Und abermals dürfen wir uns über eine erneute Ausgabe der Finnisch-für-Anfänger-Reihe erfreuen. Der ganz und gar nicht altruistische Sympath Count van Lezz steht auch schon in den Startlöchern und scharrt wie eine Henne, die einen dicken, glibbrigen Regenwurm gesehen hat, aufgeregt mit seinen Krähenfüßen.
Die heutige Vokabel wurde aus gegebenem Anlass extra für den Trainer vom FC Kiffen 08 ausgewählt:
taskulamppu = Taschenlampe
Count van Lezz: „Im
Tabellenkeller ist es dunkel. Wie in so gut wie jedem Keller. Dunkel und kalt. Und fahl. Ähh, nein, das ist was anderes. Finnland ist ja nicht Vancouver. Also auf jeden Fall wird sich der Lutscher glaub ich darüber freuen, wenn er um dieses Wort Bescheid weiß. Weil in solchen niedrigen, kalten, dunklen, schimmeligen Tabellenregionen wird er noch eine längere Zeit verweilen. Ich merk mir das Wort dagegen gar nicht mal. tasku-waaas? Hehe. Der AC Oulu außerhalb der Top 5? Undenkbar! Der FC Kiffen o8 außerhalb der Top 5? Standard!“
Heute folgt mal wieder ein Teil der neuen Finnisch-für-Anfänger-Reihe. Wie bei der Premiere wird wieder ein finnisches Wort vorgestellt, das im alltäglichen Sprachgebrauch als bedeutsam angesehen wird. Anschließend gibt der finnische Startrainer Count van Lezz seinen Senf dazu ab.
Passend zum zweiten ZAT lernen wir heute ein Wort kennen, dass die Spieler des AC Oulus im Vereinsheim an dem Abend nach dem Heimspiel gegen Atlantis Helsinki geschätzte 354 Mal gesagt haben:
Kippis! = Prost!
Count van Lezz: "Ja, so ist das. Aber wir stoßen hier natürlich nur mit Vodka an. Sind ja
schließlich hier in Finnland und nicht in Deutschland, Schweden oder Russla..., ääääh jaaa! Kippis ist ein wichtiges Wort, ganz klar. Das ist sicherlich das Wort, das ich am siebthäufigsten benutze. Gleich noch vor „kukkakaali“ und nach „taskulamppu“ (Anm. d. Red.: Beide Wörter werden im Laufe der Serie noch vorgestellt). Aber es ist ja klar, dass ich meine Spieler nach so einem furiosen Heimsieg ihnen abends ihren Spaß gönne. Das ist doch selbstverständlich. Die Spieler müssen eine Einheit sein. Und das geht am besten über den Alkohol. Eines der besten Bindungsmittel, die es gibt."
Tja, auch der Count kann durch gegoogelte finnische Übersetzungen bestechen. Aber nicht nur das! Er sieht es sogar als seinen persönlichen Bildungsauftrag in Finnland an. Ein jeder Trainer in Finnland müsse auch Finnisch können. Einen zweiten van Gaal brauche hier keiner, so der Count.
Und genau deswegen lernen wir nun das erste finnische Wort aus der „Finnisch für Anfänger“-Reihe:
Kahvipaussi = Kaffeepause
Also wenn ein finnischer Fußballtrainer nicht diesen Begriff in seinem Vokabular hat, dann ist im wirklich nicht mehr zu helfen. Was gibt es schließlich Wichtigeres? Die Kaffeepause ist ein Element der deutschen Arbeitskultur und dient besonders
zum Kontakte knüpfen („Ach, du hast auch ne Latte?“) oder um wichtige berufliche Angelegenheiten zu klären („Du Bernd, den Quartalsbericht schaff ich heut nimmer!“).
Für die Linguistiker (Nein Lutscher, das ist nix zum Essen...) unter uns sei gesagt, dass "Kahvipaussi" ein Germanismus ist und somit aus dem Deutschen ins Finnische übernommen worden ist.
PS: Okay, für heute erreicht der Zeitungsartikel zwar keine epischen Längen, aber immerhin wird er wohl zweispaltig sein. Die Kolumne werden wir mit dieser Menge und Fülle an Zeichen aber sicherlich ein weiteres Mal um Längen schlagen. Wir sind hier ja nicht in irgendeinem Entwicklungsland wie Schweden…
Endlich sind sie wieder in der Heimat angekommen. Die erste Generation der Finnen, die vor dem Müllerschen Datenbreakdown dabei war die Veikkausliiga als europäische Topadresse zu etablieren, ist wieder zurück in der Heimat. Ein verschworenes, konspiratives Grüppchen von fünf Trainern erreichte es, dass nach zwei Jahren in Finnland endlich wieder Ballbetrieb aufgenommen wird und in Europa die Serben nicht mehr die alleinige Vormachstellung für unaussprechliche Vereinsnamen haben. Doch wer sind diese Fünf? Was hat sie damals ausgezeichnet? Welche Rolle spielen sie in der Gruppe?
