isch hab beim Toilette gehen so einen komischen Pokal hier vorgefunden, wenn isch dann in einem Jahr zurückkomme, dann bring isch euch den euch mit. alles klar jungens? macht et jut!
Wer hat an der Uhr gedreht?
Ist es wirklich schon so spät?
Soll das heißen, ja ihr Leut´,
mit dem Yazid ist Schluss für heut´.
Yazid, Yazid mach´ doch weiter.
Jag´ den Zine auf die Leiter.
Säg´und pins´le bunt die Tabelle,
treibe Scherze ohne Ende.
Machst ja manchmal schlimme Sachen,
über die wir trotzdem lachen.
Denn du bist, wir kennen dich,
doch nur Farb- und Pinselstrich.
Wer hat an der Uhr gedreht?
Ist es wirklich schon so spät?
Stimmt es, dass es sein muss:
ist für heute wirklich Schluss?
Heute ist nicht alle Tage,
ich komm wieder keine Frage!
Vollkommen übermüdet und eigentlich absolut ohne Zeit schleppt sich Yazid zu den letzten Spielen dieser Saison. Als er am Stadion von USM Annaba ankam, johlten und applaudierten die dortigen Trainer der anderen Vereine, welche Yazid eine Überraschung bereiten wollten. Zusammen mit Michi2005 und Tor-Sten war man sehr unglücklich in der WM im Viertelfinale gegen die Vereinigten Staaten ausgeschieden. Mit einem Wimpernschlag mehr Mut, hätte man durchaus den Finaleinzug schaffen können. Doch relativ ernüchtert ging Yazid wieder seiner gewohnten Arbeit nach. Am Tor zum Stadion empfing ihn das Fernsehteam vom ersten algerischen Fernsehen mit dem Clown und mit Kameramann Chrille. "Hey Yazid, wer geht denn da alles noch deinen Weg? Dreh dich mal um." Und tatsächlich erst jetzt bemerkte Yazid, dass in einer schier endlosen Reihe im Gänsemarsch hinter ihm ein ewig langer Zug an Leuten hinterher trottete. Direkt hinter Yazid kamen ein in einem japanischen Kimono gewickelter Norweger, der ein Schild hochhielt "Don't laugh at me...", dann kam ein
Schweizer und Namensvetter im Geiste, der ein Schild hoch hielt "Follow me to the Titty Twister", dann kam ein Pärchen die gemeinsam eine goldene Skulptur trugen, die einen Hintern mit einer Banane drin darstellte, wobei der kleinere von den beiden ein Schild um den Hals hängen hatte "Nutella am Arsch - ein wahres Abenteuer" und der grössere blaue Farbe im Gesicht hatte und ein Schild um den Hals "Nennt mich Vater Abraham", dann kamen drei als Affen verkleidete Trainer, von denen einer die Augen zuhielt, einer die Ohren und einer den Mund, mit alle dem gleichen T-Shirt an "Tick, Trick und Track sind nix gegen wiete99, Wolf Calcio und sazuki" und zu guter letzt, der treue schwarze-weisse Hund mit einer Banderole um den Bauch "Ihr Luschen!" und als Höhepunkt zum Schluss ein Tastengott auf einem von einem Eselchen gezogenen Wägelchen an seinem Casio-Synthesizer sitzend und spielend und in die Menge winkend. Am Stadion hatten Marcos, Puddel, ABB und Claudino2 ein paar Hammel gebraten und die Party ging los...
...WM-unfairplay-Preis.
Alle waren gekommen ins Fernseh-WM-Studio in Rundu, wo sich auch die algerische Fussballnationalmannschaft aufhielt. In bester Moderator-Manier führte Billiy Bibbit durch die Preis-Verleihungssendung der unabhängigen Fifa-Kommission, die sich dem unfair-play verschrieben hatte.
