Man mag sich aufregen, am mag auf die Barrikaden gehen, man mag eine seltsame Taktik des eigenen Verzichts zum Zwecke der Schadensmaximierung bei anderen als unverschämt, ja als Wettbewerbsverzerrung anprangern, doch letzten Endes lässt sich nur eine Erkenntnis als sicher festhalten: man hätte es alles verhindern können, wäre man nicht noch dümmer gewesen als der Gegner.
Die Rede ist von der 2:3 Heimniederlage von Kerala, gegen Mohammedan Sporting Calcutta, ein Team das am gleichen ZAT zuhause auf eine Null baute und dabei offenbar bereitwillig auf leichte Punkteausbeute verzichtete um dem Tabellenletzten gleichzeitig ein Unentschieden zu servieren, denn drei Tore auswärts reichen normal nicht für mehr...außer wenn zwei auch gereicht hätten. Dass es letzten Endes aber sogar eine weitere Niederlage für Kerala Police setzte, die sechste in Folge
inzwischen, ist schlicht eigene Dummheit, komplettes Unvermögen, kapitaler taktischer Totalausfall. Wenn man die PUnkte so nötig hat wie die (mal wieder) stark abstiegsgefährdeten Polizeimannen, dann muss man mehr investieren, um sie zu holen, muss alles dran setzten, darf nicht sparen mit Reserven, auf Kosten von Punkten.
Wie es nun weitergeht? Nun zunächst einmal ist es so gut wie sicher, dass man schon wieder auf Platz 12 überwintert. Und dann bedarf es einer sensationellen Rückrunde um den Fluch des ewigen Absteigers zu besiegen. (Nur zur Erinnerung: Kerala spielte bislang zweimal in der ersten Liga und stieg jeweils mit nur 20 PUnkten und jeweils als abgeschlagener Tabellenletzter ab)
Wie kann man die Wiederholung dieser Katastrophe noch abwenden?
"Es reicht, wenn man nicht komplett bescheuert ist!" meint der griechische Stürmer"star" Charistos.
Mit läppischen 6 Punkten aus sieben Spielen und inzwischen 4 Niederlagen in Folge findet sich Kerala Police dort wieder, wo man sich auch von der vergangenen Ssaison her schon bestens auskennt, nämlich am Tabellenende.
Diesmal jedoch soll alles besser gemacht werden und das wichtigste hierzu ist, dass man den Ernst der Lage diesmal früh genug erkennt und eine sinnvolle Strategie zurecht legt.
Der letzte Spieltag war noch ein Schock, nun
wirken alle Beteiligten schon viel gelassener, obwohl man noch tiefer im Abstiegskampf steckt. "Wir wissen mit dieser Situation umzugehen. Wir kennen sie und wir haben aus den Fehlern der letzten Saison gelernt. Schön, dass wir so schnell die Chance bekommen, das Gelernte anzuwenden." sagt Libero Nassei.
M.Power senior hat sich auch beruhigt: "Sehen Sie, immer noch gute 13% tippen auf uns als Meister. Das ist doch wunderbar!"
Er spricht nicht viel, das sagt man ihm nach, dem Trainer von Kerala Police. Doch wenn er einmal etwas sagt, wenn er das, was er sagen will offenbar für so wichtig hält, dass er bereit ist, seine Energie für ein paar Worte zu verschwenden, dann haben sie Durchschlagskraft, dann sind sie deutlich. Heute, bei der Pressekonferenz nach ZAT 4, dem ersten Doppel- ZAT und vom Verein zuvor als richtungsweisend bezeichnet, schienen M.Power senior die Worte wichtig. Sie waren gewohnt knapp und sie hatten Durchschlagskraft: "Diese Spieler sind Idioten! 9 Gegentore in zwei Spielen. Das war nicht Bestandteil meiner Taktik!"
Kein Wort mehr. Keine Empörung darübr in der Vereinsführung. Man kennt
ihn schließlich, und man hatte bei all der Angst keinen Platz mehr für Empörung.
Nur ein Gegentor in den ersten 3 Spielen und jetzt gleich 9 in nur 2.
Schon hat man wieder die zweitschlechteste Abwehr der Liga, und Kerala steht wieder bedrohlich nah an den Abstiegsrängen. Nochmal absteigen will man auf keinen Fall. Die Angst ist wieder da.
SIe geistert durch die Provinz wie ein grauer nebelartiger Schleier, von dem sich niemand zu sprechen traut, den aber jeder um sich herum spüren und sehen kann.
Und jetzt 2 Auswärtsspiele. Schlimmer könnte es kaum kommen.
Kann Kerala den freien Fall noch aufhalten oder gehts ganz in Keller der Tabelle?
Was kann man 11 Idioten zutrauen?
Ein bedeutungsgeladenes Spiel erwartet Kerala am nächsten ZAT. Die Rede ist vom Duell mit Vasco Sports Club, dem Team von Mahatma Chrille.
Eben dieses Duell fand letzte Saison schon am ersten Spieltag statt und die 2:5 Auswärts-Niederlage war schon der Anfang vom Ende für die Sheriffs. Man kam einfach nicht mehr von unten weg. Genau dies versucht man diese Saison zu verhindern. Blos gar nicht erst in die Abstiegsränge hineinrutschen.