Nachfolgend werden für die Neuankömmlinge in der Veikkausliiga die fünf Trainer der alten Generation vorgestellt und ihre Rolle in der Gruppe charakterisiert:
Pippo (3x Vizemeister, Trainer mit einer ruhmreichen Historie): Er ist der Beliebte in der Gruppe und somit der inoffizielle Führer der Gruppe. Er wird von Allen gemocht und die Sympathien gehören ihm. Das interessiert den Count ja aber eh nicht. Allein der Erfolg zähle. Und eben da hat der Count die Nase (noch) vorn. Trotz mehrfacher guter Saisons blieb Pippo das Glück verwehrt. Dabei hat er es eigentlich auch gar nicht mehr nötig, auf Titeljagd zu gehen, denn seine Vita liest sich immer noch eindrucksvoll. Er wurde dreimal Meister (2x Dänemark, 1x Griechenland), wurde Weltmeister und ist einfach eine richtige Trainerkoryphäe. Und er ist alt. Richtig alt. Er spielte schon in der Vorgängerliga der Veikkausliiga, der Dänemark/Finnland-Liga mit. Er ist seit der 10. Saison Copa treu geblieben. Böse Zungen (also der Count, d. Red.) meinen, er wäre schon im 1. Weltkrieg am Copa spielen gewesen und hätte damals mit Brieftauben die Zugabgaben abgegeben. Aber selbst damals wurde er nicht Meister in der Österreich-Ungarn-Liga, da ein NMR seinerseits glänzende Meisterschaftschancen zunichte machte (Die Brieftaube wurde von einer Kanonenkugel getroffen, d. Red.).
Count van Lezz (Meister in der 23. Saison, dienstältester Trainer, Besitzer einer Vodka-Destillerie in Pori): Er ist der informelle Führer der Gruppe. Dies kommt wohl aber eher daher, dass er auch der Schreihals der Gruppe ist. Er war am längsten in Finnland, konnte es miterleben, wie aus einem fußballerischen Entwicklungsland eine aufstrebende Copa-Nation wurde, deren Entwicklung erst durch den Müller Gerd gestoppt werden konnte. Er ist die selbstgefällige, egozentrische Karikatur einer Jeanne d’Arc. Im Gegensatz zu der Jungfrau von Orleans ist der Count nur auf seine eigenen Bedürfnisse bedacht und sich selbst am Nächsten. Passenderweise wurde er deshalb auch in Portugal als „finnischer Teufel“ von seinem Nachfolger bezeichnet. Lässt sich etwa durch seine reine Boshaftigkeit die Situation erklären, dass er seine erste Liebe Jazz Pori für die billig wirkende, aber zugleich aufreizende Mätresse AC Oulu verlassen hat? Auf jeden Fall darf man hier nicht zu viel Sportliches erwarten, hier gilt die Devise: Was zählt is', neben dem Platz.
Archiebald M(or) (Meister der 26. Saison, am längsten amtierender finnischer Meister aller Zeiten): Er ist der Tüchtige. Wenn einer durch konsequent gute Leistung in Finnland geglänzt hat (neben Pippo aber eben mit Erfolg), dann war es Archiebald. In der 23. Saison noch als Meistermacher des Count agierend, konnte er sich jede Saison ein bisschen mehr steigern und konnte schließlich in der 26. Saison sein Ziel erreichen: Meister der Veikkausliiga.
