Was für ein genialer Saisonstart für die SuperSportler aus Pretoria. Drei zu vier daheim gegen die Krabbe verloren.
Gegen die Studentenvereinigung, Zoi Di Berga Pii setzte es für die eigentlich heimstarken Fußballer von Massai Uno einer der wenigen und darum so verhassten Heimniederlagen. Auf der Hausparty der pöbelnden, saufenden, gröhlenden Studenten der einstigen Wits University wurde Uno schön mit dem Kanupaddel vermöbelt. Oder war‘s ein Kajakpaddel? Egal. Mit zunehmenden Genuss von Alkohol war das eh vergessen und Uno zeigte das, was er am wenigsten kann: Mengen an Alkohol trinken und Taktieren. Aber egal. Südafrika ist geil. SSU ist geil. Uno ist geil. Alles ist geil. Außer Zoidberg.
Denn eines ist klar: In der nächsten Saison wird das Loftus Versfeld ein reines Kampffeld, auf dem um jeden Punkt gefightet wird. Die 30. Saison wird die schwierigste unter Massai Uno sein. Dort wo einst Paraguay und Japan im Juni erst im Elfmeterschießen den Sieger bestimmen konnten, wird es spannendes Gebolze geben, so verspricht es zumindest Trainer Uno. Der
WM-Rasen wird das wohl nicht lange aushalten. Da macht vielleicht die Verpflichtung eines Greenkeepers Sinn. Auch wenn es irgendsoein Dreikäsehoch ist.
* Wir sind uns der Tragik dieses Schlagzeilen-Witzes bewusst und dass die Hürde des guten Geschmacks spätestens seit dem heutigen Artikel in Australien übertreten worden ist. Aber scheißegal, uns fiel einfach nix Besseres ein.
Die südafrikanische Erfolgsserie wird nach 573 Folgen endlich abgesetzt. Trotz Fanprotesten, die fanatische Ausmaße annahmen, sah sich der Fernsehsender SuperSport dazu gezwungen die beliebte Echtzeitkrimiserie rund um den Trainer von SuperSport United, Massai Uno, aus dem TV-Programm zu streichen. Die sei zwingend nötig, um den Umgestaltungsprozess von SuperSport weiter voranzutreiben, der eine Konzentration auf das Kerngeschäft zum Ziel hat. Dies sind die zwei Geschäftsfelder Sportfernsehen und Profifußball mit SuperSport United FC. Warum allerdings der Quotenrenner 24 aus dem Portfolio gestrichen worden ist und nicht das stagnierende Geschäftsfeld Profifußball ist selbst Branchenkennern nicht klar.
Es sieht schlecht aus für SuperSport United. Das ambitionierte Saisonziel ist in Gefahr. Es sind schon fünf Punkte Rückstand auf den ersten Platz, der das Saisonziel der sympathischen SuperSportler bedeutet.
Okay, das ist jetzt wirklich keine neue Nachricht. Dass die Meisterschaft heuer für SuperSport United nicht drin ist, war schon seit dem achten Spieltag klar. Die Aktualität und Bedeutsamkeit dieses Artikels tendiert also gegen Null. Aber was sollen wir machen? Wir verbrauchen verdammt nochmal das TK. Und da sind uns alle Mittel recht. Aber wir schämen uns ja schon ein bisschen…
So sieht wohl eine verkorkste Saison aus. Die erste Heimniederlage seit Menschheit Gedenken, das TK verpufft auswärts schneller als Geld, das in BP-Aktien steckt. Heuer steckt auch einfach der Wurm nur drin.
Und dabei fing die Saison so gut an. Bis eben zu diesem vierten Schlüsselspiel-ZAT. Der erste 2:1-Auswärtssieg seit Ewigkeiten für SSU, dafür aber auch die erste Heimniederlage seit Ewigkeiten für SSU. Es hilft alles Meckern
nix. Die Saison ist für SSU bei sieben Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze eigentlich schon zu Ende. Nach oben geht nichts mehr, nach unten eigentlich auch nicht mehr.
