"...Waaaaaaalter Foss'en'hobelllll". Unter tobendem Applaus sprang Walter Fotzenhobel mit einer Gitarre umgeschnallt auf die Bühne der Pressekonferenz von Qizilqum Zarafshon. "Nein ich fange nicht mit einem kleinen Lied an, ich möchte mich zuerst bedanken für die freundliche Aufnahme hier in Zarafshon. Qizilqum war schon immer mein Traumverein und endlich wird es wahr, ich darf ihn trainieren." (Was macht man nicht alles für Geld.) Nicht endend wollender Applaus von den sieben anwesenden
Zuhörern, ziehen wir den Zeugwart, die Putzfrau und die Bügelfrau ab, bleiben noch der Trainer, der Masseur und der Fotograf und der Reporter vom Quizilqumer Tagblatt. Das war also die harte Realität, der sich Walter nun stellen wollte. Aber Walter wäre nicht Walter, wenn er das nicht wüsste. "Mein Ziel wird die Meisterschaft sein und dann der Sieg in der AFC Champions League." Irgendwas roch stark nach Steppengraswodka. Walter sah sehr ausgeglichen aus. Und wird sich sicherlich redlich Mühe geben.
Walter Fotzenhobel sass unter seine Lieblingsbaum auf einer Anhöhe vor den Toren Bonnyriggs, der kleinsten grössten Vorstadt Sydneys und bliess auf seiner Munharmonika neue Melodie, die er selbst kombiniert hat. Sichtlich vertieft in die Musik, machte er sich Gedanken über das Sein und werden in der Hyundai A-League. Wirre Gedanken schwebten ihm durch den Kopf. Wo war der Pokal? Warum hat Singapur plötzlich einen? Und hatte nicht
Higgi-Baby ihm einen japanischen Verein schmackhaft gemacht? Warum hatte Tante Öse ihm immer nur als letzten die Gummibärchen ausgeteilt und seinen drei Geschwistern zuerst? Hat es was mit dem Alter zu tun, dass man morgens besser aussah, als man sich fühlte? Und warum spielt eigentlich der No alleine für Australien? Gib's da keine weiteren Interessenten? Fragen über Fragen, die ihm seine Mundharmonika zu beantworten versuchte.
"Jau, schön war et. Wenigstens war's diese Saison nicht so ein Nervenkitzel wie die letzte, da hab ich ja mächtig kämpfen müssen. Schauen 'mer mal, was die nächste bringt. Zuerst mal muss ich auch in meinen wohlverdienten Urlaub fahren. Nebenher hab ich einige Anfragen für ein Traineramt als Nationalmannschaftstrainer zu beantworten. Für welches Land ich einen Grossteil meiner Ferien opfere werde
habe ich noch nicht entschieden. Ich werde aber sicherlich auch diesmal wieder bei irgendeiner Nation an der Seitenlinie mit meinem Trenchcoat stehen (mit nichts drunter *Anmerkung der Redaktion) und versuchen mindestens ins Halbfinale zu kommen. Das is noch ein kleines Ziel, welches ich mir gesteckt habe. Ansonsten wünsche ich allen Trainerkollegen einen erfolgreichen Abschluss und denen, die runter müssen einen baldigen Wiederaufstieg."
Walter sass erschüttert auf seinem Sofa in seiner 2,5-Zimmer-Wohnung. Er starrte auf die kleine Urne, die ihm der Kollege Dr.No hatte zustellen lassen: "In memoriam Walters Sofa", stand darauf. Nicht nur dass sein Sofa mit einem Flammenwerfer malträtiert worden war, sondern auch die Tatsache, dass ein gewisser "häutiger Norbert" die eigentlich wahre Identität Walters bekannt gegeben hatte,
stimmte ihn traurig und hilflos. Die Wahrheit ist die, dass Walters Texte allesamt von ihm selbst geschrieben sind. "Eins, zwei, vier, ich habe mich vertan." Es klopfte an der Tür und schwupps Helge äähhh Walter zog schnell eine Gummimaske, die ihm das Konterfei von Walter Fotzenhobel gab über den Kopf. Er stolperte zur Tür, über die goldenen Bommeln seiner Schnabelschuhe und er riss die Tür ahauf...