"Meine sehr verehrten Damen und Herren hier in Namibia, schönen guten Abend allerseits "...(im Hintergrund hinter Billy Bibbit kehrte eine gebückte Gestalt durchs Fernsehbild, sie hatte die Kontur eines schwarzweissen zotteligen Hundes)..."n' abend. " ...Bibbit verstört, "Bei der diesjährigen Verleihung des Unfair-play-Preises hat es sich die Kommission nicht leicht gemacht und sich entschieden den Fernsehpreis gleich zweimal zu vergeben. Den Preis, den goldenen Bananus, werden sich teilen Daniel Abenteuer, als Schreiber des WM-Artikels "Marokko sucht dringend einen neuen Trainer", welchen er undercover als pseudo-algerischer Trainer geschrieben hat. Und zum anderen geht der Preis an das grösste opportunistischste Armutszeugnis der Copawelt: Graf Zahl, für seinen WM-Artikel "Österreich mach mich zum Oddset-König!" "Da beide Trainer heute abend nicht hier sein können, haben wir eine Live-Schaltung zu den beiden Preisträgern vorbereitet. Wir wissen nicht ob sie zustande kommt, denn wir haben die beiden nicht vorher informiert. Kameramann bitte schalten sie zu unserem ersten golden Bananus Gewinner Daniel Abenteuer. Don Chrille gerade noch mit der Zunge in Lady Gagas wachsweichem Gaumen vertieft, sprang von seinem Hocker auf, wischte sich den Mund mit dem Rudi-Völler-Tshirt ab und fummelte wie wild an ein paar Kabeln und einem Mischpult, währenddessen spielte der Tastengott leise jazzige Melodien. Dann das Bild. "Herr Abenteur können sie uns hören?" Auf dem Bild war nur ein riesiger nackter Hintern von mittlerer Behaarung mit einer leicht flatulierenden, wenn nicht sogar tremoliernenden Rosetten-Bewegung, zu sehen. "Oh - was ist das. Herr
Abenteuer? Hallo?" Dann erfüllte ein ohrenbetäubender Furz die Fernseh-Welt. Im Hintergrund war ein Schild zu lesen: 800 Meter-Weitrülpsen- wahlweise Weitfurzen. "Oh, ah ich sehe, das mit der ersten Leitung scheint nicht ganz zu klappen. Das Bild ist etwas ungewohnt, der Ton noch mehr. Versuchen wir es doch mit unserem zweiten Gewinner für diese schöne Trophäe." Und Bibbit hielt einen vergoldeten Hintern in dem eine Banane steckte in die Höhe. "Herr Chrille bitte." Doch Chrille steckte gerade zu sehr in etwas wachsweichem. "Allegra, ich mach's, dr Chrille isch go schiessa.", rief ein Schweizer Altbekannter in die Runde und schob den Regler hoch. Dann kam das zweite Fernsehbild. Graf Zahl war als Vater Abraham verkleidet und sang mit seinen kleinen blauen Freunden in einem riesigen Kühlturm:
"Sagt mal wo kommt ihr denn her?
Aus Schlumpfhausen bitte sehr!
Warum seid ihr Schlümpfe klein?
Halt das Maul du dummes Schwein!
Habt ihr Arbeit oder nicht?
Ja wir gehen auf den Strich!
Ich sing ein Lied auf schöne Weis'.
Hör blos auf mit deinem Scheiß!
Der Flötenschlumpf fängt an...
Und dann alle zusammen!
Lalalalalalalalalalala Lalalalalalalalalala lalalalalalalalalala lalalala...
Warum seid ihr so klein und blaue Zwerg'?
Wir arbeiten im Atomkraftwerk!
Habt ihr Schlümpfe denn keine Frau'n?
Nein die haben wir totgehaun!
Ja aber... wie vermehrt ihr euch sagt schnell?
Wir sind homosexuell!
Wie wäre es mit einem Tanz?
Graf Zahl hat nen kleinen... Lalalala..."
"Herr Zahl dürfen wir kurz stören bei ihrer Performance?" Zahl völlig genervt "Nein dürfe sie nicht, wir haben keine Sendezeitverlängerung." Und Zahl hielt die Kamera zu, so dass nur noch ein schwarzes Bild übrig blieb.