Wenigstens konnte sich Uno noch gebührend bei Yves für die Hinspielpleite bedanken und zerstörte nebenbei noch die verbliebenen Meisterschaftsfreuden der Dynamos. Wer sich nicht mehr über sich selbst freuen kann, kann das wenigstens noch über andere…
Es ist der Morgen nach einer - wie man bei uns sagen würde – Halligalli-Drecksau-Party. Das Vereinsheim, wo die Fete stattgefunden hat, ist ein einziges Durcheinenander mit kaputten Gläsern, noch brennenden Stühlen und überall halbtote Alkoholleichen. Die Partys auf der Playboy Mansion oder die Betriebsausflüge des Aufsichtsrat von Siemens sind ein lächerlicher Witz dagegen.
Irgendwo in dem Getümmel wacht ein Mann auf. Er liegt in den Armen einer älteren Frau. Nackt. Langsam, als er an der Kante seines Bettes sitzt, wird ihm die Tragweite seines gestrigen Handelns bewusst. Unter dem Einfluss von Bewusstseins störenden Mittel hatte er eine wilde Nacht mit einer über siebzig Jahre alten Frau erlebt. Er fühlt sich schuldig und ekelt sich seinerselbst. Schließlich ist er ja eigentlich glücklich verheiratet. Er schaut sich um, sieht niemanden außer sich und der rüstigen Lady, zieht seine Sachen notdürftig an und öffnet leise die Zimmertür.
Ein nach Ying und Yang geteilter Split-Screen:
Im Ying: Ein schlecht und wohl zu
schnell angezogener Mann öffnet die Tür eines Zimmers und sucht sich vorsichtig tapsend und schleichend einen Weg durch das Chaos und den schlafenden Alkoholleichen auf dem Boden…
Im Yang: Einige hundert Meter abseits des Vereinsheims wacht ein anderer Mann auf. Wieder mal nackt. Keine Panik, das war sicherlich keine Nudisten-Party von Walter Fotzenhobel…
Der Mann wacht auf und wird sich umgehend seiner Nacktheit bewusst. Er liegt mit dem Gesicht nach unten in einer Wiese. Er setzt sich auf und schaut sich um. Aber weit und breit keine Kleidung. Er bemerkt einen grünlichen, triefenden, geruchslosen Schleim an seinem Körper, der sich nur schwer von ihm lösen kann. Er spürt einen seltsamen, stechenden Schmerz in seiner Magengegend. Was ist um Himmels willen passiert? Er kann sich an nichts erinnern. Plötzlich ein Lichtblick in seinem dunklen Rest an Erinnerungen, die nicht von Filmrissen befallen sind. Er liegt auf einer Liege, das Licht blendet ihn und eine seltsame Gestalt schaut ihn von oben an. Für ihn gibt es keinen Zweifel. Er ist von Außerirdischen entführt worden…
The following takes place between 0:47 PM and 2:46 PM.
"...I'm SuperSport United Trainer Massai Uno. And this... is the longest day of my life.”
Previously on 24: Massai Uno wacht verspätet auf und muss angesichts einem Meer von rosa Post-it’s die Ernsthaftigkeit seiner Beziehung in Frage stellen. Der Präsident hat ihm eine Aufgabe auferlegt, von der er nicht den Sinn verstanden hat und sein bester Spieler hat sich das Bein gebrochen.
Anmerkung d. Red.: Im letzten Artikel war davon die Rede, dass sich Uno und Isda Amanda um 12:50 treffen. Das ist falsch, 13:20 ist die richtige Uhrzeit. Oder for the English speaking people: 1:20 PM.