Walter Fotzenhobel stand auf der Bühne der Bonnyrigg Music days und zupfte an seiner Katarre. Nach den ersten Akkorden gröhlten die 50.000 Zuschauer im Bonnyrigger White Eagles Stadion. Walter erhob seine Stimme: "Ich bin heute gekommen um Ihnen mitzuteilen, dass ich nicht nackt auf der Bühne stehe und hier ist mein Hit. Und er fing an zu singen:
He Baby Baby, haha. Ich sah dich auf dem Balkon liegen, du hattest nichts an. Du warst nackt, du hattest nur das an was der liebe Gott dir gab. Hey little little Serse, ich glaub so heißt du doch. Ist doch ganz egal wie du heißt. Hm Hm lecker, das Bonbon war lecker gestern abend. Ha das Bonbon war lecker das ich aß, bevor es dich gab in meiner Fantasie.
Ich lad dich ein zu mir nach Hause zu kommen und dort schüttel dein Haar für mich. Wildes Mädchen schüttel dein Haar für mich, wildes Mädchen schüttel dein Haar für mich, wildes Mädchen schüttel dein Haar. Ich weiß du findst mich scheiße! Doch komm heut abend zu mir, ich habe alles vorbereitet. Ich habe auf den Teppich gekotzt und die Kotze weg gemacht. Es war sehr sehr unappetitlich. Es tat sogar weh, denn ich bin abgerutscht mit dem Kehrblech und den dem Arm. Voll rein in das Kehrblech - aua aua aua.
Meine Hand tut mir weh von dem Rhythmusgerät das ich hau. Wollt ihr es mal hören? Baby Baby ich mach mich schick wenn du kommst heut abend. Ich zieh den hellgrünen Jersey-Anzug an. Hey Baby komm zu mir und schüttel dein Haar für mich. Baby Baby schüttel dein Haupthaar für mich. Wildes Mädchen schüttel dein Haar für mich, wildes Mädchen schüttel dein Haar. Ich weiß du findst mich
scheiße!
Doch komm heut abend zu mir, es gibt etwas leckeres zu essen. Ich habe eingekauft, ich habe eingekauft, ich hab uns was leckeres eingekauft. Es gibt Reis! Es gibt Reis! Es gibt Reis! Baby Baby es gibt Reis. Dazu kannst du wählen eine Beilage, entweder kleine Möhrchen oder Erbsen aus dem Glas.
Doch komm zu mir nach Hause und dort schüttel dein Haar für mich. Huhu. Little Girl schüttel dein Haar - Haaaar. Wildes Mädchen schüttel dein Haar für mich. Wildes Mädchen schüttel dein Haar. Es gibt Reis. Hey Baby Baby es gibt Reis. Lecker lecker, Baby es gibt Reis. Ich koch ich koch, ich koch ich koch, ich koch ich koch für dich ein einziges mal ab dann bist du dran. Wildes Mädchen es lohnt sich für dich. Es gibt leckeren Reis. Lecker lecker Reis aus dem Kochbeutel. Sag deinen Eltern nichts davon, es ist besser so. Komm zu mir, wir räkeln uns auf der Couch. Ich zieh dich langsam aus. Nanana dann servier ich den Reis in einer Schürze, hahaha. Aus Speck. Lalalalal. Ich bin leider etwas dicker geworden in letzter Zeit und der Bauch hängt runter wie eine Schürze, doch mir ist egal wenn du kommst, dann kommst du. Zu mir nach Hause in die Bude es ist gut da. Ich war selber schon einmal da. Yeah yeah yeah und nochmals yeah.
Danach schlafen wir ein und am nächsten Tag beginnst du mit der Arbeit. Du fängst um 6 Uhr an zu putzen. Zeig mal deine Hände, sie sind kleiner wie meine. Damit kommst du besser in die Ecken zum Putzen. Die Verbindung ist ideal wildes Mädchen!
Danach gab es eine halbe Stunde standing ovations, doch Walter hob nur seinen Cowboy-Hut, winkte noch einmal mit seiner Katarre und ging heim um das Schaukelgerüst in den Weinberg zu fahren.