"Tja, liebe Fersehzuschauer, wir bedanken uns für's Zuschauen und wünschen der algerischen Fussball-Nationalmannschaft noch ein gutes Spiel gegen die USA am Mittwoch."
Schwierige Wochen kommen auf Yazid zu. Man hat alle Hände voll zu tun. In der Ligue professionelle steht die heisse Phase an, die Mannschaften versuchen sich langsam zu positionieren. Bei der Weltmeisterschaft in Namibia gilt es sich im Bruderduell zu behaupten gegen Marokko. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe. Denn der Trainerkollege Tor's-Top-Ten hat sich mit einer Magenverstimmung einen Tag frei genommen vom Training oder war es doch eine Bindehautentzündung mit tränenden Augen?
Egal, Algerien ist stolz auf seine Liga und seine Trainer, mit deren tollen Unterstützung man es nie so weit beim wichtigsten Copamundial-Wettbewerb geschafft hätte (Insgeheim war Yazid ein bisschen froh, dass es doch gelungen war die AROSA-Connection zu animieren.). Auf der Veranda seiner lodge in Walvisbay sitzend, sah er einen japanischen Jogger vorbeischwitzen, der ihm zuwinkte und rief, "Is this way of Yazid?" Er winkte zurück, "No, this is Walfisbay." und lächelte.
Walfisbay. Yazid war mit seinen beiden Mitkontrahenten, nein, Mittrainern Michi zwei-null-null-fünf und Tor-Pfo-Sten am planen für die Achtelfinals der Weltmeisterschaft. Die Ausgangslage war mehr als gut und man kann gespannt sein, auf wen man nun im Achtelfinale treffen würde. Sicher war dass das WM-Quartier nach Walfisbay verlegt werden musste. Auch wenn hier ein relativ kleines Stadion zur Verfügung stand, war es doch
eine erfrischende Abwechslung für die Fennecs von diesem warmen Dauerwüstenwind der in Windhoek bliess. Auf der Fahrt dorthin sassen wie gewohnt der Schwarz-weisse Hund als Fahrer und ein als Frau verkleideter japanischer Trainer als Co-Pilot im Cockpit und unterhielten sich über die Goldbergvariationen, ob jetzt die von Gould oder Gulda besser seien, bis Yazid sie jäh unterbrach mit. "He, fubi, denk an den Artikel!"
...Mann der Copamundial-Stunde. Was war passiert? Nachdem gnadenlosen Massaker, welches die japanische Fussballnationalmannschaft an der Algeriens durchgeführt hatte, stürzten sich etliche Reporter der Copawelt auf Yazid. "Yazid, wissen Sie eigentlich, dass Sie zum 'Mann der Copamundial-Stunde' ernannt wurden?" "Was soll das? Wollen Sie mich in der bitteren Stunde jetzt aus der Reserve locken? Ich bitte Sie um ein bisschen mehr Respekt." "Nein im Ernst. Sie sind es. Eine unabhängige Jury aus Journalisten und Copagrössen möchte Ihnen diesen Titel verleihen. Sie haben sich diesen Titel verdient." "Und wie komme ich zu dieser Ehre?" "Nun, nur wenige wissen, Sie haben die 7.Copa-WM nach Namibia geholt." "Richtig." "Weiter haben Sie die 7.Copa-WM mitausgelost, als Glücksfee, Kameramann und Orakel, einen vorzüglichen
Eindruck bei der Jury hinterlassen." "Ääää, richtig." "Und, sie sind es, der nun, zwar gemeinsam mit John Toshack, die WM-Oddset-Führung inne hat. Das heisst, Sie sind der Mann, der am fähigsten ist sich in andere Trainer hineinzudenken." "OK, mag sein." "Sie haben zwar ihr Auftaktmatch mit der Nationalmannschaft kläglich verloren, doch gerade dadurch haben Sie Ihren Titel mehr als verdient." "Danke. Sie werden aber verstehen, dass ich jetzt mit meinen Trainerkollegen weiter an der Taktik für das nächste Vorrundenspiel arbeiten muss. Ebenso ist unsere Pressearbeit in einer internen Sitzung noch zu besprechen. Kommen Sie doch nach der Vorrunde wieder, dann gebe ich Ihnen ein ausführliches Interview." "Wenn Sie ausgeschieden sind?" Yazid schmunzelt. "Wir werden nicht nach der Vorrunde ausscheiden. Guten Tag."