0:47 PM: Na toll, was habe ich mir da nur eingebrockt. Jetzt stehe ich mit Wunderstürmer Ba vorm Auto und muss ihn nach Johannesburg zu Papa Voodoo fahren und mich gleich danach noch mit Isda Amanda treffen. Und das Alles mit dieser Schrottlaube von meiner Freundin? Ich ruf mal Mannipfennich besser an. „SSU, Mannipfennich“ „Hey Nina“ „Hey Jack“ „Seit wann heiße ich Jack?“ „Seit wann nennet sie mi Nina? Für Sie bin i immer noch s Fräulein Mannipfennich“ „Weiß nicht, was mich da grad geritten hat. Okay, okay. Können Sie mir einen Dienstwagen bereitstellen?“ „Spinnet Se? Des kann i nedde mache. I han nur zwei Dienstwagen. Der oane gheert em Chef un der andere ihrm Assi.“ „Das ist doch ein Witz, oder?“ „Noa, Anweisung von obbe“ „Von mir aus. Tschüss, Nin, äääh, Miss Mannipfennich!“ „Joa, tschüss!“ Also rein mit ihm in den Corsa Baujahr 1993 und ab nach Johannesburg. Kann ja nicht lange dauern. Die Straßen sind frei und ich hab gut 20 Minuten Fahrtzeit. Da müsst ich locker um 1:10 PM? AM? SM? Ach keine Ahnung. Packen werd ich das auf jeden Fall. Auf geht’s… (Der Motor heult auf und unter arhythmischen Bewegungen beginnt der Corsa sich fortzubewegen, wenn man es denn so nennen kann…)
1:47 PM: Ja genau. Hat ja super mit der Zeit hingehauen. LMAA. Der Termin mit Isda Amanda geht vor, sorry Papa Voodoo. Aber was mache ich jetzt mit diesem Wunderstürmer Ba aus… Ja, wo kommt der denn her? Simbabwe? Mozambique? Kuala Lumpur? Ach egal, der muss halt jetzt im Auto bleiben bis das Gespräch mit Isda fertigt ist.
Ein von links oben nach rechts unten diagonal geteilter Split-Screen:
Im linken Eck: Uno erklärt Ba, dass er warten muss. Der Stürmer schaut ihn verständnislos an. Uno verspricht Ba daraufhin ein Eis. So lässt es sich gleich viel besser warten.
Im rechten Eck: Eine Person versteckt sich hinter einem Auto auf dem Parkplatz des Spotz und beobachtet Uno und Ba.
So, also rein mit mir ins Spotz. Aber erstmal noch die Fenster des Corsas einen Spalt
offen lassen. Nicht, dass ich noch ne Klage wegen Vernachlässigung meiner Obhutspflichten an der Backe hab. Das hätte mir gerade noch gefehlt. Komischer Schuppen, dieses Spotz. Noch nie davon gehört, aber die Frauen hier sehen gut aus. Hehe. Vor allem die auf den Tresen. Die rothaarige sieht scharf aus. Und gefährlich. Mit der will ich mich nicht anlegen. Oder vielleicht doch? Hehe. Setz ich mich mal und warte. Ich bestelle ein BIER. Ich bin durstig und winke den Barmann her. „Einen BIER bitte!“ „Zambezi?“ „Sowas haben Sie hier? Wollen Sie mich verscheißern? Castle natürlich!“ Ich hasse diesen billigen Import-BIER. Das Handy klingelt. „Uno?“ „SSU, Mannipfennich“ „Hi Nin…, ähh, Miss Mannipfennich!“ „Grüß Gott. I wollt se um ebbes bitte. Dr Präsident bräucht noch zwo Päckle Kaffe. Vonner Marke Tschibo Gändelmäääns Dilaid. Schaffet se des?“ „Ich hab hier eigentlich was zu tun, Miss Mannipfennich.“ „Aber des wär scho dringett, wisset se.“ Dumme Kuh, soll sie doch zum Supermarkt um die Ecke. „Es geht wirklich grad nich.“ „Ach kummet se. Der Herr Präsident bräucht ihn jetzt dringett“ „Nein.“ Ich lege auf, dass ist mir wirklich zu dumm. Oh, die Rothaarige bewegt sich lasziv tanzend auf mich zu. Oh man, ist es nur mir so heiß, oder ist hier drin irgendwo ein Vulkan versteckt? Vielleicht in meiner Hose?
