M: Sehen Sie, er nimmt tatsächlich eine neue Route.
Ö: Aber ihre Überschrift ist falsch!
M: Woher wissen Sie, dass ich unsere Gespräche dokumentiere?
Ö: Weil Sie ständig mit einem Block dasitzen!? Aber richtiger Weise müsste es heißen. Zuggespräche in Montenegro. Golubovci ist in Montenegro.
M: Wussten Sie, und das stimmt jetzt wirklich, dass es hier 15 Albaner und 10 Muslime gibt.
Ö: Was heißt hier es stimmt wirklich? Alles was wir uns hier
erzählen stimmt wirklich.
M: Schon klar, aber das habe ich gerade von Wikipedia. Kommt jetzt eigentlich eine Grenzkontrolle?
Ö: Nein, der Kontrolleur ist gleichzeitig Zollbeamte, Astronaut, Totengräber und der Vize-Präsident von Absurdistan. Er kennt uns ja von 76 Kontrollen während der Fahrt.
M: Stimmt, da haben Sie auch wieder Recht. Warum versteckt sich der Russe dann?
Ö: Keine Ahnung, aber mir fehlen seine Witze.
M: Ich kann gerne darauf verzichten, aber ich wäre gerne mal wieder in spannenden Orten.
Ö: Da haben sie Recht.
M: Langsam nehme ich ihnen das mit der Route nicht mehr ab. Zemun, das ist genau die Route wie beim letzten Mal.
Ö: Aber inzwischen sieht es ganz anders aus.
M: Stimmt! Der Rauch ist weg! Was ist hier passiert?
Ö: Ein Tauschgeschäft!
M: Wie das?
Ö: Marlboro hat das ursprüngliche Zemun gegen eine Stadt in Kenia getauscht. Jetzt gibt es hier nur noch Schwarzafrikaner und dort lauter Serben.
M:
Blöd nur, dass Zemun auch eine riesige Anlage zur Kohleförderung besaß.
Ö: Daran hat man nicht gedacht. Als man in Afrika bohrte kam nur Erde. Ein Grund warum man den Tausch rückgängig machen will.
M: Aber die Stadt erneut in Schiffe und Flugzeuge zu laden, das wird schwierig.
Ö: Zumal die Umzugsfirma nur aus 2 Leuten bestand. Die mussten jedes Schiff einzeln selber fahren und dann wieder runterfliegen und den Rest holen.
M: Wahnsinn!
M: Haben Sie nicht gesagt, der nimmt jedes Mal eine neue Route, warum dann schon wieder Belgrad?
Ö: Naja, alle Wege führen nach Belgrad. Aber warum machen die eine Durchsage auf Deutsch, Deutscher?
M: Das nenne ich Kundenorientierung. Wir sind jetzt seit über neun Woche an Bord dieses Zuges. Bei der 43 Kontrolle, wo sie auf dem Klo waren hat mich der Kontolleur gefragt wo
wir herkommen.
Ö: Und Sie sagten Deutschland?
M: Ähm, ja.
Ö: Na danke, jetzt gelte ich als Deutscher!
M: Und? Immerhin hören wir jetzt wo wir sind.
Ö: Interessiert mich nicht Piefke.
M: Na, kommen Sie. Sie werden es überleben.
R: Was ist der Unterschied zwischen Deutsche und Österreicher?
Ö: Kommt jetzt wieder einer ihrer bescheurten Witze, Russe!?
R: Nein, war ernste Frage.
Während der Zug mit quietschenden Rädern anhält blicken MiKu, der Österreicher und der Russe aus dem Fenster. Es laufen Leute auf allen Vieren vorbei.
M: Wie? Wir sind schon wieder in Sabac, das darf ja wohl nicht wahr sein.
Ö: Da haben wir wohl unseren Ausstieg verpasst, dann müssen wir noch eine Weile mitfahren.
M: Lange halte ich es in diesem Zug nicht mehr aus. Der Kontrolleur hat uns jetzt schon 37 mal gefragt ob
noch wir zugestiegen sind!
Ö: Der macht nur seinen Job und das 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Wie würden sie es finden, wenn ständig jemand bei ihnen Zuhause hereinkommt.
M: Na gut, wenn man es so sieht. Sie haben ja recht.
Ö: Zum Glück nimmt der Zug jedesmal eine andere Route, so können wir neue Ortschaften entdecken.
R: Und auf welcher Straße fahren alle Feng-Shui Anhänger? Auf der Wünschelroute 66!
