Nicht zuletzt weil viele Spieler und Trainer in der Algerischen Liga wegen Alkohol- und Zigarettensucht in den Entzug mussten, sondern auch wegen der großen Anzeige « Copa-Bier und ein kurzer Ouzo - Ausschank auch in Algerien » sahen sich die Gläubigen des Landes und Politiker aller Couleur längst auf die Tagesordnung gerufen. Zuerst haben einige Fans zum Liga Boykott aufgerufen, doch mittlerweile haben zahlreiche Teams angekündigt, den kommenden ZAT zu boykottieren darunter der Erstligist aus Abou Sâada, dessen Mannschaft einstimmig beschlossen hat, gegen den amtierenden Meister JSK und MOC, den
aktuellen Tabellenführer, nicht antreten zu wollen.
Auslöser war die Ankündigung der jüngst gegründeten Jurz, welche aus fünf gestandenen Fußballlehrern besteht, dass demnächst ein alkoholhaltiges Getränk als Preis für den besten Artikel eines Monats ausgegeben wird, während die Algerier einen heißen Copa-Tee favorisieren.
"Schade, dass man sich nicht hat einigen können und schade um die zwei Spiele, auf die ich meine Mannschaft sehr gut vorbereitet habe, aber ich muss die Entscheidung des Vereins akzeptieren", so ein enttäuschter Coach von Abou Sâada.
Der diesjährige Galizien Kleingärtner Award sorgt für eine dicke Überraschung. Sieger diesmal ein Gärtner aus Katalonien.
Peinlich, peinlich
Wer konnte dem strahlenden, bescheidenen Sieger diesen Preis überreichen besser als der bekannteste Coach seiner Gemeinschaft und sein Idol Jacques Clouseau.
Der 84 Jährige Laudator Clouseau war einfach Clouseau, der berüchtigte Rüpelrocker, stahl allen die Show und dem kleinen Mann den Preis. Er riss die hässliche Gurke an sich und klammerte mit einer monströsen Dankessagung fest, die eine Ewigkeit dauerte, eher der Moderator Basti ihn unterbrach und endgültig von der Bühne bat.
Nachdem der sichtlich überdrehte Clouseau mit dem doch Riesenpreis nach Basti warf, führte er sich auf dem Trainingsgelände, wo die Veranstaltung
stattfand, noch ein wenig auf und sorgte für einen Abgang der Extraklasse.
Der Fauxpas fiel eigentlich früh genug auf, aber der Fehler konnte nicht schneller wieder gutgemacht werden und so musste sein größter Fan, der kleine Gärtner aus Barcelona ohne Preis nach Hause gehen.
Sommelier Danfire, der zuvor bei einer Weinprobe in Kantabrien zum Genießen eines guten Tropfens mit Kimball und Freunden unterwegs war, war ein wenig amused und zeigte sich positiv überrascht. Er steuerte wankend das Mikro an und meinte eher lallend: "Wow, der geht ja ab! Den müssen wir zu Feria de Madrid, unserem alljährlichen Madrilenen Volksfest unbedingt einladen."
Boussati konnte den Auftritt seines titelfreien Kollegen verstehen: "Wenn du willst, was du noch nie gehabt hast, dann tue, was du noch nie getan hast".
Mit zwei unerwarteten Siegen am vergangenen ZAT konnten die Mannen von Boussati bis auf Rang 4 in der Tabelle klettern. Allerdings dürften sich die "Herrenreiter von Sebou" keine großen Hoffnungen auf eine bessere Platzierung in der GNFE1. Obwohl alles in dieser Liga möglich zu sein scheint, gerade wegen der vielen trainerlosen Vereine, was die Gegner auch für "Helala-Boys" nur sehr schwer berechenbar machen. "Der marokkanische Verband muss sich langsam etwas einfallen lassen, sonst droht es, dass diese einst beliebte Liga in Afrika auseinander fällt", so Boussati, ein bedrückter GNF1-Coach.
Die Truppe von Trainer Boussati spielt momentan nicht den Fußball der lachenden, sondern gähnenden, Münder und kommt aus dem langweiligen Mittelfeld der Tabelle in der marokkanischen GNFE1 nicht heraus. "Wir haben uns zur grauen Maus der Liga entwickelt. Wir holen zwar unsere Punkte aber jedoch nicht oft genug. Wenn du oben mitmischen willst, dann sollte dir eine gute Serie gelingen. Doch das wird
bei uns nicht passieren, da wir es nie versuchen. Dafür brauchen wir Eier, die wir nicht haben und in dieser Saison auch nicht mehr bekommen. Deshalb hacken wir diese Spielzeit brav ab und planen für eine bessere Zukunft in der fußballverrückten Gharb-Hauptstadt", so ein deprimierter KAC Coach.