„Uno?“ „Ja. Isda Amanda?“ „Ja, der bin ich.“ DER? Hab ich grad richtig gehört? „Sie wissen ja um was es geht, oder?“ „Ja natürlich. Aber können Sie es noch mal für mich zusammen fassen?“ „Von mir aus. Ihr Vereinspräsident hat mich ja schon für meine Dienste bezahlt. Dieses Mal leider nur verbaler Art.“ Hat sie, er, es mich gerade angezwinkert? Das ist ja so verwirrend. „Ok, schießen Sie los“ „Ich sollte für Ihren Auftraggeber herausfinden wer die zweite Person auf dem kompromittierenden Bild ist. Ich habe es herausgefunden. Und bin ehrlich gesagt ein bisschen schockiert, dass Sie nicht selber auf die gute Dame gekommen sind. Sie hatten ja schon mal mit ihr zu tun.“ Bild? Welches Bild? Oh man, der Minirock von Isda ist tödlich. „Ja?“ „Also…“ Isda überschlägt die Beine in Sharon-Stone-Manier. Ich kann nicht wegschauen. Mir wird übel und ich verliere die Besinnungslosigkeit.
Ich öffne langsam die Augen. Warum liege ich alleine in irgendeiner Gasse in meinem eigenen Erbrochenen? Wie lecker. Ich trotte mal zurück zu meinem Wagen. Doch was ist da los? Die Scheiben sind eingeschlagen. Das sehe ich ja von hier… Und Ba ist nicht mehr da. Oh man. Das darf doch nicht wahr sein…
Algerien, damals wie heute ein Land, in dem sportlich die Langeweile regiert und in dem die Presselandschaft genauso interessant ist wie die Zehennägel vom Markert Florian, ist auf dem Weg nach unten in den Kaffeesatz der afrikanischen Nationen.
Viel ist nicht mehr übrig geblieben von dem Glanz des Landes aus dem Norden Afrikas. Mit einer kaum auszuhaltenden Arroganz holten die Afro-Fighter rund um El Fluppe, Donkey Kong, usw. internationale Titel am Fließband und machten Algerien zu der damaligen Nummer Eins in Afrika. Auch der Disput zwischen den beiden spinnefeinden Ländern Südafrika und Algerien nahm kurz vor dem Breakdown an Fahrt zu. Algerien war eine boomende Copa-Nation. Doch das war einmal. Viele der damaligen Trainerkoryphäen haben den Weg zurück zu Copa nicht mehr gefunden oder haben sich weise wie sie sind in anderen Ländern (beispielsweise
Südafrika) eine Anstellung gesucht. Und wurden glücklich.
Sie hinterließen aber Schutthäufen, brennende Häuser und verarmte, ausgemergelte Trainerkollegen. (Man denke sich den obligatorischen Dornenball, der durch eine verlassene Westernstadt durchs Bild fliegt...)
Warum also nicht – so dachte sich Massai Uno bei einem kühlen Castle – die Liga schließen und den verbliebenen Trainern eine Anstellung am Kap in Südafrika anbieten? Wer sich beeilt, bekommt noch einen der wenigen freien Vereine in der zweiten Liga Südafrikas. Und wenn der Ansturm groß genug ist, kann sich ja Spielleiter Andre überlegen eine dritte Liga zu eröffnen. Hat auch seinen Charme. Dann wäre Algerien auch in Wirklichkeit endlich die dritte Liga Südafrikas. Vom Können her müsstet ihr Algerier das hinbekommen. Also, wer hat Lust auf einen Wechsel?