Der Bus, gefahren von einem einem Hund mit Lockenwicklern verdammt zu verwechseln aussehenden Busfahrer und einer Co-Pilotin mit einem T-Shirt bei welchem gewaltsam der erste Buchstabe entfernt wurde, so dass nur noch Anne-Lore zu lesen war, brachte die algerische Fussballnationalmannschaft auf dem Trans-Sahara-Highway sicher Richtung Namibia. Die drei fennecs-Trainer diskutierten wild über etwaige Taktiken, während die Mannschaft sich gegenseitig ihre letzten Souvenirs aus dem Ahaggar-Massiv Hotel zeigte. Der Top-Mittelstürmer wollte schnell eine Creme in seine
Trainingstasche gleiten lassen, als Yazid vorbei kam. "Halt Jungchen, Tasche auf. Was ist das?" Schweigen...als der offensichtlich überforderte Goalgetter hilfesuchend seinen Blick an den Busfahrer richtete rief dieser sofort. "Jo, mann, das ist der letzte Schrei "Pennys Scream" eine nach der bekannten Heil-und Pflegeforscherin Penny Porsche benannte Creme, die die Muskulatur nach einem harten Training entspannen lässt. Sozusagen Diklofennec der Homöopathie, gewonnen aus den Oasengärtlein des Ahaggar-Massivs." Puh, durchgeatmet, nochmals gerettet.
Yazid sass mit Stirnfalten in der Lobby des Mannschaftshotels der algerischen Fussballnationalmannschaft. Was war nur passiert? Ein heilloses Chaos lag vor ihm. Er hatte die Zeitschrift "AfdaM" - Alles für den algerischen Mann - auf die Seite gelegt nachdem er das sehr interessante Interview mit sisu gelesen hatte. Sisu berichtete darin unter anderem, dass er täglich seine Augenbrauen zupft, da er ihnen sonst nicht mehr Herr wird. Er, sisu, der mittlerweile Herausgeber einer Haarpflegelinie sei, achte schon seit seiner Jugend auf sein gepflegtes Äusseres. Er nehme seit seiner Jugend schliesslich Popopuder und fühle sich auch heute noch sehr wohl damit.
Das war eindeutig auch das falsche um ihn aufzumuntern. Gestern nacht nachdem Yazid zusammen mit michi2005 und Tor-Sten spät in dem heruntergekommenen Hotel angekommen war, schiss er ordentlich die Mannschaft bei ihrem Gelage zusammen.
Morgen früh Abreise nach Namibia. "Wir werden dort weiter trainieren, wir müssen uns an das dortige Klima gewöhnen." Seltsamerweise schlichen immer noch einige algerische Mittrainer durchs Hotel nachts. "Was machen die bloss alle hier?" Beim Fühstück sah er dann wie ein Emsland-Traktor mit Beifahrerin sich vom Hof machte. "Michi wo hast du eigentlich die Tomate her?" Die ersten Taktikbesprechungen der drei Fennec-Trainer werden auf der Busfahrt abgehalten. Die WM-Gegner sind hinlänglich bekannt Griechenland, Brasilien und Japan. Es heisst sich nun gut vorbereiten. Beim Hinauslaufen aus der Hotel-Lobby sah er drei sich in Taubstummensprache unterhaltende bekannte Gesichter, wiete99, Wolf Calcio und sazuki. Er schrieb Ihnen etwas auf einen Zettel und grüsste still bevor er sich zur Mannschaft in den Bus sass. Die drei schauten ihm lächelnd und winkend hinterher.
