<i>ER wird mir immer unheimlicher. Ich weiß nicht, woran das genau liegt, aber manches in mir schreit förmlich danach, so zu ein wie ER. Esprit, Geist, Charme. Alles vereint in IHM und SEINEM Verein. ER ist auch so stark.</i> Derlei kryptische Elogen (wer ist ER? Wen vergöttert der Trainer, der selbst dessen auch nicht gänzlich unwürdig wäre, derart? - Wir bleiben dran!) stammen natürlich wieder aus dem gefundenen
Tagebuch des Trainers des FK Sartid, der heute beim berüchtigten <b>Schleifer von Kula</b> gastiert, der auch vor der Wissenschaft als Trainingsmethode nicht zurückscheut. Darüber hinaus kommt der OFK aus der Hauptstadt auf einen Sprung vorbei und bringt als Gast- und Einstandsgeschenk 3 Punkte mit. Danke für die Bumen!
Die Stahlkocher des FK Sartid, diese Runde gleich doppelt in der Fremde im Einsatz, schlugen sich laut Meinung des Betreuers wacker und zumindest einen der Gegner. Und das in beeindruckender Manier: Bereits zur Halbzeit waren 6 von 6 Treffer der Gäste im Gehäuse der Roten Sterne deponiert, während Sartid-Keeper Abglaca nur zweimal hinter sich greifen mußte. Schiefe Ebene, quasi. "Mihailovic trifft auch auswärts. Jetzt verletzt." Lapidarer Kommentar des Trainers. Die Ergebnisverwaltung zeitigte Erfolg, wenngleich die weiteren Gegentore unerfreulich und unnötig waren. "Die nach der Pause
eingewechselten Spieler, darunter der Zeugwart (130 Kilo) und der kriegsversehrte Physiotherapeut haben Einsatz und Kampfgeist bewiesen - ich glaube dennoch, dass man sich derlei nur bei einer so deutlichen Führung leisten sollte, " meinte der Erfolgstrainer. "Noch so ein Sieg, und wir sind verloren!", legte der Trainer ein Schäuferl historischer Anspielung nach. Aber Belgrad ist nicht Asculum, und 2006 nicht 279 v. Chr. Wir dürfen auf die weitere Strategie gespannt sein.
Das Pressereferat des FK Sartid Smederevo, chronisch unterbesetzt, entschließt sich hiermit, in unregelmäßigen Abständen die Tagebuchaufzeichnungen des Betreuers des FK unter der Prämisse der Autorisierung durch denselben zu veröffentlichen, nachdem das Moleskin-Notizbuch des Trainers durch einen dummen Zufall im Rahmen eines Waldlaufes abhanden gekommen ist und sich plötzlich in der Presseabteilung wiederfand. In medias res: "Mihailovic ist in Form, aber auswärts nervös. Problem muß behandelt werden. Daheim Ekstraklasa. Hat Borac drei gemacht. Nächste Runde gleich zweimal auswärts. S. o. Übel." Nun mag derlei vorläufig nicht sehr erhellend wirken,
aber ist ein Ausdruck der gegenwärtigen Verfaßtheit des Trainers und seiner Truppe. Das wirkt selbst nach Meinung des unterdotierten Pressereferats nahezu lächerlich, aber selbst nach verspielter Internationalität reicht das immer noch nicht dazu, in feinmotorischer Kleinarbeit aus alten Zeitungen Fotos auszuschneiden. "Wir überlegen derzeit rechtliche Schritte wegen Plagiarismus. Das ist nicht überzubewerten, aber auch nicht zu unterschätzen, " so der zuständige Telefonist. Die Saison ist eröffnet!