The following takes place between 11:47 AM and 12:46 AM.
"...I'm SuperSport United Trainer Massai Uno. And this... is the longest day of my life.”
Previously on 24: Massai Uno wacht verspätet auf und muss angesichts einem Meer von rosa Post-it’s die Ernsthaftigkeit seiner Beziehung in Frage stellen. Die zu seinen Spielern genauso. Die hören nämlich nur auf seinen Co-Trainer. Und mit dem Präsidenten steht er eh im Clinch, denkt er zumindest.
11:47 AM: Da stehe ich nun hier also im Büro vom Vereinspräsidenten, meine Kündigung schon förmlich in Sichtweite. Aber hey, so leicht lasse ich mich hier nicht wegätzen. „Hallo Herr Uno, wie war das Training?“ „Ganz okay. Der Ba macht nen guten Eindruck. Der schießt Tore wie am Fließband“ Ich hasse Small Talk. „Ja, der ist schon gut. Ohne den würde es bei uns mies ausschaun.“ „Ja, da haben Sie wohl recht.“ „Sie wissen ja, warum ich mit Ihnen sprechen will…“ Nein, eben nicht. Letztes Mal bin ich in Gedanken abgeschweift als er mir es erzählen wollte. Das ist echt ein Problem von mir. Ich sollte besser zuhören. Aber egal, ich kenne den Sachverhalt ja sowieso. Der will mich canceln. Oh, der redet ja immer noch. „… und genau deswegen brauche ich Sie. Das sehen Sie doch ein, Uno, oder?“ Scheiße. „Ja natürlich.“ Warum braucht der mich jetzt? Wollte der mich nicht feuern? Mist, ich muss zuhören. Ich lasse mich so leicht ablenk… Oh ein Vögelchen am Fenster. „… verstehen Sie Uno?“ Fuck, fuck. „Ja natürlich.“ „Werden Sie mir weiterhelfen?“ „Ähm, ja, wie genau sieht meine Aufgabe aus?“ Die Augenbrauen des Präsidenten zucken nach oben. Er scheint erstaunt zu sein. Und die Brauen könnte er sich auch mal zupfen lassen. Theo Waigel lässt grüßen. Ein dreigeteilter Split-Screen:
Links oben: Der Präsident schaut Uno entgeistert an.
Links unten: Beim Waldlauf stolpert der Topstürmer von SuperSport United FC, Mhtongbwelele Ba, über eine Wurzel. Sein Blick ist vom Schmerz verzerrt. Rechts: Unos Freundin steht vor der Tür eines schäbigen, herunter gekommenen Motels. Ein leicht bekleideter, attraktiver Mann öffnet ihr die Tür.
„Ähm ja, Uno. Wollen Sie einen Kaffee? Sie sind ja noch nicht lange wach…“ Ach jetzt komm, man
darf doch auch mal verschlafen. Und zuhören ist eh nicht mein Ding. „Ja, is ne gute Idee.“ Der Präsident drückt einen Knopf auf der Gegensprechanlage und bittet Miss Mannipfennich herein. Er hätte auch einfach aufstehen können und den Kopf aus der Tür strecken können. Jaja, als Präsident eines südafrikanischen Klubs lebt es sich gut. „Also, die Gründe kennen Sie ja…“ NICHT. „… warum Sie diese Aufgabe für mich erledigen sollen. Treffen Sie sich bitte um 12:50 im Nagelstudio mit der Kontaktperson…“ Miss Mannipfennich, die Sekretärin mit schwäbischem Migrationshintergrund tritt herein und serviert Kaffee. „Herr Uno, was wollet se zu ihrm Kaffe? Zucker? Milich?“ „Ein Stückchen Zucker, bitte“ „E Stückle Zucker, alles klar. Und Sie, Herr Präsident? Wieder ihrn Expresso.“ „Ja, danke. Das wärs schon, Miss Mannipfennich“ „Schoa recht. Bevor i’s vergess, Herr Uno. Doa hat oaner vom Affe oder so angrufe.“ „A-v-A-E“ „Von mir aus. Der han mir halt gsacht, dass der Termin vorverlegt worre isch uff Dreiviertel zwei.“ „Okay. Ich habs verstanden. Dankeschön“ Miss Mannipfennich verlässt den Raum.