AROSA-Connection. Die Ereignisse hatten sich überschlagen. Während pepe33 mit seinen Mittrainern Michi2005 und Tor-Stan-Laurel in einem geliehenen Eselskarren ins Ahaggar-Massiv der Nationalmannschaft hinterherhumpelte, fiepste Yazids Mobiltelefon zum Zeichen der Ankunft einer SMS (oder muss ich jetzt Textnachricht sagen...?). "Gruezi, Sali ond Allegra! Bin inni gumpet ins algerische Chuchachäschtli. Jö, seich, schiesst mi voll ah, goat nüüt. Wo bliebet mini Tandiema?" Einen Freudenschrei ausstossend, der Michi2005 und Tor-Pfo-Sten schier vom Eselswägelchen plumpsen liess, hüpfte Yazid vom Wagen
und zog den Wagen samt Esel und Mittrainern zwei Kilometer bergauf um seine überschüssige Energie zu kanalisieren. Somit sind die beiden ersten Devisen der AROSA-Connection diesen ZAT erfolgreich eingehalten worden. Der Bergler ist zu den drei Rodelgenossen gestossen und die Heimspiele werden alle mit eins zu null untereinander gewonnen. Recht ermattet kamen unsere drei Nationaltrainer im Höhentrainingslager an. Spät in der Nacht dachten sie es würden alle Spieler im Bett sein und sich auf das morgige Training genügend Schlaf gönnen. Doch als die drei Fennecs in die Hotel-Lounge kamen, glaubten sie ihren Augen nicht.
Yazid, Michi2005, der unentwegt an seinem "Mobiltelefon" herummanipulierte, meistens sagte er den Satz:"irgendwas funktioniert nicht, ich probier's gleich nochmal" und Tor's-ten hatten sich wie verabredet an der Bushaltestelle vor dem Trainingsplatz getroffen, um mit in den Bus zur Mannschaft zu steigen. Sie wollten ins Trainingslager ins Ahaggar-Massiv zum Höhentraining fahren. Zusammen mit der Mannschaft sollte so langsam das Wir-Gefühl gestärkt werden und eine erste Kraft und Konditionseinheit mit Ausdauer trainiert werden. Die Mannschaftsspieler wurden einzeln aufgesammelt und der Bus sollte mit kompletter Mannschaft jetzt die glorreichen Drei -the three incredible fennecs- aufpicken und dann zwei Wochen lang durch dick und dünn fahren, gehen und trainieren.
Die Trainer hatten ihre Sportkleidung schon angezogen, Yazid sein lila Shirt und Michi2005 seine schwarze Short, einzig TorS-Ten-years-after musste wieder durch seine Sonnenbrille auffallen.
http://img4.imageshack.us/img4/7715/yazids.jpg
Michi2005: "Sagt mal, ist Euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass wir die Trainer des neunt-, zwölft- und fünfzehnten sind, und somit die Nationalmannschaft mit den schlechtplatziertesten Ligatrainern stellen?"
Torssdehn: "Ja, is ja auch
nur Verschleierungstaktik, also bisschen Burka, ne?"
Yazid: "Au mann, mann, mann, mann, mein Bus kommt gleich."
Tatsächlich, da kam er schon, und in was für einem Geschlingere raste er auf die glorreichen drei zu. Doch statt zu bremsen, gab er richtig Gas und fuhr mit einem Wahnsinnstempo auf die drei Götterhelden zu. Mit einem beherzten Hechtsprung, brachten sich die drei in Sicherheit und sahen einen Mannschaftsbus mit einem Hund, der Lockenwickler trug und nebenbei Schweizer Schokolade ass am Steuer und neben Ihm einen Co-Piloten, mit einem T-Shirt, auf dem stand "Gabi is' für'n Eimer - Hannelore forever" vorbeirasen. Aus dem Heckfenster winkten Ihnen ein Clown ohne Clownnase und ein Kameramann ohne Kamera zu, dafür mit je zwei gutaussehenden Blondinen im Arm, die T-Shirts mit der Aufschrift "Bunga, bunga is for beginners - Waka waka is for professionals" gespannt über eine grosse Oberweite trugen.