Nun begab es sich, dass die Mannen des FK Sartid Smederevo, aus einer Stadt der hohen Ozonwerte und des Smogs stammend, also quasi auf eine Doppelbelastung gedrillt, mit ebenjener der an sich neuen Situation, nämlich der der Internationalität, so zurechtkommen, als wäre weiter nichts geschehen - Heimsieg, Auswärtsniederlage. Diese erklärt sich aus den müden Beinen, denn im UI-Cup wurde der haushohe Favorit aus Suvlakien erst in der Verlängerung gebogen, das aber dann deutlich. Sprach der Trainer frei nach
Heraklith: "Man steigt niemals zweimal auf dasselbe Spielfeld." Nächste Runde geht's zum fehlgestarteten Rekordmeister und seinem Vize, dem Heros Cacaks, international ist das Ziel erfüllt: Die erste Runde knapp, aber doch überlebt, alles weitere ist Zugabe. Daheim kann's nur heiter werden, die Überraschungen leben. "Wir werden Super tanken." Wir werden sehen.
Und weiter geht's. Hiermit sei noch einmal, ein letztes, dem Meister gratuliert - fürwahr, ein verdienter. Mach uns international keine Schande! Der Trainer des FK Sartid Smederevo, seines Zeichens in den ersten beiden Saisonen heißer Tipp für einen raschen Abgang, scheint mittlerweile vom Präsidium akzeptiert worden zu sein und hat seine Prämie, welche für den internationalen Startplatz fällig geworden war, in Kaffee und
Rauchwaren angelegt, wobei er die Gelegenheit nützte, die neue Saisonstrategie auszutüfteln."Bin gespannt, wie meine Buben die Doppelbelastung verkraften." Lapidar. "Die neue Saison verspricht einige aufregende Duelle, vor allem jene gegen den Optimierer werden aufgrund des letzten Spieltages nicht ganz emotionslos verlaufen!"
Im Endspurt kommt es immer wieder zu Überraschungen, sei es nach 180 Kilometern in den Pyrenäen, auf 100 Metern, die eigentlich ein einziger Endspurt sind - oder in der SM. Nicht oft, aber doch. Diesmal trug der Optimierer aus Rodic, dessen Trainingsmethoden offensichtlich Wirkung zeitigten, sein Scherflein dazu bei, das Unternehmen Titelverteidigung durch den Götterwolf zu vereiteln - das war in der Tat gelungen. Beweist auch, dass BigGeez sein Herz am richtigen Fleck hat - nämlich gleich neben den Eiern. Und wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech (teures Unentschieden!) dazu; die Macht der Gewohnheit führte zu
einer Freudschen Fehlleistung beim Kolumnenverweigerer - offensichtlich sollte bei Borac gefeiert werden, da blieb das Hirn außen vor. Schriftbildlich gesprochen. Aber jenes erst nächste Saison wieder, denn der ungläubige Tankwart, der den Pressereferenten des FK Sartid fälschlicherweise (3. 8. - alte Zeitungen nicht ungelesen wegwerfen!!) der Unwahrheit bezichtigte, wird sich jetzt wohl auch nicht mehr vom Roten Zwerg seine Oktanzahl drücken lassen. Super, voll!
