiges Kerlchen. Behauptet er doch allen Ernstes, dass er bester Zweitligatrainer Asiens werden will. Doch dazu muss erstmal sein stärkster Konkurrent, San Bango, den hingeworfenen Fehdehandschuh wieder aufheben. Problem dabei: Er denkt nicht im Entferntesten daran.
Warum auch? Hier in Australien, in Adelaide, fühlt er sich einfach pudelwohl. Warum sollte er nochmal hier weg? Schließlich
hat er noch ein Fernziel: Adelaide United in die Top 5 der Ewigen Tabelle führen. Vorher, so Bango, wird er Australien nicht verlassen. Das ist dann wohl frühestens in zwei Saisons. Gesetzt dem Fall natürlich, dass Tom Tailor und Dr. Zoidberg in der Zwischenzeit nicht mehr aufsteigen. Darum tut das Minilodon eigentlich gut daran, den eingeschlagenen Weg zu vervollständigen. Zwei A2-League-Meisterschaften sind doch auch ganz toll.
Es ist eines der ganz großen Spiele in dieser Saison für Adelaide United. Schließlich geht es gegen Niemand Geringeres als stevefire, der gerne mal fire to the rain settet.
Als wären sie ein ungleiches Brüderpaar, die stets einander übertreffen wollen. So kommt es einem vor, wenn man die Vita beider Trainer liest. Auf der einen Seite haben wir stevefire, der zwei rote und drei blaue Sterne aufzuweisen hat. Dazu behauptet er noch in Indiens zweiter Liga in der verschollenen 26. Saison Zweitligameister geworden zu sein (jaja, wer’s glaubt…). Er ist aber auch schon seit der 19. Saison dabei. Das Nesthäkchen ist hier
eindeutig San Bango, der zwar behauptet, in seiner Premierensaison 25 im Iran Zweitligameister geworden zu sein, aber das ist genauso fraglich. Ebenso schweigt er gerne darüber, dass er in der 26. Saison auch in Indien gesichtet worden sei. Definitiv wurde er aber schon zweimal Zweitligameister und einmal gar als Aufsteiger Erstligameister. Dieses Kunststück schaffte er vor seinem ungleichen Rivalen stevefire. Selbiger behauptet, schneller als er mehr Zweitligameisterschaften zu sammeln. San Bango hält dagegen. Damit liegen nun eigentlich alle Fakten auf dem Tisch. Die einzige Frage, die sich hier nun stellt: Warum findet dieses Spiel in einer ersten Liga statt?!?
Wer diesen James Bond-Titel erkennt und den Darsteller nennt, bekommt ein paar Auswärtssech-sen geschenkt.
Für Adelaide geht es diese Saison um so vieles und doch so wenig. Schließlich geht es darum, den Platz von Dr. No einzunehmen, dessen Hegemonie offensichtlich ein Ende gefunden hat. Und wer liege da näher als San Bango? Doch dafür müssen die dementsprechenden Titel und Erfolge gefeiert wer-den. Zweieinhalb Sterne sind gut, aber noch nicht alles. Zur Weltherrschaft in Australien fehlt noch einiges…
James Bond-Titel verunglimpfen scheint ja richtig in Mode gekommen zu sein. Das lässt sich San Bango natürlich nicht nehmen und springt mit auf den Flachwitzzug. Mehr hat er ja eh nicht diese Saison zu tun. Den anderen hinterher rennen, Rubio Deus an der Nase herum führen und vor ihm absteigen; tja, das war’s eigentlich auch schon. Eine unglaublich langweilige Saison steht an. Ungefähr so langweilig wie Bocholt, wo übrigens in dem dortigen Kriegsgefangenenlager ein gewisser Oberst Hans Jauch, Großvater von "Stern TV auf ARD"-Moderator Günther Jauch das Sagen hatte. Und schon wieder was gelernt. Ist das nicht schön?