Mit verstaubten Gesichtern schauten sich die drei entsetzt an und aus Michi2005s Handy säuselte eine Stimme:
"Von Avenue Merabet Athmane nach Südwesten Richtung Avenue Mohammaedi starten
110 m
Links halten bei Avenue Mohammaedi
nach 1,8 km
Bei N1 rechts abbiegen
18,8 km
Geradeaus auf N1/Trans-Sahara Hwy"
Yazid sass in einem volkshochschulunwürdigen viel zu hohem Raum. Mit ihm sassen Michi2005 und Tor-Sten als einzige Teilnehmer des Kurses in der Algierer Zentrale des algerischen Fussballerbands. Tor-Sten hatte seine Hot-pants gegen einen grün-weissen Trainingsanzug getauscht, während Michi2005 eine Baseball-Mütze mit einem Fennec trug und dazu einen mafiaesken schwarzen Nadelstreifenanzug. Yazid war nicht ganz wohl zwischen den beiden zu Sitzen und so bat er mit Handzeichen bei der Vortragenden um Gehör. "Ja, Herr Yazid." "Bitte, Fräulein Powerkraut, wir haben die Abseitsfalle schon vor Jahren selbst erfunden, als sie noch nicht auf der Welt waren, könnten Sie uns nicht etwas über das Wesen des Vorcheckings und Pressings im Zusammenhang mit einer dem modernen Fussball bestehenden integralen Lösung anbieten?" "Fräulein Powerkraut runzelte die Stirn, sagte "Moment.", zog ihr Handy aus der Tasche, tippte wie wild eine Nummer ein und tuschelte aufgeregt in das Telefon:"Fubi,wo bleibt eigentlich meine Schweizer Schokolade? Und bring gefälligst Deine Unterlagen mit für die Nationaltrainerausbildung, Du Laienschauspieler!". Zu Yazid gewandt meinte sie dann: "Herr Yazid,
wir reiten hier nicht auf einer klinsmannschen Welle in Algerien, hier zählt immer noch das Wesen des Wüstenfuchses im Fussball. Nehmen Sie sich ein Beispiel am Kollegen Michi2005." "Na, als ob so eine Mütze irgendetwas bezwecken würde." Worauf Michi ein bisschen belämmert aus der Wäsche schaute und gerade anheben wollte zu sprechen "Ääääh...", als die Tür aufging und ein Clown im Fussballtrikot des MO Constantine das Zimmer betrat. "Guten abend allerseits liebe Fernsehzuschauer, herzlich willkommen zur Love-Schaltung der Fussballnationaltrainerfortbildung aus Algier. Hoppla, sagte ich Love-Schaltung, ich meinte natürlich Live-Schaltung." Tor-Sten entlockte das allerdings nur ein "Was will denn der Clown, mein letzter Lachanfall, den ich professionell vortäuschen musste liegt schon ein paar Kamelreitstunden zurück." Worauf der Kameramann im USM Alger-Trikot vor Lachen zusammenbrach. Dies erzürnte natürlich wieder den Clown. "Wir schalten um zu den Nachrichten ins Studio, gelesen von der Krabbe, bitte, die Copa-Awards." Yazid brummelte noch was von "wo bleibt mein Bier?" und verliess etwas enttäuscht den ersten Tag der Fortbildung.
AROSA-Connection. Yazid lehnte sich zufrieden zurück, die zweite Devise der AROSA-Connection lautet, alle Spiele werden eins zu null gewonnen untereinander. Und das hatte funktioniert. Während andere algerische Kameltreiber mittlerweile schon eine leichte Verschwörung der AROSA-Connection vermuteten, konnte der Integral bessesene Hund gerade noch am zweiten ZAT diesem gerecht werden. Auch die vorgeschobene Suchaktion nach einem Bürger mit schweizerischem Pass, löste mittlerweile in der algerischen Presselandschaft die unsägliche aufgeblasene Kleinkunst-
und Filmproduktionsmafiastories ab. Sicherlich, man hatte selber am kleinkarrierten Kamelflohzirkus teilgenommen, gut gekocht, Tor-Sten gerettet und sogar ein BIER getrunken, eins? Was heisst da eins? Aber letztendlich zählte doch die "Gemeinschaft von Arosa". Plötzlich klingelte eins von Yazids sieben Handys. "Sepp-...ääääh Tor-Sten, ja hab ich gemacht, es ist alles vorbereitet. Trainingsplan steht...zu Fuss durch die Wüste. Namibia is nich weit. Ja. Warten wir ab wen wir in der Vorrunde zugelost bekommen. Sag ich Bescheid. Ok."