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Uno und der Präsident trinken Kaffee. Unos Handy klingelt. „Hey Uno, ich bins.“ „Ja, ich doch auch.“ Dieser dämliche Co-Trainer. „Der Mhtongbwelele Ba hat sichs Bein beim Waldlauf gebrochen.“ „Oh scheiße. Ausgerechnet der Mhtockbe… Mhtozu… Mhtongbi… Der Ba.“ „Wir sind am Arsch, Uno“ „Ja.“ „Was sollen wir machen?“ „Schick ihn mal zu Papa Voodoo. Vielleicht kann der was richten.“ „Das ist doch ein Witz, oder?“ „Nein.“ „Und wie kommt der dahin?“ „Ich nehm ihn mit. Muss eh gleich nach Johannesburg.“ „Okay. Tschüss.“ „Tschüss.“ „Der Mhtozilili, ähh, Mhtongbala, ääh, der Ba hat sich verletzt. Beinbruch. Ich schau mal was ich machen kann. Herr Präsident.“ „Alles klar. Sie wissen ja was zu tun ist. Gehen Sie ins Nagelstudio und sprechen Sie mit Isda Amanda. Die wird Sie dann weiter instruieren.“ „Alles klar“ „Viel Glück Uno. Vermasseln Sie es nicht“ „Niemals.“ Was für ein beschissener Tag. Kann der nicht den Co-Trainer da hin schicken…
Eigentlich wurde arrogant wie man ist von SSU das Saisonziel Meisterschaft ausgegeben. Aber damit ist es nun auch schon zu Ende. Drei bittere Pleiten musste SuperSport im Laufe der Saison hinnehmen. 3:5 gegen die Dynamos, 5:2 gegen Santos FC und nun eben das äußerst bittere 6:4 bei den African Wanderers. Viel TK verbraucht für 0 Punkte. Um genau zu sein 9,6 TK einfach so die Toilette herunter gespielt. Da bringen die anderen, fuxxigen Siege (ungewohnt für Uno) mal gar nichts. Wir können schon jetzt froh sein, wenn am Ende wieder ein Platz unter den Top 6 rausspringt. Dem Gesetz der Serie nach müsste jetzt Platz 7 an der Reihe sein…
Aufgrund eines weiteren Specials zu Ehren der Lena Meyer-Schlandrut wird die Ausstrahlung der neusten Folge der allseits beliebten 24-Reihe um etwa eine Woche verschoben. Es folgt eine Live-Reportage mit und über Lena über ihr bisheriges Leben, ihre Film-Absichten, ihr Abi, ihre Lieblingsfarbe, ihre Aussichten auf das Bundesverdienstkreuz, ihre Chancen auf eine WM-Nachnominierung für Schweini, pardon Herr Schweinsteiger, usw. Seien Sie gespannt.
Aufgrund der WM können wir Ihnen jetzt aber noch kein genauer Sendeplatz nennen. Schließlich gehen die deutschen Qualitätssendungen Waldis WM-Studio und Knops Kult-Liga in solchen Fällen verständlicherweise vor. Wir bitten um Ihr Verständnis.
The following takes place between 10:47 AM and 11:46 AM.
"...I'm SuperSport United Trainer Massai Uno. And this... is the longest day of my life.”