(Fader Beigeschmack: Durch den Müllerschen Breakdown wurde er um die Krönung einer perfekten Saison gebracht: Die Teilnahme an der europäischen Königsklasse, der Champions League) Auch abseits des Platzes wusste er zu begeistern: Vor Allem die guten, qualitativ hochwertigen, witzigen Artikel aus seiner Meistersaison sind noch vielen Altfinnen in Erinnerung geblieben. Ihm ist es auch zu verdanken, dass der Count zu einem Fan der Gabriel-Burns-Reihe geworden ist (Passt ja auch irgendwie, da geht’s um böse Sachen). In letzter Zeit ist es in der Zeitung etwas ruhig um ihn geworden. Das Sportliche ist ja auch viel wichtiger. So ein 15. Platz in Spanien bedarf schon viel Planung…
Semon Lehtola (Meister der 25. Saison, Portugal-Versager): Er ist der Opponent in der Gruppe. Er wäre viel zu Gerne der formelle Führer geworden, zog dann aber im direkten Schwanzvergleich mit dem Count den wesentlich Kürzeren. Wie übrigens in allen Belangen. In jeder Saison in Portugal musste er sich dem Count geschlagen geben. Tragisch das Ende der 28. Saison: Vor dem 14. ZAT blieb der Europa League Platz in den Händen des Finnen aus Helsinki, bis dann mit einem fabulösen ZAT der Count kurz vor knapp Lehtola um die Europa-Ambitionen brachte. Kein Wunder also, dass sich der finnische Überraschungsmeister aus der 25. Saison sofort seine sieben Sachen packte und ab nach Finnland geflüchtet ist. Mal schaun, ob der Wechsel richtig war und der Erfolg zurückkehrt (eher wird der KTP Kotka wieder Meister, d. Red.). Wir freuen uns schon auf jeden Fall auf die hitzigen Nokia-Duelle mit seinem verhassten Rivalen Count van Lezz.
Gabriel Garcia Marquez (UEFA-Cup-Halbfinalist, Royal League-Ausrichter): Er ist der Außenseiter der Gruppe. Gekommen aus dem Nix (sprich Holland, d. Red.) übernahm er in der 25. Saison den finnischen Meister FC Inter Turku. Dort konnte er sportlich von sich reden machen und trug maßgeblich zum Erfolg des finnischen Kreuzzugs in der UEFA-Wertung durch einen Halbfinaleinzug im UEFA-Cup bei. Doch so schnell wie er gekommen ist, verschwand er auch wieder. Der FC Valencia wurde frei, eine europäische Top-Adresse. Den Finnen blieb er danach aber als zuverlässiger Ausrichter der Royal League erhalten. Die Royal waaas? Richtig, die Royal League, der Wettbewerb, bei dem die Schweden jedes Mal ihre Grenzen aufgezeigt worden sind. Auf jeden Fall machte Marquez Alter Forum-Ego vor Allem durch viele, viele Wechsel auf sich aufmerksam und seit Kurzem auch durch eine schludrige Setzmoral in Sachen NMRs. Aufgrund der kurzen Zeit in der Veikkausliiga konnte er sich nie wirklich in der Gruppe integrieren, wird aber dennoch zu der alten Generation der Finnen dazu gezählt.
Darüber hinaus gibt es auch noch zwei weitere, aktive Trainer der alten Generation, die sich leider nicht mehr nach Finnland getraut haben. Selbige können aber dennoch getrost zu der Gruppe der Altfinnen dazu gezählt werden:
Carsi (Siebenfacher Serienmeister): Er ist der vermeintliche Sündenbock der Gruppe. Durch seine ständige Europapokalpräsenz ohne jeglichen Erfolg trug er dazu bei, dass Finnland in der Versenkung und der Bedeutungslosigkeit verschwand.
helmi (Please insert successes here): Dabei ist alles. Das Motto beschreibt den finnischen Trainer, welcher der Mitläufer in der Gruppe war, wohl sehr gut. Obwohl er sehr lange Trainer in Finnland war, konnte er nie eigene Duftmarken setzen und blieb immer artig im Hintergrund. Die große Bühne hinterließ er Anderen.
Wir befinden uns ein weiteres Mal in der internationalen Sporting-Universität in Lissabon. Der international anerkannte, selten kritisierte Professor Count van Lezz hält seine letzte Vorlesung zur copamundialen Setzlogik ehe er nach Finnland zurückkehrt und sich dort wieder auf seine zwei Standbeine, die Schnapsbrennerei und das Traineramt, konzentriert. Hören wir doch einfach mal rein…
„… und genau deshalb wird Mandelator in Südafrika mit seinen Arcadia Shepherds nie Meister werden. Ich wiederhole mich nie. Das müsste doch für alle soweit einleuchtend sein, oder?
Einvernehmliches Nicken und zustimmendes Murmeln im Vorlesungsraum
Okay, das freut mich zu hören. Die copamundiale Setzlogik wird allgemein als eine hohe Kunst und eine schwierige Wissenschaft angesehen; aber in diesem Fall ist es doch recht einfach.
Kommen wir nun zum letzten Thema meiner Vorlesung. Die Sechs zu Sechs. Auch Kniffel der Idioten, Bescheuertenbingo, Mandelator-Meister-Verweigerer, Scheißspiel, usw. genannt. Sie basiert auf einer abgewandelten Version des Gefangenendilemmas. Sie kennen ja diese Theorie aus anderen Vorlesungen hier an der Universität, beispielsweise der Kneipenzechologie. Da geht das Spiel ja auch Ähnlich: Soll ich zechen, oder nicht? Was passiert, wenn ich erwischt werde? Was, wenn einer meiner Kumpels nicht dicht hält?