Am kommenden ZAT empfängt KAC aus Kénitra den Aufsteiger und Spitzenreiter der Gasttabelle Najm Riadi Marrakech. Die Merrakchis, die überraschend den 5. Rang noch halten, haben kaum noch Kraftreserven, um den Klassenerhalt zu sichern und sind nach wie vor auf der Suche nach einem neuen Trainer und werden sicher versuchen mit einem
Erfolg in der Gharb-Hauptstadt, den Trainerjob schmackhaft zu machen. "Ja, wir müssen auf der Hut sein! Doch mit diesem fantastischen Publikum im Rücken, dürfte uns nichts passieren und ich betrachte einen Heimsieg als sicher", so Boussati heute.
Mit 2 Siegen hat KAC aus Kénitra die Hinrunde beendet. Bei seiner Rückkehr an seinen ehemaligen Arbeitsplatz In Agadir gab es "eine zweigeteilte Reaktion" der Fans. Für Boussati gab es nicht nur ein Wiedersehen mit seinem Ex-Klub HUSA sondern auch einen souveränen Auswärtserfolg. "Wir waren am Ende das Team mit etwas mehr Glück. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass mein dortiger Trainerkollege diese Mannschaft mit der Zeit weiterbringt. Man hat seine Handschrift im Spiel gegen uns gut erkennen können", so Boussati heute. Den 2. Sieg feierte KAC über den Kawkab aus Marrakech, nachdem es für "Helala Boys" nichts zu holen gab in Laayoun bei Jeunesse Sportive El Massira.
Boussati verärgert - wieder kein Heimsieg.
Nur ein Unentschieden sprang für die Schützlinge von Boussati. In Kénitra vor heimischer Kulisse trennten sich die "Herrenreiter von Sebou" 4:4 von SC Chabab Mohammédia, obwohl man 4 Treffer erzielte. "Wir haben zwei Mal geführt und sind nach dem 2:2 noch mal in Führung gegangen. Wir haben besser gespielt und doch das Heft aus der Hand gegeben. Aufgrund der vielen Chancen, die wir vergeben
haben, haben wir den Gegner aufgebaut. Deswegen müssen wir froh sein, dass wir nach dem 3:4 Rückstand noch ausgleichen konnten und am Schluss den einen Punkt geholt haben. Wir hätten so viele Gegentreffer nicht kassieren dürfen und müssten das Spiel für uns entscheiden und deshalb bin ich sehr verärgert“, gibt Boussati unumwunden zu.
Die "Herrenreiter von Sebou" konnten wieder mal auswärts überzeugen und konnten gar diesmal einen 4:3 Erfolg im Nordischen Nador bei dem dortigen Fath Riadi feiern. "Das war zu viel Aufwand für wenig Punkte an diesem Wochenende", so ein enttäuschter Coach Boussati, denn die "Helal Boys" konnte diese Leistung vor traumhafter Kulisse nicht bestätigen und schafften es erneut nicht, ihr Heimspiel zu gewinnen. Die Mannen von Boussati hatten das Nachsehen gegen einen starken Stade Marocain aus der Hauptstadt Rabat, der mit einem Doppelerfolg die Tabellenführung souverän übernehmen konnte. KAC ist 10.
Boussati scheint wohl beim KAC de Kénitra endlich angekommen zu sein. Mit zwei Erfolgen am vergangenen ZAT konnten "Helala Boys" der Negativ-Serie von 3 Niederlagen in vier Partien ein Ende machen. Auch die Art und Weise, wie die Siege zu Stande kamen, stellen die Fans extrem zufrieden und lassen die Handschrift von Trainer
Boussati gut erkennen. Am kommenden ZAT gilt diese gute Form zu bestätigen und sich langsam aber sicher nach oben zu orientieren. Im ersten Spiel gastiert KAC bei den Fussisten in der Hauptstadt Rabat, bevor man SCCM aus Mohammédia zu Hause empfängt.
Nun ist es amtlich: Boussati heuert bei Kénitra AC an. Dies bestätigte die Tageszeitung "Echos du Gharb" am vergangenen Dienstag. Bereits vor Beginn der Saison hatten beide Vereine erste Verhandlungen mit den Trainern über den erst Monate später vollzogenen Trainertausch geführt. "Ich danke allen, die das möglich gemacht haben, mit diesem Wechsel kommt ein verlorener Sohn wieder nach Hause. In Kénitra bin ich geboren und aufgewachsen und KAC ist der einzige Klub, für den ich gespielt und mit ihm große Erfolge gefeiert habe. Für mich ist wirklich ein Traum in Erfüllung gegangen, KAC ist ein Meilenstein in meiner Trainerkarriere. Mit weinendem Auge
verlasse ich HUSA. Dort hatte ich die Möglichkeit und die Zeit, qualitativ und professionell zu arbeiten. Ich denke, es ist mir auch gut gelungen aus dem Abstiegskandidaten der letzten Jahre eine schlagkräftige Truppe zu formen. Bei der Suche nach einem Nachfolger konnte ich präventiv mitwirken und bin mir Sicher mit C.O.B. wird man in Agadir große Erfolge feiern, denn überall wo er war, verrichtete er seine Arbeit gerne, voller Leidenschaft und erfolgreich. Ich wünsche ihm und HUSA viel Glück!", so Boussati.