10:47 AM: Okay, okay. Der Tag ist ja bislang wirklich nicht gut verlaufen. Erst schiebt meine Freundin Stress, dann muss ich mit ihrer [zensiert] ins Geschäft zur Arbeit fahren, finde natürlich keinen Parkplatz, muss im überteuerten Parkhaus um die Ecke parken und dann lege ich mich noch mit dem Chef an. Ich bin mal gespannt, was der von mir später im Vier-Augen-Gespräch in seinem Büro will. Kündigen werde ich hier nicht. Die fette Abfindung lass‘ ich mir nicht nehmen. Na ja, egal. Jetzt mal wieder den Macker auf dem Platz raushängen lassen. Die Spieler sollen ja schließlich erkennen, wer hier der Chef ist. „Hey Cheffe, ich lasse die Spieler grad ein kleines Trainingsspielchen machen. Stamm-Elf gegen Bankdrücker. Was wollte der Präsi von dir?“ Typisch Co-Trainer. Naseweiß, wo es nur geht. „Ach nix. War heute nicht Waldlauf auf dem Trainingsprogramm?“ „Es ist immer Waldlauf bei dir auf dem Programm, Uno.“ „Ist doch nix verkehrt dran. Die Spieler müssen ne gute Ausdauer haben.“ „Wofür? Wir haben die beste Ausdauer der Liga?“ „Joa, aber für 120 Minuten muss die Kondition auch reichen“ „Wann haben wir jemals ein Spiel über 120 Minuten gespielt? International fliegen wir doch immer in der Vorrunde raus?“ „Dieses Jahr nicht“ „Okay.“ Ein vertikal zweigeteilter Split-Screen:
Links: Massai Uno richtet das Wort an seine Spieler und sagt ihnen, dass das Trainingsspiel zu Ende sei. Keiner reagiert, alle spielen weiter. Uno wird laut. Murren unter
den Spielern. Der Kapitän geht zum Co hin und fragt „Stimmt das?“ „Ja, Waldlauf ist angesagt“ „Schon wieder?“ „Ja, Herr Uno will das so“ „Sie würden das auch so machen?“ „Ja.“ „Okay. Los Leute, Waldlauf!“
Rechts: Unos Freundin geht in einer Modeboutique einkaufen und zückt an der Kasse selbstbewusst, schelmisch grinsend die American Express, die auf den Namen Massai Uno läuft.
Warum hören die Spieler eigentlich nie auf mich? Der Co wird bei jedem Scheiß gefragt, ob das so in Ordnung geht, was ich mache. Was soll's. Ich muss jetzt hoch zum Präsi.
Werbung: Ein Johannes B. Kerner in Schwarz-Weiß erscheint im Vordergrund. Der Hintergrund ist weiß. Er spricht. „Also mir wäre ein bisschen mehr Öl und weniger Umwelt lieber“. Nun erscheint Philipp Lahm. Kaum sehbar, weil so klein, aber er ist da. „Also meine Meinung zu BP ist eine gute, weil ich jeden Tag bei einer von deren Tankstellen tanke“ Nazan Eckes. „Mit dem BP-Sprit ist es wie mit einem Typen. Es geht nicht mit, es geht nicht ohne.“ Fabian Hambüchen macht einen Handstand und spricht: „Der Golf von Mexiko ohne BP-Öl ist einfach verdammt öde und langweilig. BP – Beyond Petroleum.
Ich öffne die Tür zum Vorbüro vom Präsidenten. Ich sehe Miss Mannipfennich, unsere schwäbische Austauschsekretärin sitzen. Sie tippt. Als sie mich sieht, lächelt sie und sagt: „Ah Grissgodd Herr Uuuno, Sie kennet scho hinei. Dr Herr Pressident erwardet se scho.“ Ich grüße ihr zurück und öffne die Tür. Ich bin gewappnet für den Kampf.
The following takes place between 8:47 AM and 10:46 AM.
"...I'm SuperSport United Trainer Massai Uno. And this... is the longest day of my life.”