...wird alles besser, grösser, schneller, lauter, härter und neuer. Diesen Wunschgedanken hegt Walter Fotzenhobel schon lange, denn die jetzige Saison kann eigentlich nur noch versucht werden eine Art Schadensbegrenzung zu betreiben und in der Tabelle so weit wie möglich oben zu stehen. Um im besten Fall für die nächste Saison mehr Start-TK zu erheischen. "Mensch, Walter, das wollen doch
alle, Du Schlafkappe." "Ja, aber ich werde das mit einer ganz neuartigen Strategie bewerkstelligen, die noch nie jemand zuvor ausprobiert hat." "Ach ja, die da wäre? Und erzähl mir ja nix von Mentalcoaching , Auditing, Yogafliegen und all dem Quatsch den die anderen Nasen hier in der Liga schon lange machen und auch keinen Erfolg damit haben. Also wie willst Du Erfolg haben?" "Nackt."
"Watt soll dit denn heissen?" wurde Walter Fotzenhobel von seinem Tischnachbarn Dr.No gefragt. Nach dem siebenundzwanzigsten Pfiff konnte Walter aber nur lallend antworten, "Das heisst: Deine Mutter kann nicht kochen." "Öha Oida." "Niks fir ohgued, hann i hald blohs so gmoint." "Wenn Du meins , dann sach dass ouch richitch, nä. Nich lang snaken, Kopp in Nakken." "Jo sapristi, jetzt hoast
mi abr eini gschlogn mit deim Gschwätz." "Nü, hob ich doch gesogt, Du sölltest mal lieber en bisschen Deh-Gah sporen, meen Gutster." "Gupferdammi - Sagg a mol, häsch nüühd bessers zu Tua, als d'Lüht uf min luusige TeKah hizwiesa?" "Ja watt soll isch den sonst machen?" "Kennst Du eigentlich Peter Frankenfeld?" "jo der is aber schon dout. Aber der konnt das besser."
Walter war eingeschlafen auf seinem Sofa. Die Glückwunschkarten konnte er nicht mehr sehen, dem Nacktputzservice, bestehend aus Skinny Norris und Serse Cosmi hatte er gekündigt. Er konnte einfach das Gebaumel beim Frühstück nicht mehr ertragen und überhaupt, warum rannten ihm immer noch Leute nackt schreiend auf den Strassen von Bonnyrigg hinterher. Es wird Zeit sich mal wieder um wirklich wichtige Dinge zu kümmern. Bonnyrigg stand immer noch auf einem
formidablen vierten Platz in der Hyundai-A-League, doch Kenner konnte dieser Platz nicht täuschen. Denn die Mannschaft wirkte ausgelaugt und blass, eigentlich sahen die Spieler aus, als ob sie bleich und fiebrig wären, sie bewegten sich auch kaum auf dem Spielfeld, das sah stark nach schwachem TK aus, manche sagen auch Spanien-Özil-Verhalten dazu, und gegen das wollte Wlater endlich was machen und seine Mannschaft heut mal wieder richtig motivieren und das nicht...nackt.
Walter fotzenhobel hatte schlichtweg keine Zeit mehr, er sass fast nur noch hinter dem Schreibtisch und musste all die Presseanfragen abarbeiten, die er seit seinem Freispruch für sein Nacktwandern erhalten hatte. "Ja, es stimmt ich habe untersdhiedlichste Anfragen erhalten, von den unterschiedlichsten Nackt-Institutionen. Hier schreibt mir zum Beispiel ein grosser Fan ´Lieber Walter Fotzenhobel, Du bist unser Idol, wir die Nacktmotorradfahrer von San Bagno haben die Korken knallen lassen und natürlich nackt auf
Dich angestossen. Liebe Grüsse San Bango´. Oder hier ´Lieber Walter, ich habe den Prozessverlauf auf das genaueste verfolgt und beglückwünsche Dich zu dem guten Ausgang. ENdlich traue auch ich mich der Nacktheit zu fröhnen und mähe seitdem Urteilsspruch immer nackt den Rasen um unser Redaktionsgebäude. Dein Lobanowski´. Ich bin total gerührt von der grossen ANteilnahme, die das Urteil bei anderen Mitmenschen ausgelöst hat." SO ein sichtlich emotional aufgelöster Walter.