Das Spiel an und für sich lässt eher LAngeweile erwarten, denn hier spielen die Minimalisten der Liga. Zusammen haben diese beiden Vereine in der laufenden Saison erst 3 Tore erzielt.
Kaum Hoffnung also auf ein neuerliches 5:2. Viel eher ist mit einer Nullnummer zu rechnen.
In Kerala schenkt man dem Spiel dennoch viel Bedeutung. "Es ist richtungsweisend! Der erste doppel- ZAT entscheidet über vieles! Und es geht um Revanche!"
Nur den Platzwart interessieren derzeit andere Dinge. Er wurde in den "Loddar" -Suchtrupp abkommandiert.
Er soll sich in der ganzen Provinz, so heißt es, nach schlechtem Englisch umhören und jeden Verdächtigen zum Verhör schicken. Besonders verdächtig sind Redewendungen wie "Now can come what want." oder "I think I hear not right!"
Das schaffen mal wieder nur die Inder: Nach zwei Spieltagen haben alle Mannschaften drei Punkte. So muss es sein. Die ausgeglichenste Liga der Copa eben.
In Kerala erinnert man sich allerdings ungern daran, dass dies in ihrer letzten Erstligasaison auch fast so war. Der Haken an der Sache ist nämlich das "fast".
Am Ende der vergangenen Saison trennten Platz 1 und Platz 11 auch
gerademal - wir wissen es nicht genau - aber ca. höchstens 5 Punkte.
Hinter Platz 11 jedoch lag abgeschlagen und mit fast 20 Punkte Rückstand, dreimal dürfen Sie raten: genau, Kerala Police.
Um so größer die Freude, dass man noch dabei ist :)
Und in dieser Saison scheints besser zu gehen. Erst ein Gegentor und ein Platz im gesicherten Mittelfeld mit viel Luft nach hinten ...(?)
Wenn die indische Polizei genauso harmlos auch mit Verbrechern umgeht, wie sich die beiden Clubs duellierten, dann darf man sich als Ganove beruhigt die Tarnmaske abstreifen und nach Lust und Laune in ein paar Banken (z:B. der Indian Bank ... das soll jetzt keine Aufforderung sein) gemütlich für ein paar Stunden niederlassen und alles mitgehen lassen, was keine Beine zum laufen hat. Die indischen Hüter von Recht und Ordnung zeigten jedenfalls auf dem Fußballplatz alles andere als treffsichere Schüsse. Es schien man hatte die Revolver nicht nur vergessen zu laden, nein man hatte sie gar
nicht erst mitgebracht. Am Ende führte dieses fröhliche Miteindander der eigentlichen Streitmächte zu einem 1:0 Heimsieg für die Sheriffs aus Kerala, durch ein Stolpertor zu Beginn der zweiten Hälfte. Danach wurde das Spiel auch nicht besser. Die Trainer schien es nicht zu stören, dem einen wars recht, dem anderen egal, so schien es.
In der nächsten Runde muss Kerala nach New Dehli reisen. Die Hindus werden sicherlich mehr an Geschützen auffahren. Doch auf Gegenoffesive setzt Power senior nicht. Er packt lieber die Kugelsicheren Westen ein und baut eine Total- Blockade auf.
Die unergründlichen Wege des indischen Sporterfolges
Das letzte woran man sich erinnern kann, das M.Power senior mit Kerala Police erreichte war der letzte Platz in der Tabelle der National Football League in der letzten Saison vor der antemberaubend mittellangen Copa-Pause. Abstieg, 20 Punkte aus 22 Spielen, schlechteste Abwehrleistung einer indischen Erstligamannschaft seit es die Liga gibt. Danach der Wechsel nach JApan, und nun, wie der Zufall es will, ist er doch wieder da, und zur eigenen _berraschung auch doch noch in der ersten Liga. Doch was nicht für ihn und sein Team spricht: Er will! Er ist da, er spricht von Kerala - wenn er denn etwas spricht, denn das ist bei ihm sehr selten - als von SEINER Mannschaft. Und das war nie gut. Die größten Erfolge feierte der Trainer-Opa nämlich immer dann, wenn er eigentlich gerne woanders gewesen wäre. So begann schließlich auch seine versehentliche Karriere in Indien.
Er wollte nach Singapur, zu einem alten KUmpel in die selbe Liga, dann ein Missverständnis und schon hatte er ohne sein zutun einen Vertrag bei einem indischen Zweitligisten unterschrieben. Der Fortgang ist bekannt: Souveräner Durchmarsch, Aufstieg in die beste Liga der Copa. Was wenige wissen, nachdem er in FOlge des Abstiegs gekündigt hatte nahm Kerala am Copa MIni-Cup teil. Obwohl er eigentlich gar nicht mehr Trainer war, hatte M.Power senior das Team angemeldet. Aus Sorge die MAnnschaft würde nichts tun in der langen Pause. Dann hatte er sie doch sogar zu den Spielen begleitet und kurzerhand legte man eine souveräne Vorrunde mit Gruppensieg hin und kam bis in Finale, das man knapp mit 1:2 verlor. Dem Start in die neue Saison begegnet man zurecht mit gemischten Gefühlen. __Hauptsache nicht wieder absteigen!__ sagt das Management. __Ein Heimspiel.__ sagt der Trainer