It makes it easier, easier to bear
You won't be regret it, no, no, no
Some girls, they don't forget it
Love is their whole happiness
Squeeze her, don't tease her, never leave her
(Sounds so soulful, don’t you agree?)
Und wie es das tut, Jay. Welche Ziele soll man sich setzen, wenn man so gut wie Alles in Australien erreicht hat? Moment mal. Wirklich alle Ziele? Wirklich ALLE? Nein. Eigentlich fehlt ja noch der Abstieg.
In der 27. Saison ist dies leider San Bango verwehrt worden. Am Ende stand ein viel zu guter siebter Platz zu Buche. Einen Platz übrigens hinter dem sechsten (ach was), der zur AFC Cup-Qualifikation berechtigt hätte. Dieser hatte damals Tom Tailor inne. Spricht jetzt nicht unbedingt für die Leistung von Bango. Und genau da wird jetzt angesetzt: Abstieg um jeden Preis und somit die besten Chancen auf einen weiteren AwarDUS. Rubio, zieh dich mal schön warm an.
Schön wär’s. Nicht mal das passiert. Gerade jetzt zum Saisonende, wo sich in Australien einiges tut, passiert Vieles aber rein kolumnentechnisch gesehen NICHTS. Der Titelkampf der ersten Vier ist äußerst spannend, das langweilige Streben der Leichentiger nach dem Torrekord hat bald ein Ende gefunden, der Abstiegskampf verspricht vor Allem dank dem Rechengenie aus Canberra noch einiges an Bewegung
und selbst in der A2 ist der rote Stern immer noch nicht vergeben. Und dann ja noch die Vereinsumbenennungsposse um Adelaide City und North Queensland Fury. Apropos Adelaide: zum ersten Mal in der Geschichte der A-League steht ein Verein im Finale der AFC Champions League. Zwar ist der gelbe Stern hier schon vergeben, aber mehr als eine Randnotiz wäre es dann doch noch wert. Eigentlich gäbe es ja genug zu berichten...
Im mittlerweile achtzehnten (!) Anlauf hat es endlich geklappt: Australien stellt als letzte Nation der zwölf Gründernationen der AFC einen Finalisten im Asienpokal. Schon erstaunlich, dass ausgerechnet Australien, dass von der Zeitungslandschaft, der Kolumne, den Spielern, der sportlichen Attraktivität und der Forumspräsenz her stets die einzige und wahre Nummer Eins Asiens war, ist und immer bleiben wird, so lange gebraucht hat. Und dann ist dieser allererste Finalist auch noch ausgerechnet
Adelaide United – die einstige graue Maus der Liga und vor einem Jahr noch Zweitligist unter Floptrainer San Bango. Weder der Rekordmeister aus Wollongong, der viermal kurz vor dem Ziel im Halbfinale gescheitert ist, noch Manly (national <> international), noch der bisherige zweimalige Halbfinalist Canberra City noch das abermals nicht Meister werdende Minilodon – nein AUSGERECHNET das kleine sympathische Adelaide ist nun Australiens internationaler Stolz. Welch' Ironie. Skinny, das widme ich nur dir.