Grünes Licht für Nacktwanderer in Bonnyrigg: Im Gegensatz zu Sydney dürfen sie nackt durch die Gegend streifen, ohne eine Busse zu riskieren: Das Bundesgericht hat am Freitag den 45-jährigen Nacktwanderer Walter F. freigesprochen. Bonnyrigg dürfte damit in der Gunst der Naturisten steigen. Zum Missfallen der Behörden: «Der Bezirk darf kein Mekka für Leute werden, die ‹splitterfasernackt› herumlaufen», sagt Staatsanwalt Wolf Calcio.69 zur Nachrichtenagentur DUS. Er wartet nun auf die Urteilsbegründung und entscheidet dann, ob er das Urteil weiterziehen wird.
Dass Horden von Nackten nach Bonnyrigg strömen, befürchtet Bezirksvorsteher R.Deus nicht. «Wenn es aber Probleme gibt, könnte man wie in Sydney gesetzliche Massnahmen ergreifen.» Selber aktiv werde man aber nicht. «Nimmt es
überhand, werden die Leute schon reklamieren.»
In Bonnyrigg ist Nacktwandern erlaubt – finden Sie das richtig?
Serse Cosmi (36), Schreinerin:
«Ich habe kein Problem mit Nacktwanderern, aber vielleicht sollte man extra Wanderwege für sie einrichten.»
Ernesto Viajante (21), IT-Supporter:
«Mir ist egal, wenn die nackt herumlaufen, solange es nicht zu provokativ ist. Verbote haben wir schon genug.»
Chrizzow Flex (18), Koch:
«Nacktwandern ist völlig daneben. Das verstösst einfach gegen die guten Sitten. Dafür sollte es Strafen geben.»
Paulchen Panther (33), Chemie-Laborant:
«Aus Respekt vor Passanten und vor allem vor Kindern könnten sie wenigstens eine Badehose anziehen.»
So die einzelnen Stellungsnahmen unterschiedlich befragter Passanten
Das Sydneyer Bundesgericht sieht den Tatbestand des «unanständigen Benehmens» im Fall des 47-jährigen Nacktwanderers Walter Fotzenhobel nicht erfüllt.
Im vergangenen September war Walter Fotzenhobel vollkommen nackt auf einem Wanderweg bei Bonnyrigg erwischt worden. Eine Frau zeigte ihn an. Er stand am Mittwoch als erster Nachktwanderer in Australien vor Gericht und wurde freigesprochen. Die Busse von 100 australischen Dollar focht er an und erhielt jetzt vor dem Bundesgericht Recht. Die
Verfahrenskosten von rund 2000 australischen Dollar trägt der Staat. Verteidigen liess sich der Bonnyrigger durch Dr.No, den bekanntesten österreichischen Nacktwanderer. Dieser plädierte auf Freispruch vom Vorwurf des «unanständigen Benehmens» gemäss Bezirksstrafrecht. Der Nacktwanderer habe sich weder schamlos noch unanständig benommen.
Walter Fotzenhobel darüber sichtlich erleichtert, nahm seine Trainingsarbeit mit der Mannschaft, den Bonnyrigg White Eagles, wieder auf.
Eine Frau (namentlich nicht näher erwähnt, hier Serse C.) zeigte den Bonnyrigger nach seiner Nacktwanderung am 12. September 2009 an. Gegen die Busse von 100 australische Dollar erhob Walter Einsprache. Deshalb stand er am Donnerstag als erster Nacktwanderer in Australien vor Gericht. Die Anklage lautet auf «unanständiges Benehmen» laut Bundesstrafrecht. Das ist ein Offizialdelikt. Das Urteil steht noch aus. Würde er verurteilt, müsste er auch die Verfahrenskosten von 870 australischen Dollar bezahlen.
Sein Verteidiger Dr.No, der bekannteste Australische Nacktwanderer in Europa, plädierte auf Freispruch. Dr.No trat bei Lobanowski im TV-Studio D-U-S-TV auf.
Die Anklage wirft dem Nacktwanderer vor, er sei an jenem Tag im Gebiet Bonnyrigg an einer Feuerstelle und am christlichen Rehabilitationszentrums «Best Dope» vorbei gewandert.
Besonders pikant: Die Villa, in der «Best Dope» heute Drogenkranke therapiert, wurde 1907/08 vom Sydneyer Fabrikanten, Atheisten, Vegetarier und Freimaurer Ernst Josef Akulat erbaut. Akulat ist ein leidenschaftlicher Kämpfer für eine naturgemässe Lebensweise - und Sydneyer Gemeinderat.