AROSA-Connection. Yazid sass im Bus Nummer 42 vom Souk zum Stadion, als sich von hinten eine Hand auf seine Schulter legte. "Und?" Ein lockiger Kopf mit Hundeäuglein schaute ihn ernst an. Es war der Integralkünstler der mittlerweile einen job in der ersten algerischen Liga angenommen hatte, um in dem Laden endlich ordentlich aufzuräumen. "Wo ist das vierte Viertel?" "Du meinst den Schweizer...?" "Wen denn sonst, du Bartwurst. Sagte ich Bartwurst? Ich meinte
auch Bartwurst." "Ich habe einen Versuchsballon gestartet noch ist die Post in der Schweizer Hauptstadt nicht angekommen. Aber er wird sicherlich antworten, ganz seiner schweizerischen Gepflogenheit." Der Hund nickte, und schlich zum Fahrer vor. Wechselte mit ihm ein paar Worte und dieser liess ihn an einer Stelle aussteigen an der keine Haltestation war. Als er draussen war drehte sich der Busfahrer zu Yazid um lugte über die Sonnenbrille und ein powerkraut'sches Grinsen schaute ihn an.
Yazid sass schon lange im Cafe Ben Yedder und wartete auf die beiden Compagnons mit denen er schliesslich drei Viertel der legendären "Arosa-Connection" bildete. So war's es nicht weiter verwunderlich, dass als erster nach ihm der Hund der mehrdimensionale Integrale mit Hilfe von eindimensionalen Integralen ausrechnen kann an seinen Tisch trat. Kurzer Blick, alles klar. Stummes nicken. "Wo ist der Tastengott?" "Keine Ahnung, ich war der erste." Prompt geht die Türe auf, der Tastengott betritt das Cafe,
lässt die Augen einmal durch's Cafe schweifen. Kurzer Blick, alles klar. "Wo ist mein Bier." "Wir sind hier in einem vom Islam geprägten Land, das heisst hier "Cafe Träsch"." "Ok. Erster Punkt und wichtigster unseres Treffens, das Vierte Viertel nach Algerien lotsen (locken oder einschleusen). Dann werden wir weiter sehen, wie wir die Liga..."Die Bedienung nähert sich, stellt drei Cafe Träsch auf den Tisch, zupft sich am Bart und verschwindet wieder. "...zum Wohl erst einmal."
Yazid betrat den vollgequalmten Hinterraum des Löwenstüberls in Annaba, die Hofbräuhausstube Algeriens. Als er den Nebel ein wenig beiseite geschoben hatte sassen vor ihm an einem Tisch mit unzähligen vollgeschrienen Papieren, Dugarry, Vlad, Chrille, Roque und Glücksbärchi. Skinny Norris verbaschiedete sich gerade mit einem "Tschö, mein Flieger kommt gleich" durch den Nebel. "Tja, lieber Yazid, du hast dich gegen ein Schurzorakel und gegen pokernde Sambanasen durchgesetzt und zur Ehre Algeriens beigetragen, der stärksten
Liga Afrikas, wahrlich du hast dir deinen Stern selbstgeschmiedet hier ist er. Und die benebelte Fünferrunde zeigte auf die Mitte des Tisches, in der senkrecht ein Bleistift hineingesteckt schien. "Ein Bleistift? Was dass denn? Kein Bier? Mannomann, da brennt mir die Kehle und dann krieg ich ausgerechnet hier 'nen Bleistift." Yazid zog den Bleistift in die Höhe und er wurde schwerer und schwerer. Und an einer Schnur zog er unter dem Gejohle der Copa-BIER-Jurz wie an einer Perlenkette aneinandergeknüpft ganze 24 Dosen Löwenbräu in die Höhe.