Langsam und betulich tuckert die Bahn weiter, scheinbar ohne Ziel, doch aus dem nichts taucht Subotica auf.
M: Achja, Subotica. Zu deutsch: Maria-Theresiopel.
Ö: Sie machen Witze!
M: Hab ich auf dieser Fahrt etwa schonmal Witze gemacht?
Ö: Stimmt, sie sind ein sehr langweiliger Zeitgenosse, im Gegensatz zu unserem russischen Abteilkollegen.
M: In Subotica ist es alles andere als langweilig, die haben dort eine Schaltwoche. Jede 27.Woche hat nach Sonntag einen Zusatztag, den
Subotag.
Ö: Der einzige Tag, an dem die Suboten frei haben.
M: Deswegen kommen sie auf internationalen Treffen oft falsch, die haben dann Montag wenn wir Dienstag haben usw.
Ö: Die Stadt wurde von Briefträgern gegründet, die ihre Post Untergrund verteilt haben, sogenannte Sub-Boten.
M: Und die Deutschen wußten nicht, dass sich im Untergrund eine Stadt befindet, deswegen bauten sie oben Maria-Theresiopel.
Ö: Dumm diese Deutschen.
R: Wer bringt in Venedig Post? Post-boote!
Nach etwas längerer Fahrt erreicht man das kosovarische Mitrovica. Die Stadt ist hell erleuchtet.
M: Ah, Mitrovica. Die fitteste Stadt der Welt.
Ö: Fit oder Fett?
M: Nein, nein. Fit! Die erste Stadt die komplett auf erneuerbare Energien umgestellt hat.
Ö: Richtig, ich habe das gelesen. Alle Kraftwerke werden von Menschen in riesigen Hamsterrädern betrieben. Und Autos fahren hier auch nur wie bei Fred Feuerstein.
M: Was glauben sie, wo der Erfinder der Flintstones die Idee geklaut hat?
Ö: Tatsächlich? In Mitrovica?
M: Ähm
nein, er hat sich selbst ausgedacht denke ich. Woher sollte der denn die Stadt kennen? Also wirklich.
Ö: Fußballerisch ist das Team leider eine Katastrophe.
M: Klar, die laufen ja immerzu. Da bleibt das Techniktraining auf der Strecke. Und wir bleiben gerade auch auf der Strecke.
Der Zug bleibt stehen. Es steigen 20 kräftige Männer ein. Sie stecken ihre Füße durch Löcher im Boden und treiben die Bahn somit an.
M: Faszinierend.
Ö: Eine tolle Stadt. Wollen sie heute gar nichts sagen, Herr Russe?
R: Eine schöne Stadt.
Glücklicherweise verlies der Zug im Moment des Niesens den Bahnhof, so dass es ohne Folgen für den Russen blieb. Nach der Weiterfahrt kam der nächste Ort in Sichtweite.
M: Ah, da ist Zrenjanin.
Ö: Das kann ja kein Mensch aussprechen!
M: Deswegen hat es auch einen deutschen Namen: Großbetschkerek.
Ö: Stimmt, das ist viel einfacher. Aber wußten sie, dass hier alle Flüsse flussaufwärts fließen?
M: Wie soll das denn gehen?
Ö: Sagen wir so, die Flüsse wechseln hier die Richtung und fließen ihrem Ursprung wieder entgegen. In der Mitte
entsteht eine Fontäne und in der Mitte wurde Zrenjjj, Zrenjö...Großbetschkerek erbaut. Die immer-feuchte Stadt.
M: Ach, daher kommt der Beiname. Meine Frau machte sich schon Sorgen, als ich erzählte ich fahre dort hin.
Ö: Keine Angst. Aber erkälten sie sich nicht. Das Wasser kommt hier von allen Seiten. Ein Taucheranzug wäre hier die passende Kleidung. So geht man hier auch zum Vorstellungsgespräch.
R: Ein Mann sitzt mit Anzug auf einem Stuhl und bewegt die Lippen. Anderer fragt ob er Problem hat. Nein, ich mache ein Vorstellungsgespräch aber leider meine Fantasie ist sehr schlecht.
Nachdem sich der Russe wieder beruhigt hat, geht die Fahrt eine Weile ohne Kommentare weiter.
M: Das da vorne ist Nis.
Ö: Ja, ich kann es sehen. Es sieht immer noch aus wie nach einem Vulkanausbruch.
M: Im Krieg 1998 haben die Nato-Truppen die Stadt einfach weggeniest. Daher auch der Name und aufgeräumt hat bis heute keiner!