So verhält es sich auch bei Copamundial. Gerade in der Zeit der letzten ZATs vor dem nahenden Saisonende, wenn jeder sein TK auf Teufel komm raus verschleudern will. Dann muss man sich mit folgenden Fragestellungen auseinandersetzen: Wo bekomme ich einen sicheren Auswärtssieg mit meiner Auswärts-Sechs? Wo ist es sehr wahrscheinlich, dass ich daheim mit Gegenwehr rechnen muss? What would Homo copamundialus do? Sie wissen ja Bescheid. Der allseits beliebte Copa-Spieler, der stets nach den Grundsätzen der copamundialen Setzlogik handelt, die sie ja noch aus der Eingangsveranstaltung kennen… Miesmütiges Grummeln im Raum.
Ja ja, genau. Die Grundfrage lautet: SEX or NOT? Setze ich die Sechs oder lasse ich es bleiben? Dies gilt erst einmal für den Auswärtsspieler. Setzt er die 6 und der Heimspieler auch die 6, dann ist der TK-Aufwand enorm gewesen und der Ertrag eher bescheiden. Gehen wir mal davon aus, dass es dem logisch denkenden Heimspieler klar ist, dass eine A6
wahrscheinlich ist, so wird er in den seltensten Fällen zwei bis fünf Heimtore setzen. Der Einfachheit wegen gehen wir in diesem Modell auch davon aus, dass der Heimspieler keine Eins setzt. Bei einer Auswärtssechs wären die 0,8 TK verschwendet worden. Eine höchst idiotische A5 ist schon allein deswegen auszuschließen, weil wir in unserem Modell von dem Homo copamundialus ausgehen. Und mal ehrlich: Wer jetzt noch ne A5 setzt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen… So ergeben sich also für die beiden Spieler folgende Alternativen: 0 oder 6.
Vier Spielausgänge wären daher wahrscheinlich: Der Auswärtsspieler verzichtet auf die 6 und der Heimspieler gewinnt 6:0. Vice versa, schenkt der Heimspieler sein Heimspiel ab und spart es für bessere Möglichkeiten in einem Auswärtssieg auf. Der Auswärtsspieler gewinnt 0:6. Dann gibt es noch den in Copamundial sehr unwahrscheinlichen Fall das beide abschenken und das Spiel 0:0 ausgeht. Dies wäre für beide Beteiligten die beste Lösung. Schließlich gewinnt der Auswärtsspieler ohne TK-Aufwand einen Punkt und der Heimspieler hat doch nicht die drohende Niederlage erleiden müssen. Beide haben sich achtbar aus der Affäre gezogen. Die vierte Variante ist am häufigsten vertreten. Welche bleibt noch übrig? Wer hat aufgepasst?
Keine Reaktion.
Ja richtig, (CvL seufzt, d. Red.) das 6:6. Beide geben nicht nach und müssen mit einem Aufwand von 4,8 bzw. 7,2 TK sich jeweils nur mit einem Punkt geschlagen geben. Tragisch, oder?
Mitnichten! Der Heimspieler ist selbst schuld, wenn er glaubt, dass er aus Eitelkeit, Stolz und anderen Gründen nicht das Heimspiel abschenken darf. Wir sind hier nicht im Sandkasten. Hier sollte es keine „Das ist meins! Finger weg!“-Mentalität geben. Aber mit dieser Meinung stehe ich wohl exklusiv dar. Genauso wie der Jähnig, wenn er behauptet er schreibe gute Artikel und sei ein guter Trainer. HAHA! Na ja, genug der Seitenhiebe.
Das war’s auch schon von mir. Ich hoffe, das Semester hat Ihnen soweit Spaß gemacht. Sie haben hoffentlich was dazu gelernt. Was ich allerdings bezweifle, hehe. Ich schicke Ihnen noch eine Mail mit Eingrenzungen des Stoffs (Anm. d. Red.: Die wird es nie gegeben haben…). Danke für Ihre Aufmerksamkeit. Viel Erfolg! Boa Norte, Boavista Porto!
Jaja, als Leser der portugiesischen Zeitungslandschaft hat man die Tage wenig Grund zur Freude. Ob es nichtssagende, leere Worthülsen sind, die mal eben als Überschrift herhalten müssen oder falsche Fakten gekonnt in einen Artikel eingebunden um ihn wissenschaftlicher dastehen zu lassen: Der elitäre Zirkel der portugiesischen Journalistik bekleckert sich wahrlich nicht mit Ruhm.