War da noch was? Ach, stimmt. Das leidige Tagesgeschäft A-League. Der Vorjahresmeister kommt immer besser in Fahrt und verlässt erst einmal wieder seinen bisherigen Peak, den fünften Tabellenplatz. Im Grunde genommen ist überhaupt das Auftauchen des CL-Halbfinalisten eine kleine Sensation. Schließlich sind die Reds, was die Gegentore anbelangt, ein klarer Abstiegskandidat. Lediglich die drei designierten Absteiger haben noch mehr Tore bekommen. Also: Platz Sechs mit DER Toreflut ist sicherlich alles andere ein Grund zur Trauer. Dennoch will man in Adelaide mehr. Man hat Blut geleckt. Dem glorreichen Auftritt auf dem asiatischen Parkett sollen noch weitere folgen…
Es ist ja wirklich nicht mehr anzusehen. Kaum glänzt einer oben an der Tabellenspitze, schon macht er einen entscheidenden Patzer oder versäumt die Vorentscheidung. Für den Rest der Liga verkommt der Meisterschaftskampf zu einem Schneckenrennen oder Beamtensprint. Wohl kein Wunder, dass sich jetzt auch San Bango wieder Hoffnung auf die Titelverteidigung macht: „Aber hallo! Das kann man ja nicht mehr mit ansehen. Wenn keiner will und es sieht ja gerade sehr danach aus, dann würde ich mich zur Not nochmal aufopfern. Kann ja nicht sein, dass sich die Anwärter da oben so genieren.“
„Ihr seid doch alle selber schuld!“, so der sichtlich erregte San Bango. „Ich hole euch heuer fleißig Punkte für die AFC-Wertung und ihr fliegt entweder alle raus oder lasst eben diese Asienpokalversager gleich noch in die Champions League. So wird das nie was mit der AFC-Wertung!“ Spricht hier der Frust? Oder ist es San Bango einfach leid, dass seine internationalen Leistungen für den australischen
Fußball, die größtenteils auf Glück und dem Versagen der anderen Teilnehmer basieren, nicht ausreichend gewürd…
…
„Ja natürlich, du idiotischer Artikelschreiber! Was denn sonst? Ich bin hier der King. Und was macht ihr? Lasst mich einfach im Mittelfeld versauern. Und was noch schlimmer ist: Jetzt dürfen diese Goldfische wieder international zeigen, was sie nicht können. Das ist nicht fair!“
Was San Bango letzte Saison alles richtig gemacht hat, wo er ein wahrhaft glückliches Händchen bewiesen hat, das mag dieses Mal einfach nicht gelingen. Der Trumpf der letzten Saison, die solide, kompakte Defensive aus der die Tore geschossen werden, ist das Manko dieser Saison: Die zweitmeisten Gegentore der Liga! Nur der verhaltensauffällige Aufsteiger hat mehr. Außerdem hat die Heimbilanz schon jetzt den Makel und die weiße Weste verloren. 13 Heimgegentore! Letzte Saison gab es zwar 14 Heimgegentore, aber dies auch in 15 Heimspielen. Jetzt sind erst 10 Heimspiele absolviert und die Bilanz kann sich nur noch verschlechtern. Aber wenn man das Treiben an der Spitze so anschaut, müssten selbst die Reds noch Meisterchancen haben…
Der Teufel ist im Keller zuhause, der Meister im grauen Mittelfeld, der Ex-Kolumnist wäre froh drüber und ganz oben thront ein kleines Balg. Alles also wie immer in Australien?
Als Meister lebt es sich grad gar nicht gut in der A-League. Da haut man insgeheim mal einen guten ZAT raus und schon denkt sich irgendein dahergelaufener Aufsteiger, dass man das nicht dulden kann. In Adelaide hat es ja bis dato zu wenig Auswärtsfünfen gegeben. Sei’s drum. Ihr werdet’s noch sehen. Jetzt lacht ihr noch. Aber wenn nächste Saison weder Dr. No noch San Bango international die Kohlen ausm Feuer holen, werdet ihr schon wissen, was ihr getan habt…
Ein ekelhaftes Gefühl. Jeder Tastendruck hinterlässt einen nassen, wenn man dran lecken würde wohl salzig schmeckenden Abdruck auf der Tastatur, die doch dank Silver Nano-Technologie abweisender als Teflon sein sollte. Doch es hilft nichts. Das Thermometer steigt unweigerlich. Das Barometer leider nicht. An Tagen wie diesen fragt sich San Bango warum seine Trainerhütte überhaupt eine Dachgeschosswohnung hat. Und warum ausgerechnet er dort sein Büro und sein Schlafzimmer hat. An sinnvolle Artikel schreiben und clevere Taktiken ausklügeln ist selbst eine halbe Stunde vor Mitternacht immer noch nicht zu denken…