Das nahende Ende der Ballsaison bedeutet offensichtlich den Beginn der Hochsaison einer anderen Disziplin, die vor allem in der heimischen Presselandschaft betrieben zu werden scheint, nämlich jene des Hemmschwellen-Limbos. Der Tankwart vergleicht hinkend ungeniert den Kolumnisten mit dem ebensolchen Propagandaminister, der rote Stern, der dem FK Sartid im Nacken sitzt und in den Perseidenschwarm Eingang finden wird, phantasiert generell, was das Fieber so hergibt, und der
Betreuer des Teams der Hauptstadt der abtrünnigen Provinz hat nach einer offenkundigen Spinalsektion (umfassender Art!) überhaupt keinen Funken Stolz mehr im Leib und sucht sein Glück in der eindringlichen Vergötterung des Meisters und seines Vizes und deren Rückansicht im Raum der Körpermitte. Everyone likes a brown-noser! Hinein!;-)
Auswärts dem von der serbischen Schattenwirtschaft großzügig unterstützten Mafia-Haus-und Hofverein aus Zemun nur unglücklich durch eine mehr als spektakuläre Fehlentscheidung des Schiedsrichters und eine damit einhergehende nicht minder ansehnliche Flugleistung der gegnerischen Nummer 11 (dreieinhalb Meter vom Ort des - unstrittigen - Fouls bis in den Strafraum, eine Leistung, die Bob Beamon zur Ehre gereichte) unterlegen, kam es im Heimspiel zu einer der aufreibendsten Partien, die die Schlote Smederevos jemals zu bezeugen hatten. Nach nur 19 Minuten am eigenen Platz bereits mit 0:4
zurück, besannen sich die Stahlkocher und glichen noch vor dem Pausenpfiff aus. In unglaublicher Manier. Danach fiel recht bald die Führung für den FK, dann wurde nur noch gekämpft und schließlich konnte der Sack geschlossen und vernäht werden. Der Trainer schleimte nur noch ein "Unfassbar!" durch die von Fieberblasen bekränzten Lippen und verschwand weinend in den Katakomben des Schlachtfeldes. Doch nun? Quo vadis, Sartid?
Naja, das ist so eine Sache mit dem Träumen. Andererseits soll man sich immer nach der Decke strecken, dann wird wieder gefordert, am Teppich zu bleiben. Bei so viel redensartlicher Konfusion überrascht es nicht weiter, dass so mancher Trainerkollege laut zu
phantasieren beginnt und das Fieber, die Gier, eine der unansehnlichsten Seiten im Menschen hervorkehrt: die falsche Selbsteinschätzung. Also, lieber Ben, Champions League - im Wettcafé um die Ecke. Wetten?
Nun ist es also soweit: Der Betriebsblindheit der Wolfsburger wird mit wissenschaftlichen Mitteln zu Leibe gerückt - und noch dazu mit jenen der Naturwissenschaften, die ja exakt sind. Und da es sich bei Betriebswirtschaft um die exakteste von allen handelt, ist es nur konsequent, die Führung über die
Trainingseinheiten einem Meister, nachgerade Guru derselben zu unterstellen. Man wird sehen, ob die Rodicer Zeitreihe optimiert wird - sei dem Durchblicker gewünscht. Hier was zum Üben! Sehen uns bei Dir, am letzten Tag. Dann blick da ma' durch, Alder.
.atmet der FK Sartid Smederevo unter seinem erholten Trainer die Luft des Gipfels, doch die Herrlichkeit wird nicht lange währen. "Der schöne Traum wird in den kommenden Runden ein jähes Ende haben, wir müssen aufpassen, dass wir nicht allzu weit durchgereicht werden," meinte der Betreuer nach dem Sieg gegen die Heckenschützen, die auswärts keinerlei Versteck auf dem flachen, frisch gemähten Industrieacker vorfanden und deren Taktik somit keinerlei
Aufhänger finden konnte; gegen den mit einem Fremdarbeiter vermeintlich verstärkten Kellerklub folgte die Kür, die nur in ihrer Deutlichkeit überraschend war, erwartete der FK doch von einem im Abstiegsstrudel Befindlichen mehr Strampeln und Kratzen. Dennoch sei Hajduk Belgrad hiermit generös zugewunken und viel Glück gewünscht. Oben bleiben, Jan!
Nachdem der allseits geschätzte Meister wieder zugegen ist und in seinem Urlaub dem Vernehmen nach auch auf Parkplätzen von Schnellrestaurants Fingerfertigkeit im Auspacken von saftigen Häppchen, Gspaßlaberln (für unsere bundesdeutschen Leser etwa: Spaß-Frikadellen) und anderen Kleinigkeiten bewies, stellte sich geerotto nach seiner kurzen Auszeit in bergbäuerlicher Einschicht wieder bei seinem Arbeitgeber in der alten
Hauptstadt ein. Zur Begrüßung kommt es gleich ganz neuhauptstädtisch, und in beiden Fällen ziemlich unangenehm: Der Heckenschütze kämpft wie Sartid um einen internationalen Platz, und der andere kämpft sowieso. Der Urlaubseffekt wird also gleich beim Teufel sein. Die Wiederkehr der Gastritis ist programmiert.