Die Villa «Sorgenfrei» wurde vom Brisbaner Dr.Zoidberg, einem Pionier des Gesundheitsbaus, erstellt. Auf diese Naturisten- Tradition am
Bonnyrigger Hausberg bezog sich Dr.No in seiner Verteidigung. Der Weg, den der Nacktwanderer benützte, sei 67 Meter von der Villa entfernt und nicht einsehbar. Die Frau, die den Nackedei anzeigte, sei hinter ihm her gelaufen.
Das «unanständige Benehmen» im Bundesstrafrecht sei lediglich eine Light-Variante des abgeschafften Unzuchts-Artikels im Strafgesetzbuch. Nacktheit an sich verletze kein Rechtsgut. Der Nacktwanderer habe sich weder schamlos noch unanständig benommen.
Der Mann wähle bewusst wenig begangene Wege und wandere nie nackt auf Massen-Wanderrouten: Er fühlt sich in grossen Menschenmassen nicht wohl - «mit und ohne Hose,» sagte Dr. No.
Walter bestätigte, er wandere seit rund zwei Jahren nackt. Im Sommer bade er seit Jahren problemlos nackt. Leute, die ihm beim Nacktwandern begegneten, grüssten ihn meistens freundlich.
Auf FKK-Geländen zu wandern, wäre eine unsinnige Einschränkung, sagte Dr.No: Nur ein Promille-Bruchteil der Fläche Australiens stehe dafür zur Verfügung. Ausserdem habe die Polizei gesagt, wenn es nicht «allzu deftig» sei, dürfe man hüllenlos wandern. In der Tat erklärte die Bonnyriger Polizei, sie werde keine Jagd auf Nacktwanderer veranstalten.
Weil er völlig nackt in Bonnyrigg an einer benutzten Feuerstelle vorbeigewandert war, steht der 39-jährige Walter F. am 27. Juni vor dem Sydneyer Zivil- und Strafgericht. Die Anklage lautet auf unanständiges Benehmen.
Der Bonnyrigger ist bisher der Einzige, der im Sydneyer Umland hüllenlos wandernd erwischt wurde. Er wurde mit einer Busse von 100 australischen Dollar bestraft. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen wurde auf einen Tag festgelegt. Dagegen erhob Walter Einsprache. Die Anklage bleibt bei ihrem Antrag. Allerdings müsste der Angeschuldigte nun bei einer Verurteilung auch die Verfahrenskosten von 870 australischen Dollar bezahlen.
Bei der Untersuchung wurde unter anderem auf dem Wanderweg im Gebiet White Eagles in Bonnyrigg ein Augenschein vorgenommen. Zur fraglichen Zeit zwischen 15.40 und 16 Uhr sei die dortige Feuerstelle tatsächlich benutzt worden, heisst es in der Überweisungsverfügung. Der Weg sei von der Feuerstelle aus sichtbar.
Der Nackte sei auch am christlichen Rehabilitations-Zentrum «Best Dope» vorbeigewandert, heisst es weiter. Auch an Wochentagen benutzten relativ viele Personen den betreffenden Weg, wurde beim Augenschein festgestellt.
Ein juristisches Hick-Hack ist programmiert: In seiner Einsprache wandte der Angeschuldigte ein, Nacktwandern sei straflos, weil es keinen Verstoss gegen das Sexualstrafrecht darstelle. Es sei laut Strafgesetzbuch nicht strafbar. Die Regelung auf dem Gebiet der Sexualität sei im Strafgesetzbuch abschliessend.
«Dieser Einwand ist an und für sich richtig», schreibt der Verhörrichter (Untersuchungsrichter). Der Nacktwanderer bezieht sich im Kern auf einen wissenschaftlichen Aufsatz des Adelaider
Juristen Skinny Norris in der juristischen Fachzeitschrift «D-U-S-Jus» . Norris äusserte sich auch im Interview mit der D-U-S zum Nacktwanderverbot in Bonnyrigg. Sein Schluss: «Nacktsein kann man nicht verbieten.» Die Einführung von Gesetzen alleine aufgrund von Moralvorstellungen stelle eine ernsthafte Gefahr für den demokratischen Rechtsstaat dar.