Allen voran Trainer Jähnig, der um es genau zu nehmen eigentlich gar nicht zum elitären Zirkel dazu zählen darf… Dieser hat auf jeden Fall mal wieder gekonnt sich seines abstrusen Sammelsuriums an hohlen, faden, sportbildesquen Überschriften bedient und nun zum gefühlt 423. Mal die „Woche der Wahrheit“ uns präsentiert. Na ja, immerhin hat er nicht das Klagelied von den
zuvielen Gegentreffern eingestimmt. Könnte er aber. Schließlich hat er die sechszehntmeisten Gegentreffer der gesamten Superliga bekommen. Buh, wie fies.
Auf der anderen Seite mit ungleich mehr Wortwitz steht der wesentlich lesenswertere Artikel von Paulo66, der in seinem Schreibeifer mal wieder ein paar Fakten verdreht hat. Erstens gehört Finnland keineswegs zu Skandinavien (allenfalls Fennoskandinavien) und zweitens war das 4-5 gegen Belenenses wirklich nicht die erste Heimniederlage für Paulo (2. Spieltag in Australien, d. Red.) in der Ära unter Andre, die sich übrigens „Copamundial.eu-Ära“ schreibt. Man sieht also: Paulo ist mal wieder fleißig damit beschäftigt diffuse Unwahrheiten zu verzapfen um davon abzulenken, dass er am Ende wieder mal Meister wird. Oder Capo.
Ruhig und bedächtig wie ein Dan Solo, der eine Fliege fixiert, die er im nächsten Moment angreifen und verschlingen will, wartet Count van Lezz auf seine Rückkehr ins gelobte Land.
Einen Hilferuf aus der Heimat kann man nicht einfach so ignorieren. Die Veikkausliiga würde zu dem jetzigen Stand nach zwei Saisons Pause wieder eröffnet werden und steht wieder ganz am Anfang. Mühsam hatten CvL und seine Komparsen die finnische, brach liegende Liga vor dem Copa-Breakdown aus der Rezession geholt und ihr zu einer Renaissance verholfen, die Ihresgleichen in
Copa sucht.
Es ist schon bitter. Ausgerechnet jetzt, wo sich der Count allmählich in Portugal wohl zu fühlen scheint und seinen Lebensmittelpunkt hierhin verlagert hat, muss er wieder zurück in die Heimat. Aber es geht eigentlich gar nicht anders. Er hat keine andere Wahl; zu sehr hängt er an dem Land, in dem er seine schönsten Zeiten als Trainer feiern konnte. Er verstehe sich jetzt als eine Art Trümmerfrau, die aus einem wenig attraktiven Land eine Adresse des guten Fußballs und des Spielspaßes in Copa formen wird. Das ist sein Traum, so Count van Lezz.
Dan Solo hat es wirklich nicht einfach im Leben gehabt. In seiner Kindheit nie geliebt, aus seinem Heimatland vertrieben, in seiner Wunschheimat Schweden verachtet und in Portugal verballhornt. Es ist nicht leicht ein Frosch zu sein.
Dan Solo kam als 432. Quappe in einer Pfütze in einer Seitengasse hinter einem kleinen Bordell im slowakischen Dubnica, in dem bärtige, wollüstige Frauen sich anbieten, zur Welt. Früh musste er schon erkennen, dass es das Leben nicht gut mit ihm gemeint hat. Seine 543 Geschwister kamen um als ein Lastwagen durch die Pfütze fuhr. Dan Solo hatte dabei viel Glück, dass er als erster seiner Geschwister schon komplett entwickelt war (bis auf einige Fehlbildungen am Körper) und konnte rechtzeitig vor dem LKW wegspringen. Ein
trauriges Schicksal: Er überlebte, musste aber mit anschauen, wie seine Geschwister keine Chance hatten und erbarmungslos, elendig verreckten. Ein grausamer, aber schneller Tod.
Was sollte nun aus ihm werden? Seinen Vater kannte er nicht. Seine Mutter war heroinsüchtig seit dem Moment als sie von einer Heroinspritze getroffen worden ist, als eine slowakische Nutte diese weggeworfen hatte. Sie fand ihr Seelenheil schließlich im Freitod, als sie sich einer in der Seitengasse verirrten Ente hingab.
Für den Frosch war es klar: Er musste fort von hier in das Land, in dem Milch und Honig fließen. Dort wo blonde, jungfräuliche Fröschinnen auf potente Frösche, wie er einer ist, nahezu sehnsüchtig warten. Er hatte ein Ziel. Seine Reise hat begonnen.
Es ist soweit. Die heiße Phase der Saison hat begonnen. Auch in Lissabon. Grund genug um mit alten Mustern zu brechen und eine neue Taktik zu fahren.