8:47 AM: Wake up in the morning feeling like P Diddy. Put my glasses on, I’m out… Ehhh Moment mal! Wieviel Uhr ist es eigentlich? 8:47 Uhr? Oh Scheiße. Schon wieder verschlafen. Kann doch nicht wahr sein. Wofür hat man denn eine Freundin, die einen jeden Morgen weckt? Ah... was ist das? Ein handgeschriebenes, rosa Post-it auf der Anrichte? „Aufwachen, Schatz!“ steht drauf. Frauen… Na ja, was soll’s! Kurze SMS an den Co-Trainer „Sorry, hab verschlafen. Mach du das Training erstmal“ Jetzt erstmal ein kurzes Frühstück, dafür muss die Zeit reichen. Zu spät bin ich ja so oder so. Kaffee, mein allmorgendliches, erquickendes Lebenselixier. Wie? Da klebt ja schon wieder ein Post-it. Dieses Mal auf der Kaffeemaschine. „Kaffee ist Alle!“ Das darf doch nicht wahr sein. Ah! Eine SMS. Vom Co-Trainer. „Schon wieder? Beeil dich aber. Präsi schaut heute mal zu.“ Ausgerechnet heute ist er mal nicht zum Golfen oder zum Frühschoppen. Na toll, dann muss Frühstück heut halt mal ausfallen. Ab ins Auto…
… Ach was soll denn das schon wieder? Wo ist mein A6? Und warum klebt auf dem Corsa Baujahr 1993 ein rosa Post-it? „Schatz, ich hab den A6 genommen“. Ach nee. Was ist eigentlich mit der los? Hab ich ihren Geburtstag vergessen? Valentinstag? Keine Ahnung, ich glaube, da muss ich mal ein Wörtchen mit ihr reden. Morgen oder so…“
9:47 AM: Angekommen. Selten so lange für 15 km gebraucht. Erstmal war der Tank fast leer. Das einzig
Verwunderliche daran war ja nur, dass kein rosa Post-it auf dem Tankverschluss war. Dann sind nach Kilometer Sieben nacheinander Gänge 4 und 3 kaputt gegangen. Na toll. Natürlich war kein Parkplatz mehr auf dem SSU-Vereinsgelände mehr frei. Warum gibt es für mich keine Parkplatzreservierung, aber für meinen Co-Trainer schon? Direkt neben dem Parkplatz von El Presidente? Na ja, egal. Halt ins Parkhaus um die Ecke gefahren und für 10 Rand ein Ticket geholt. Keine Ahnung wie viel Geld das ist, aber das ist auf jeden Fall ne Menge Bier.
Also rauf auf den Platz. Mal den Spielern zeigen, wer der wirkliche Star hier ist. „Ah da sind Sie ja, Herr Uno“ Oh nein, diese Stimme kenn ich nur zu gut. „Guten Morgen, Herr Präsident. Auch mal wieder beim Training zuschauen?“ „Was soll das heißen?“ „Nix, ich meine ja nur.“ „Was?“ „Ähm ja, nix eben. Gut, dass Sie sich auch mal wieder um die sportlichen Belange von SSU kümmern.“ „Aha?“ „Ja, Fußball ist doch ne Ecke komplizierter als Golf oder BWL“ „Soso, trainieren Sie mal lieber unsere Spieler. Und denken Sie an ihre Vorbildfunktion. Sie wissen ja, dass Herbie in solchen Belangen nicht nur eine Integrationsfigur für die Spieler…“ Scheiße, ich konnte ja einfach nicht den Mund halten. Jetzt kommt wieder der Herbie-Vergleich. Logisch, dass ich da nicht bestehen kann. Na toll. Oh, er redet ja immer noch weiter… „… und genau deswegen will ich Sie nach dem Training zum persönlichen Gespräch im Büro bei mir sehen. Also bis dann.“ Das gibt sicherlich eine Standpredigt… Der Tag ist eh schon gelaufen…