Ö: Hä? Aber ich dachte man spricht: Nisch!
M: Na und, das ist ja auch serbisch! Fluss heißt ja auch nicht Fluss auf serbisch.
Ö: Sondern? Flusch?
M: Nein, "reka"!
Ö: Trotzdem macht ihre Theorie keinen Sinn.
M: Und ob, alle Einwohner von Nis
sind Sternutiophob. Das ist die Angst vor dem Niesen.
Ö: Das weiß ich nun aber auch, man sperrt deswegen jeden, der öffentlich niest weg. Man sagt Niser gehen zum Niesen in den Keller. Deswegen sieht man auch kaum Leute auf der Straßen, weil alle ständig einen Nasenorgasmus haben, wie man bei uns sagt!
M: In Österreich?
Ö: Nein, eigentlich sag das nur ich.
M: Trotz allem eine schöne Stadt, man hat hier wenigstens seine Ruhe.
R: Wisst ihr was? Die anderen beiden schauen auf.
R: Ach, vergesst es, gibt sonst wieder Ärger...Hatschiiiiii! Die Polizei stoppt den Zug
Langsam fährt der Zug mit MiKu, dem Österreicher und dem Russen in den Bahnhof von Zemun ein.
M: Sind wir schon da?
Ö: Ja, das sieht man daran, dass man nichts sieht.
M: Das klingt aber unlogisch!
Ö: Ganz und gar nicht. Zemun ist die Stadt mit den meisten Rauchern weltweit. Marlboro hat hier ein Testlabor. Jeder Zemuner raucht am Tag mehrere Stangen Zigaretten.
M: Ich habe gehört, dass die aus dem Ausland 20 Stangen Zigaretten mitbringen dürfen, da dies als Eigenbedarf gilt.
Ö: Ganz richtig.
Außerdem fahren andere Teams hierher ins Trainingslager, weil die Bedingungen ähnlich hart sind wie im Hochland von Bolivien.
M: Aber man sieht auf dem Feld doch gar nichts.
Ö: Deswegen trainiert man hier auch nur mit Helm und Nachtsichtgerät. Aber ohne Atemschutz.
M: Klar, sonst wären die Bedingungen ja verschenkt.
R: Und was ist Lieblingsgericht in Zemun? Nudeln mit Krebsfleisch!
M: Warum denn Nudeln?
R: Warum denn Krebs?
Ö: Der Witz war doch von ihnen?
R: Stimmt, war gestern!
Ö: Häh?
MiKu, der Österreicher und der Russe fahren weiter und kommen durch einen Teil von Belgrad.
Ö: Gut, dass wir mit dem Zug hier sind, mit dem Auto kommt man hier kaum durch.
M: Genau, in diesem Ortsteil ist es Pflicht Auto zu fahren, jeder der aus dem Haus geht muss sofort in sein Auto.
Ö: Offiziell will man es nicht zugeben, aber die Erdöllobby ist hier sehr stark. Die haben ihren eigenen Ausweg aus der Krise gebastelt. Die Polizei wird dafür von OMV gestellt, so spart die Stadt Geld.
M: Sogar Arbeitslose müssen jeden Tag
für 2 Stunden vor die Tür. Wer krank ist muss zumindest den Motor in der Garage laufen lassen.
Ö: Was ist eigentlich mit Kindern?
D: Die werden in Krankenwägen geboren und machen in der Vorschule ihren Führerschein, davor können sie nicht aus dem Haus. Außer die Eltern folgen der "1-Kind-1-Auto-Politik". Pro Kind muss ein Auto in der Garage laufen.
Ö: Richtig! Hier gibt es deutlich mehr Garagen, als Wohnhäuser, ein riesiges Platzproblem.
R: Warum wohnt ein Luftbalon immer draußen? Weil er Platzangst hat.
In Anlehnung an den verehrten Dirk Stermann gibt es diese Saison eine Reihe Zuggespräche:
MiKu, ein Österreicher und ein Russe sitzen im Zug, sie passieren Sabac.
M: Das ist also Sabac, unser erster Gegner.
Ö: Wußten sie, dass in Sabac alle Leute auf allen Vieren gehen?
M: Ja, deswegen ist die Schuhindustrie dort am boomen, schließlich trägt jeder 2 Paar.
Ö: Könnte man meinen, aber die Leute tragen hier bevorzugt Handschuhe, auch an den Füßen. Das führt vor allem beim Fußball zu Verwirrungen.