Die dritte, hässlichere Drillingsschwester des ungleichen, linguistischen Paares „Enttäuschung“ und „Enttauschung“, die Endtäuschung, hatte eine schwere Jugend hinter sich. Zwei Tage später mit der Nachgeburt der beiden Erstgeborenen als breiiger, deformierter Klumpen auf die Welt gekommen und fast schon versehentlich in die Mülltonne geworfen bzw. der Metzgerei an der Ecke angeboten, hatte das Leben keinen guten Start für die
Endtäuschung vorgesehen. Von den Eltern aus Ekel und Entsetzen schnell ans Heim abgeschoben, musste die linguistische Fehlgeburt von Heim zu Heim tingeln bis sie schließlich im wohlig-warmen Sprachgebrauch des versnobbten, aristokratischen, finnischen Syntaxphobikers Count van Lezz unterkam.
„Ganz recht meine Herren. Die Zeiten von Sporting Lissabon im grauen Mittelfeld der Tabelle sind vorbei. Jetzt greifen wir an und machen Estrela Altenheimadora den Titel noch abspenstig. Die Endtäuschung von uns wird die Enttäuschung von Paulo sein.“ Aha, so der sichtlich mit neuer Lebensfreude enttauschte Finne.
Es steht wieder an. Die Mutter aller Spiele. Die Geburtsstunde innigster Rivalitäten, der einzige Grund, warum es die A Bola gibt, das Highlight der portugiesischen Copa-Superliga: Das Nokia-Duell. Are you ready to rumble?
Die Verhältnisse könnten nicht unterschiedlicher sein: Sporting Lissabon hat sich nach dem Fall auf Platz 16 wieder rehabilitiert und stagniert auf einem soliden Mittelfeldplatz 12. Dagegen dümpelt Vitória Guimaraes abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz herum. Eine wahre Schande, was der Trainer Semon Lehtola dort verbockt hat. Aus einem gesunden Verein hat er innerhalb zweier
Saison zu einem maroden Verein mit katastrophalen Strukturen und desaströser Spielkultur gemacht. So wird das Nokia-Duell der beiden sich spinnefeinden Ex-Finnen schon zu einer Art Bewährungsprobe um den Platz auf dem Trainerstuhl von Guimares.
Blickt man in die letzte Saison zurück sieht man, dass die Existenzängste von Lehtola nicht ohne Grund sind. Kein einziges Mal konnte er gegen die von Count van Lezz trainierten Lissaboner gewinnen. So auch dieses Mal, verkündete van Lezz. „Aber auf der Siegesfeier nach dem Spiel ist er natürlich eingeladen. Da gibt’s wieder astreinen Poriner Vodka. Hehe.“
Unter der warmen Sonne Portugals räkelt sich Count van Lezz phlegmatisch und schläfrig auf der Liege auf dem Balkon seiner kleinen Finca. Dabei streifen seine Gedanken immer weiter ab bis er schließlich einschläft…
Hachja, da isser wieder der Frosch im Pool. Wie schön der doch in meinem Pool schwimmt. Und das nun schon seit vier Tagen auf der gleichen Stelle. Und auch noch aufm Rücken. Ich wusste gar nicht, dass Frösche das können. Vielleicht sollte ich ihn mal mit Solo bekannt machen. Dann können sie zusammen Rückenschwimmen… Oh wie warm das heut doch ist. Richtig wohlig warm. Das bin ich gar nicht mehr gewohnt. In Pori waren ja schon 15 Grad Grund genug um mit Shorts und oberkörperfrei einkaufen zu gehen. Irgendwie vermisse ich es ja schon. Lang, lang ist’s her. Ich kann mich aber noch
genau erinnern. Damals, als ich finnischer Serienmeister war. Der leidselige Pippo Abonnement-Vizemeister war und der aufmüpfige Semon immer knapp am letzten Spieltag den haarscharfen Klassenerhalt sich sichern konnte. Hach… Im schönen, warmen, sonnigen Finnland. Und Strandpartys gehalten hab und Palmen an der Ostsee. Schön war’s. Hier ist es aber auch schön. Kühle Bierchen trinken, die Sonne auf die Wampe scheinen lassen und einfach nur das Leben genießen. Zzz Zzz Zzz Apropos Alkohol, ich muss mal den Cafu im Krankenhaus besuchen. Ob der Magen auch richtig ausgepumpt worden ist. Hehe, die Portugiesen vertragen auch gar nichts... Aber was lese ich da... Wellnessurlaub. Bin ich ne rich bitch oder ne Cora Schumacher? Nene, wer braucht das schon... Wellnessurlaub? Eher Urlaub in Finnland… Zzzz Well that’s less wellness, leZzzz Zzz Zzz
Professor Doktor Count van Lezz lädt auf besonderen Wunsch wieder zu einer Vorlesung über die allgemeine Setzlogik des Homo copamundialus ein. Wie immer ist der größte Vorlesungssaal der internationalen Sporting-Universität brechend voll.