HUSA: Zwei Siege zum Auftakt.
Nach den Erfolgen gegen RSS und DHJ am ersten ZAT ist dem Team von Trainer Boussati der Copa-Start perfekt geglückt.
"Ich muss meiner Mannschaft ein Riesen-Kompliment aussprechen. Sie hat in beiden Partien sehr diszipliniert gespielt und gut dagegengehalten. Jeder Spieler wusste worum es geht und was wir erzielen wollen und alle haben gezeigt, dass wir jetzt eine Mannschaft geworden sind.", so Boussati heute.
Der Clubpräsident trat auch ans Mikrofon und sprach ein Sonderlob an seinen (noch) Trainer und attestierte ihm "hervorragend" gearbeitet zu haben. Es klang fast so als stände eine Trennung bevor!? Dies würde Spekulationen um einen möglichen Trainertausch mit KAC, dem Klub aus Kénitra, ganz schön heizen in Agadir und Kénitra.
Boussati trat diesen Spekulationen entgegen: "Konzentriere mich auf meine Arbeit!"
Boussati ist mit 2 Niederlagen bei seinem neuen Arbeitgeber KAC gestartet. In Al Jadida unterlagen die "Herrenreiter von Sebou" das Team von DHJ. Schlimmer noch war die Niederlage gegen UTS aus Touarga. Damit war die erste Heimpleite perfekt und das Heimdebüt von Boussati misslungen, trotz echter Volksfeststimmung der Anhänger im Stade municipal. Die ganz in grün-weiß gekleideten
Super Kacisten waren Zahlreich geströmt, um den neuen Coach zu empfangen und ihre Idole nach Kräften zu unterstützten. "Wir haben am kommenden ZAT die nächste Chance, alles wieder gut zu machen. So blöd wie gegen UTS werden wir uns nicht noch mal anstellen", versprach Boussati.
Es ist noch einige Zeit bis zum 5.1. aber auch die vergeht wie im Flug! Boussati und seine Jungs können es kaum erwarten. Die Vorbereitung auf die neue Saison lief optimal, nicht viele Spieler sind gegangen dafür aber trainierte HUSA mit neuer Besetzung für die neue Spielzeit, auf die Chefcoach Boussati zuversichtlich blickt: "Wir haben eine harte und gleich Gute Präparation gehabt. Wir wollen an unserer guten Leistung der vergangenen Saison anknüpfen. Wir haben auch hier und da Fehler gemacht; die wollen wir in Zukunft vermeiden. Wir meinen, die Liga jetzt besser zu kennen und werden uns gegen einige Teams erheblich steigern müssen!"
Mit Union Touarga kommt ein sehr starker Gegner nach Agadir, bei dem es um alles oder nichts in den verbliebenen Spielen der GNFE I geht. "Die haben eigentlich da unten nichts verloren und haben durchaus noch das Potential aus dem Keller heraus zu kommen. Diese Mission wollen die Mannen von Ben_Slimane bestimmt bei uns starten. Wir müssen und werden sehr wachsam sein. Allerdings dürfen wir die Partie in Marrakech beim Widererstarkten amtierendem Meister nicht vernachlässigen. Dort traue ich meinen Jungs auch ein positives Ergebnis zu.", so ein entspannter Boussati nach dem heutigen Training.
Am heutigen ZAT muss Hassania Union Sport Agadir 2 Mal auswärts antreten. Wenn man die Bilanz der Boussati-Mannen in der Fremde genauer betrachtet, wird man schnell feststellen, dass für die Souassa aus Agadir sehr schwierig sein wird, sich nach oben zu orientieren. "Das wollen wir gar nicht!", meinte Boussati. "Wir haben noch 3 Heimspiele. Die wollen wir und werden wir auch gewinnen, dann werden wir sehen, welche Platzierung für uns dabei herausspringt. Ich betrachte unser Saisonziel als bereits erreicht und bin mit meinem Team bisher sehr zufrieden!"
Nach 2 gewonnen Spielen am letzten ZAT steht HUSA zum ersten Mal unter Trainer Boussati auf einem internationalen Platz. Die erstarkte Truppe aus Agadir scheint sich jetzt endgültig gefunden zu haben. Nicht nur auf dem Platz sondern auch daneben weist alles auf Harmonie hin und die Souassa sind mittlerweile zu einer kompakten Mannschaft mit Stärken im Mittelfeld und in der Abwehr geworden und können ihrem ausgegebenen Saisonziel, dem Klassenerhalt, Schritt für Schritt - aber gelassen entgegen schreiten. "Na gut, wir haben 12 Zähler Vorsprung auf den nächsten Abstiegsplatz, da wird wohl keiner bei uns zur Zeit am Klassenerhalt zweifeln wollen", so Boussati.