M: Ja, ich habe gehört im letzten
Sabacer Derby sind alle wegen Handspiels vom Platz geflogen, weil der Schiedsrichter es nicht mehr unterscheiden konnte. Man hat jetzt verschieden Farben für Hände und Füße angeordnet.
Ö:Ja, um den Schiedsrichter zu verwirren hatten viele Spieler davor Stollen an den Händen, so konnten sie ungehindert Tore werfen.
M: Die Stollen sind aber angeboren, da die Sabacer ständig auf allen Vieren laufen hat die Evolution ihnen Stollen an die Hände gegeben. Amputierte Hände werden jetzt zum Teil von Adidas gekauft.
R: Warum zieht eine Rosine einen Helm auf? Weil sie in den Stollen muss!
Am Ende der Saison meldet sich die Presse aus Budva nun doch einmal zu Wort. Die ganze lange Erstliga Saison in der legendären SM stand im Zeichen des Abstiegskampfes und jetzt? Es geht jetzt um mehr, die komplette Existenz scheint auf dem Spiel zu stehen. Warum? Die Druga Liga wird in der kommenden Saison geschlossen. Ein Abstieg würde also bedeuten, dass Mogren Budva irgendwo zwischen Raum und Zeit gefangen
wäre, in den unendlichen Weiten des Copa-Universums. Damit würde MiKus Rückkehr nach nur eineinhalb Saisons zwangsweise wieder rückgängig gemacht. Was also tun? Volle Konzentration, man hat 2 Heimspiele am letzten ZAT, die Chancen stehen also in etwa 50:50. Doch ironischer Weise ist genau die Heimschwäche der Auslöser dieser misslichen Lage, denn in der Gasttabelle stehen die Montenegriner auf Platz 1.
Dass in Montenegro nicht alles so ist, wie man es aus der "normalen" Welt kennt, dass musste MiKu ja in den vergangenen Wochen zu genüge feststellen. Wie seltsam sich hier die Jahreszeiten verhalten, dass wußte der Trainer allerdings noch nicht. Dies musste man am vergangenen Freitag schmerzhaft spüren. Denn auch die Jahreszeiten sind hier alles andere als gewöhnlich. Die anderen Trainer, die am Tag zuvor in aller Ruhe den Wetterbericht kuckten wußten bescheid. Der Winter kommt hier knüppelhart,
aber nur an einem Tag, da fängt es in der Nacht an zu schneien und dann prügelt es durch bis zum Abend, ehe ungewöhnlicherweise in der Nacht die Sonne scheint und den Frühling einleutet. So geschehen am Freitag. Peinlich, dass der Gegner aus Serbien bescheid wusste und die Spieler mit entsprechender Ausrüstung aufs Feld schickte, während der "einheimische" Montenegriner da stand wie der Sprichwörtliche Mann auf dem Schlauch. Es folgte eine Niederlage und im weiteren Verlauf eine schwieirge Saison.
Darf ich vorstellen: Budva! MiKus neue Heimat. Die Stadt hat in etwa 351 Einwohner, die aber über das Jahr variieren. Im Herbst zum alljährlichen Luftpiano-Wettbewerb sind es 356. Zum serbisch-montenegrinischen Schlammlochfest sind es 4,5 Millionen. Alle 4,499 Millionen Gäste wohnen in der selben Pension, die allerdings nur ein Zimmer und ein Badezimmer hat. Für das Schlammlochfest wird ganz Budva in ein Schlammloch verwandelt und ordentlich bewässert. Da die Stadt 364 Regentage im Jahr hat hält es immer über da ganze Jahr. Lediglich ein Tag ist die Stadt damit trocken, dies feiert man so lange mit Champus, dass die Stadt wieder in der Ausgangslage ist.
Die Kriminalität ist dermaßen hoch, dass man vermutet, jeder Budvaner war bereits in Besitz jeden Autos der Stadt. Wenn man also lange genug klaut, hat man irgendwann ein original Auto wieder. Mit den Autos werden meistens auch die Kinder gestohlen, was
durchaus gewollt ist und zur berühmten Erziehung der Stadt führt. So spart man sich Kindergärten. Legt man die Kinder ins Auto sind sie mit großer Sicherheit verschwunden.
Touristen sind durchaus gerne gesehen, aber auch nur gesehen. Sobald sie in Kontakt mit Budvanern treten werden sie verachtet, außer während des Schlammlochfests, dann ist jeder "Budvaner". Auf diese Weise werden neue Autos in die Stadt gebracht. Geographen behaupten, nach Studie der Karten, die Stadt würde am Meer liegen, doch der gemeine Einwohner kann den Unterschied von Schlamm und Meer ohnehin nicht erkennen.