Guten Abend, Good Evening, Boavista Porto, ich freue mich, dass wieder so viele sich zu meinem Vortrag über die Copa-Setzlogik einfinden konnten. In der näheren Vergangenheit referierte ich ja schon über die sinnlos-dämliche Auswärts-Drei, die Auswärts-Eins und die Heim-Zwei. Nun ist es an der Zeit, Ihnen die Vorzüge der Auswärts-Null näher zu bringen.
Doch dafür müssen wir von ganz vorne anfangen. Wie wir alle wissen, hat ein jeder Spieler TK zur Verfügung. Doch dieses Torkontingent ist beschränkt. Die Volkswirtschaftler unter uns würden sagen, es ist ein knappes
Gut. Hehe, diese Büchernarren. Keiner braucht sie, doch sie sind da und werden ausgebildet wie Karnickel. Schließlich sind die VWLer von heute die Taxi-Fahrer von morgen. Eine teure Ausbildung, aber eine wichtige und für unsere Gesellschaft notwendige.
Wo waren wir stehen geblieben? Richtig das TK ist ein knappes Gut. Und genau deswegen muss man haushalten. Man kann ja nicht in jedem Spiel ein Tor setzen. Okay, man könnte es, aber dann wäre die Saisonendplatzierung klar. Na ja, und aus dem Grund ist es wichtig die Null zu setzen. Is ne recht einfache Sache, oder?
So das war’s auch schon wieder. Ich muss dann mal los. Ab nach Pori. Meine Geschäfte überprüfen, ich erzähle Ihnen das nächste Mal mal davon. Sie sind entlassen, lesen Sie bitte die Ausgaben 20 bis 30 der A Bola nach. Nächste Woche wird dann, ähem, ihr Wissenstand geprüft.
Werte Copa-Mitspieler, es ist an der Zeit, dass gute Zeitungsartikel bei Copamundial eine besondere Wertschätzung erfahren. Das Verfassen von guten, nein, exzellenten Zeitungsartikeln ist eine Kunst, die in den ganzen blauen, roten und gelben Sternen Copas unter zu gehen scheint. Das wäre doch sehr schade, da es einige Perlen und Schmuckstücke gibt, die es wert sind, dass man ihnen größere Beachtung schenkt. Sicherlich gibt es solche auch in England, dem proklamierten Mutterland des Rasensports und des Journalismus. Die Kombination beider gipfelt bekanntermaßen in copamundialen Zeitungsartikeln...
Genau für diesen Anlass wird ab März der Copa-Bleistift in Ehren vergeben. Für besondere Anlässe wie Zeitungsschlachten, aufeinander aufbauende Storys usw. wird in die Copa-Bar gegriffen und der Ohhhh Unglaubliche Zeitungs-Orden verliehen. Ist zwar alles nur virtuell, kann
dafür aber nicht mit dem Führerscheinverlust durch z.B. Überfahren einer roten Ampel mit Promille im Blut enden.
Wie kannst du teilnehmen?
Tja, das geht ganz einfach. Schreibe einen Artikel im kommenden Monat, der den hohen Ansprüchen genügen wird, und reiche ihn bei der Jurz (Skinny Norris, Vlad, Dugarry, Roque, Chrille) im Forum per Privater Nachricht oder im Spiel mit einer In-Game-Mail ein.
Wie wird prämiert?
Auch das geht relativ easy vonstatten. Die Jurz berät sich Anfang April über die eingereichten Artikel und nominiert 3- 5 Artikel für die große Endabstimmung im Forum. Dort kannst du dich auch beteiligen und für den deiner Meinung nach besten Artikel des Monats März abstimmen.
England ist nicht umsonst eines der ältesten und beliebtesten Länder Copas. Beweist es auch dem Rest der Welt und zeigt Allen mit dem Gewinn des BIERs, dass Schottland nur eine kleine, unbedeutende Kolonie im Norden ist...
... ware NICHT schwach wie eine Flasche leer! BIER gibt's immer!
Bon Giorno,
meine werten Copa-Mitspieler oder wie man bei uns in Portugal sagen würde "Boavista Porto!". Ihr stimmt mir doch sicherlich mit ein, dass gute Zeitungsartikel bei Copamundial bislang nicht genug Wertschätzung erfahren haben. Das Verfassen von guten, nein, exzellenten Zeitungsartikeln ist eine Kunst, die in den ganzen blauen, roten und gelben Sternen Copas unter zu gehen scheint. Das wäre doch sehr schade, da es einige Perlen und Schmuckstücke gibt, die es wert sind, dass man ihnen größere Beachtung schenkt.