Die erste Saisonhälfte ist verflogen und der flügge gewordenen SK Sartid samt Trainer geerotto darf vorerst von einem der Sonnenplätze der Liga lachen. Momentan belegt man den dritten Rang und wie es aussieht hat man in Smerderevo nach wie vor Durst auf mehr. Dieses Wochenende kommt es zum großen
Showdown in der Prva Savezna, denn der Meister kommt auf Besuch in die Industriemetropole und dem Tankwart wird ein Besuch in der Vorstadt abgestattet.
Nach diesem ZAT wird man sehen, wie hoch die Früchte des Erfolgs wirklich hängen.
Sechs von neun Punkten eingefahren, also die Heimspiele gewonnen - der Trainer war zufrieden und konnte so seelenruhig, sein Team auf Platz 2 der Liga geparkt habend, in den wohlverdienten Urlaub aufbrechen. "Das Training haben die Buben ohnehin drauf, und wenn die Einstellung am Spieltag nicht paßt, werde ich das auch in meiner Finca zu hören bekommen." Somit bleibt die Frage, wie die Mannschaft ohne die Autorität an der Seitenlinie auskommen wird und wer der Berichterstatter sein mag. "Fußball nur im Fernsehen - das muß auch manchmal sein!" Sprach's und stieg in den Salonwagen.
.will never change, notierte der Berichterstatter des Guardian angesichts der Ergebnisse des ZAT. Internationale Medien waren vertreten, um dem ersten Bruderduell der Trainer Madagaskars beizuwohnen. Diese können sich nun wieder voll auf die Prva Savezna konzentrieren, da die Insulaner aufgrund des schlechteren Torverhältnisses ausschieden. Somit war das Frustpotential gegeben, man hätte einen Kampf auf Biegen und Brechenerwarten dürfen, doch es wurde ein netter Nachmittag in den lauen Lüftlein der Aluminiumfabrik Smederevo. "Ein Tragerl für den Herrn," kommentierte geerotto das Ergebnis seiner Mannschaft gegen Kühbauers Truppe. "Natürlich ist es schwierig, gegeneinander anzutreten, wenn man so viel
miteinander arbeitet wie wir in letzter Zeit. Aber schließlich sind wir Profitsch und der Trainerposten ist wohldotiert, also kann man eine gewisse Einstellung voraussetzen." Auswärts setzte es ein 0:4, somit bleibt unter dem Strich plus eins. "Wer weiß, ob's am Ende nicht darauf ankommt?", unkte der Trainer, der bereits dem nächsten Nationaltrainer-Infight entgegenfiebert:"Nächste Woche kommt Qbat mit neuen Ideen und seinen Koffern aus Zeleznik. Wir müssen aufpassen." Gewarnt ist der FK Sartid jedenfalls.
Der Industriesturm setzte diese Runde zu ungeahnten und vor allem völlig unverhofften Höhenflügen an - die Konkurrenz spielte mit, der Meister punktete gar nicht, das verhalf Sasa Mihaijliovic und seinen Kollegen aus der verrauchten alten Hauptstadt zum Sprung an die Spitze. "Natürlich", so geerotto, der seinen idiotischen
Akzent wieder in der Mottenkiste verstaut hat, "wissen wir, dass wir uns hier nicht halten können. Aber die Spieler sollen einmal sehen und spüren, wie es ist, oben zu stehen, das Gefühl soll ihnen zu denken geben." Seine Worte in der Götter Ohren!