Polizei gibt es auch in Budva, diese nimmt jedoch alle fest, die keine Straftaten begehen, da sie den Kreislauf stören. Somit sitzt derzeit kein einiziger Bürger hinter Gittern. Als Neuankömmlng hat man 4 Jahre Zeit sich zu melden und 24 Stunden ein Verbrechen zu begehen.
Schön ist es daheim zu sein!
Dass der Lebensstabdard in Serbien nicht so hoch ist war MiKu bei seiner versehens-Verpflichtung schon immer klar. Das dieser in Montenegro, wo er sich ja befindet, noch niedriger ist, war im auch nicht neu, doch irgendwie hatte er es sich schon anders vorgestellt. Immerhin, der Aufstieg wurde ebenso wie beim Vorredner im Vorbeigehen mit Beginn in der Winterpause mitgenommen. Wäre ja auch noch schöner wenn man sich für nen Appel und n Ei auch noch den Arsch aufreißen müsste, doch das der Appel sich am Ende nicht als High-Tech-Gerät sondern als brauner Klumpen halbgegorenes Obst herausstellte war MiKu doch ein wenig enttäuscht. Umso mehr war ihm die Freude ins Gesicht geschrieben, als ihm für die Aufstiegsfeier Alfons Schuhbeck angekündigt wurde. Zwar war ihm neu, dass es sich bei dem Namen um einen Künstlernamen handelte, doch freute er sich auf herzhafte bayrische Küche.
Als die Speisen serviert wurde, wurde ihm das Ausmaß der Enttäuschung leider direkt ins
Gesicht gedrückt. Spezialität des "Alfons Schuhbeck", der eigentlich Sergej Olaf Olafsergovic heißt, war die Verwertung alter Fußballschuhe, die über einer handelsüblichen, naja eher geklauten, Abfalltonne, in einen aus Dreck und immerhin Mehl bestehende Masse eingebacken wurden. Nun schien ihm der Name auch Sinn zu machen.
Seine Kollegen wollten ihm diese Abwertung der Mahlzeit allerdings nicht durchgehen lassen. "Probier doch erstmal!" hieß es da, doch das machte die ganze Geschichte keineswegs besser. Unter husten und würgen wollte MiKu die Feierlichkeiten verlassen, doch ein Kollege gab ihm den Rat nicht mit dem Auto nach Hasue zu fahren. "Sonst gerätst du noch an Alfons SchubHeck" ein ortsbekannter Verbrecher und Gewichtheber, der sich sein Geld mit dem schieben von Autos in den Graben verdiente. Wie das genau funktionierte wusste keiner, aber MiKu hatte ja genug Zeit darüber nachzudenken, beim Aussitzen der angeblichen Party zu seinen Ehren.
Am heutigen Donnerstag traf sich Mogren Budva Trainer MiKu mit einem unserer Reporter für ein überraschend knappes Interview:
R: Hallo Herr MiKu, sie haben die Mannschaft vor eineinhalb Monaten übernommen, damals lag man auf Platz 5. jetzt sieht es so aus als würde man aufsteigen.
M: Mhm, sieht es das?
R: Immerhin liegen sie 2 Spiele vor Schluss auf Platz 2.
M: Dann wird das wohl so sein!
R: Ist es was anderes wenn manein Team über die gesamte Saison aufgebaut hat als wenn man es erst später übernimmt und den Aufstieg halb abstaubt?
M: Ist es etwas anderes wenn man für eine renomierte Zeitung
schreibt, als wenn man für so ein Käseblatt schreibt wie sie?
R: Erstens stelle ich hier die Fragen, zweitens fühle ich mich sehr wohl hier. Und gehen sie bitte mal auf meine Frage ein!
M: Aufstieg ist Aufstieg ist Aufstieg...wenn man das Wort Aufstieg oft sagt klingt es ganz komisch, Aufstieg, Aufstieg, Aufstieg, probieren sie doch mal.
R: Äh, nein. War das eine versteckte Antwort, glauben sie nicht an den Aufstieg?
M: Jetzt sagen sies ja doch!
R: Ach wissen sie, reden wir in einer Woche nochmal.
M: Von mir aus!
Also ein bisschen kauzig ist der gute MiKu hier wohl in Serbien geworden, aber wenns hilft, warum nicht!