Genau für diesen Anlass wird ab März der Copa-Bleistift in Ehren vergeben. Für besondere Anlässe wie Zeitungsschlachten, aufeinander aufbauende Storys usw. wird in die Copa-Bar gegriffen und der Ohhhh Unglaubliche Zeitungs-Orden verliehen. Ist zwar alles nur virtuell, kann dafür aber nicht mit dem
Führerscheinverlust durch z.B. Überfahren einer roten Ampel mit Promille im Blut enden.
Wie kannst du teilnehmen?
Tja, das geht ganz einfach. Schreibe einen Artikel im kommenden Monat, der den hohen Ansprüchen genügen wird, und reiche ihn bei der Jurz (Skinny Norris, Graf Zahl, Dugarry, Roque, Chrille) im Forum per Privater Nachricht oder im Spiel mit einer In-Game-Mail ein.
Wie wird prämiert?
Auch das geht relativ easy vonstatten. Die Jurz beratet sich Anfang April über die eingereichten Artikel und nominiert 3- 5 Artikel für die große Endabstimmung im Forum. Dort kannst du dich auch beteiligen und für den deiner Meinung nach besten Artikel des Monats März abstimmen.
Auf geht's, ihr Italiener. Auch wenn es dieses Mal nicht mit dem WM-Titel klappen wird, kann es ja auf jeden Fall was mit der italienischen Qualitätsoffensive in Sachen Zeitungsartikel werden, oder? ;-)
Es war einmal vor langer Zeit. Da gebärte ein grässlich dreinblickendes Wesen Drillinge: Big Foot, MAObacca und Ailton-bacca. Alle waren sie gleich. Sie unterhielten sich in einem komischen Gebrülle, das kein Wesen mit Verstand verstehen konnte, und waren behaart von Kopf bis Fuß. Der eine weniger (Ailton-bacca), der andere dafür mehr (Big Foot). Sie alle verlebten eine wunderbare Jugend. Doch als alle erwachsen wurden, trennten sich die Wege.
Ailton-bacca nahm sich früh vor bei jedem Fußballverein der Welt einmal gewesen zu sein. Zitat: "Nur long Ball, nur long Ball - das ist kein Fußball, das ist kein Fußball." Damit ist alles gesagt. MAObacca tat sich auf in den sonnigen Süden in das Land der grünen Frösche. Big Foot blieb verbittert bei seiner
nicht-schönen Mutter zurück. Bis auch sie verschwand. Sie sei nur kurz Zigaretten holen, sagte sie ihm. Aus dem "kurz" wurden dreißig Jahre. Aber das ist eine andere Geschichte.
Interessanter ist die Geschichte vom Wookie MAObacca. Der nahm ja die beschwerliche Reise ins Land der Unken, Kröten und Moloche auf sich. Dort fand er einen Freund in Dan Solo. Dieser komische, grüne Kauz wurde von seinem Clan ausgestoßen weil er ein Haar auf der Brust hatte. Eines Frosches nicht würdig, sagte man ihm. Daher konnte er sich schnell mit dem haarigen, stinkenden, verfilzten Zottelviech anfreunden, das nur komische Brülllaute von sich gab.
Gemeinsam machten sich der Held Solo und sein deformierter, missratener Staffordshire Bullterrier MAObacca auf die Suche nach dem Seelenheil, dem Favoritenschuh.
Endlich hat Count van Lezz einen so called "Einzel-A-Bolus" bekommen. Wurde aber auch verdammt nochmal endlich Zeit.
So ganz stimmt das auch nicht. Schließlich muss er sich den A Bolus dann doch wieder mit anderen teilen. Mit Dan Solo und seinem Wookie Semon Lehtola. Kurios, so findet das zumindest Count van Lezz. Schließlich seien Wookies dafür bekannt, dass sie in einer undeutlichen Sprache sprechen, die eigentlich
keiner verstehen kann. Irgendwie dann doch wieder. Warum auch immer.
Zumindest ist der Wookie aus dem bürgerlichen Lager Finnlands, selbsterklärter Trainer aus dem Volke, bekennender Menschenfreund, eingebildeter Liebling der Massen und was für ein Scheiß noch Alles auch nur noch dafür bekannt, dass er durch seine Artikel in Portugal auffällt. Sportlich ist Semon Lehtola genauso deplatziert wie Chewbacca im Otto-Strandmodenkatalog.