Da das Bundesgesetz den strafrechtlichen Schutz der sexuellen Integrität abschliessend regele, bleibe den Bundesstaaten kein Platz, schlichtes Nacktsein (Nacktbaden, Nacktwandern) zu bestrafen.
In Bonnyrigg besteht kein eigentliches Nacktwanderverbot. Entblösstes Wandern wird als «unanständiges Benehmen» (öffentliches und grobes Verletzen von Sitte und Anstand) laut Strafrecht festgehalten. Das Bonnyrigger Gericht muss nun entscheiden, ob diese Auslegung zulässig ist.
Der betreffende Artikel, so der Angeschuldigte, sei zu wenig bestimmt. Die Anklage hält fest, der Mann werde nicht wegen eines Sexualdelikts bestraft. Nacktwandern werde nicht als unzüchtige Handlung angesehen.
Das Obergericht in Canberra habe dargelegt, «das völlig nackte Auftreten eines Menschen in der Öffentlichkeit» sei durchaus als «unanständiges Benehmen» zu qualifizieren, heisst es in der Überweisungsverfügung. Es müsse sich um eine grobe Unanständigkeit handeln.
In abgelegenen Gebieten, auf privaten Wegen, in wenig begangenen Regionen oder in Wäldern abseits der Wege dürfte blosses Nacktwandern deshalb tatsächlich nicht strafbar sein, schreibt der Verhörrichter. Die Frage sei, ob auf relativ stark begangenen Wegen Nacktwandern bereits als grob unanständig beurteilt werden müsse.
In der ersten Ausgabe der D-U-S von dieser Saison noch als Dr.Watson gebrandmarkt, weil man die Identität der letzten letztsaisonalen und der ersten diessaisonalen D-U-S feststellte und in der zweiten D-U-S zum Chefanalytiker aufgestiegen, müht sich Waler Fotzenhobel rechtschaffen an seinem kleinen Traum, nicht nur der beste Mundharmonikaspieler der Copawelt zu bleiben und die erste Nachtwandertour quer druch Australien zu planen, vorzugsweise ohne Igel und nicht zu verwechseln
mit irgendwelchen intelligenzlosen sächsischen Spielchen à la "Nakkisch in Leibzsch", sondern auch als Trainer seiner Bonnyrigg White Eagles erfolgreicher zu sein, als am Ende der Saison auf einem zweistelligen Tabellenplatz zu stehen. Man gibt sich redlich Mühe, lächelt zum bösen Spiel, doch in Wahrheit heckt man gar tasmanisch-teuflische Pläne aus, um die Konkurrenz zu schocken, ja zu paralysieren, aufgrund der eigenen fussballerischen Leistung.
Walter Fotzenhobel designierter Super-Star-Trainer der Bonnyrigg White Eagles hatte auf dem Podium der Pressekonferenz Platz genommen, tippte zwei- dreimal gegen das Mikrophon, um zu prüfen, ob es auch eingeschaltet war und räusperte sich. "Sehr geehrte Damen und Herren der Presse, ich hatte eigentlich vor Ihnen heute über meine grosse, wenn nicht sogar grösste Leidenschaft sprechen, das Nacktwandern. Doch leider habe ich mich umentschieden, nachdem im Moment in der copaweiten Welt nach wie vor absolute Bildzensur gilt, warte ich mit diesem Vortrag, bis ich dazu das nötige Bildmaterial auch zeigen darf. Ich möchte vielmehr mit Ihnen heute über die Frage des Seins im Seienden sprechen in einer
abgewandelten Handlung der hermenuetischen Scholastiker und Ihrer Umkehrung in der Bewegung de Seienden im Sein." Grosse Augen im Publikum, die Medienvertreter schauten sich verwirrt an. "Ok, lassen wir also auch das, ich möchte eigentlich nur danke sagen für die Auszeichnung des Super-Ballack-Awards in der Kategorie "Bestaussehendster, charismatischster und sympathischster Copatador", der mir von einer knallharten und unseriösen Copa-Jury verliehen wurde: Danke, danke und nochmals Danke." Walter legte seine Hände ineinander stand auf und hob seine Hände zu einer Geste des Sieges in die Luft. Die Copa-Welt war verzückt und verbreitete diese Nachricht in Windeseile in der ganzen Copa-Welt.