Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll, bei all dem Kram, der einem durch den Kopf geht, wenn man nur DARAN denkt. Deswegen versuchen ja alle, nicht DARAN zu denken. Aber es nützt ja nichts. Wenn man darüber sprechen soll, muss man DARAN auch denken.
Die Geschichte beginnt im Jahr 1942. Der Wüstenfuchs Rommel hatte gerade die Engländer bis nach Ägypten zurückgetrieben und die Amerikaner planten,
ihn solange gewähren zu lassen, bis die hochnäsigen Briten angebettelt kamen. Zumindest planten das zwei oder drei Amerikaner, darunter Wilson G. Smith. Da dieser aber nur ein kleiner Soldat war, hatte sein Plan keinerlei Einfluss auf die Weltgeschichte.
Ich muss jetzt weg. DIE kommen. Und ich hab DARAN gedacht. Ich melde mich später. Und merkt euch: Nur weil ich paranoid bin, heißt das nicht, das mich keiner verfolgt...
Während sich die Hoffnung der Algerier auf gut ausgebildete und top motivierte Nationaltrainer mit dem Rücktritt des charismatischen fubinio in alkoholgeschwängerte Luft auflöste, konnte selbiger kaum noch einen Schritt tun, ohne das ihm jemand auf den Fersen war.
Das lag zum einen daran, dass der junge Mann mit vier Atü auf dem Kessel eh kaum noch einen Schritt tun konnte, sondern nur noch robbend den Heimweg bewältigte. Zum anderen hatte er dabei einen weiteren, des Gehens nicht mehr mächtigen, Begleiter auf seinen Fersen sitzen. Dies alles hinderte ihn jedoch nicht daran, dass billige, überbuchte Hotel zu finden, in dem er immer unterkam, wenn er in der Hauptstadt weilte.
Am nächsten Tag
erwachte der Übungsleiter aus der Kabylie in seinem Bett, mittelgroße Kopfscherzen, Schuhe noch an. Und ein unbekannter Begleiter auf dem Sofa im Vorraum. Männlich, was jenseits seiner Vorstellungskraft lag.
„Wer bist Du?“
„Ich bin Dennis, 19, und komme aus der Gegend um Stuttgart und habe hier zwei oder drei Vereine übernommen.“
„Wenn Du nicht bald verschwindest, hau ich Dich!“
„Womit den?“
fubinio griff in seinen Kleiderschrank und holte zwei längliche Sportgeräte heraus:
„Ich habe einen Argumentverstärker, Typ Holz und einen Argumentverstärker, Typ Alu…“
Entnervt hatte die strahlende Hoffnung der algerischen Fußballwelt letztendlich das Scheitern bei der Fußballlehrerausbildung zum nationalen Nationaltrainer aufgegeben. Es war einfach nicht möglich in diesen Haufen zersprengter Wombats Taktik, Technik und Spielwitz einzuimpfen. Am Schluss hatten nicht einmal mehr die Elektroschocks gewirkt.
Und was macht ein guttrainierter, gutaussehender, wohlhabender Mit<insert funny number>er, in Algerien, wenn er die Akademie verlassen hat? Richtig. Einen wohlüberlegten Zug. Einen Zug durch die Kaschemmen, Spelunken und Tavernen im
Hafenviertel von Algier.
Die Hafenviertel der Welt sehen im Grunde genommen alle gleich aus. Ob in Algier, Rotterdam, Civitavecchia oder Fort de France: Ein paar dunkle Absteigen mit fettverklebtem Boden, billige Hafennutten und Betäubungsmittel jeglicher Wirkstärke und in jedem Aggregatzustand, den man sich vorstellen kann.
Nach ein paar Hochprozentigen schaute fubinio auch schon wieder besser gelaunt in die Zukunft. Es konnte nur aufwärts gehen. Diese Nation braucht sich im Fußball nicht zu verstecken. Es sei denn, die Weltmeisterschaft kommt doch noch, dann gute Nacht.
Die erste Woche der Nationaltrainerfortbildung war vorbei – und härter als der gutaussehende Feingeist und Alleswisser fubinio je gedacht hätte.
Nicht nur, dass die beteiligten Eleven (hier ist das französische Wort für „Schüler“ gemeint, nicht das englische für eine Zahl, ihr nichtsnutzigen Hirnattrappen!) ihr mangelndes theoretisches und praktischen Wissen als Vorteil herausstellen wollten („wenn ich doch nicht weiß wie es geht, kann ich es auch nicht bewusst falsch machen!“), nein, sie bewiesen ihre Talentlosigkeit auch Tag für Tag aufs Neue und waren auf eine unbestimmte Art sogar Stolz darauf („immerhin nicht so schlecht, wie mit ohne Beine“).
Zum Beispiel Mittwoch: Elfmetertraining.
Yazid: Geht zum Tor, dreht sich um, macht elf Schritte und legt den Ball hin. Da der junge Mann aber etwas größer ist, liegt der Ball außerhalb des Strafraums. Auch der Hinweis, dass der auch Sechzehnmeterraum genannt wird (wiewohl einen halben Meter größer), bringt den Honk nicht von seinem Vorhaben ab. Der Ball verhungert auf dem Weg zum Tor und bleibt kurz vor der Torlinie liegen; der Torwart war gerade dabei, sich ein Eis zu holen.
Powerkraut: Legt den Ball korrekt auf den Elfmeterpunkt. Soweit, so gut. Da man aber möglichst schnell zum Ball rennen soll (der Theoretiker kennt den Impulserhaltungssatz), nimmt der Pfosten etwa 50 Meter Anlauf (er hatte extra einen Startblock mitgebracht) und war, als er beim Ball ankam, so kaputt,
dass er keine Kraft mehr aufbringen konnte und der Ball, nur leicht touchiert, nach zwei Metern liegenblieb; der Torwart lehnte am Pfosten und leckt an seinem Eis.
Don Chrille: Er fiel schon auf, als er mit einem Hut ankam. Nach langem Augenrollen ließ fubinio das aber durchgehen, da der Kerl sich nach leiser Kritik auf den Boden warf, schrie und mit den Fäusten trommelte. Der Ball wurde auf den Punkt gelegt (vorbildlich). Die Anlauflänge wurde passen gewählt (vorbildlich). Die Ecke wurde anvisiert (vorbildlich). Der Torwart warf sein Eis weg und stellte sich in die Mitte des Tores. Don Chrille lief an. Kurz vor dem Ball weht der Wind seinen Hut vom Kopf, er greift danach und verknotet dabei seine Beine, fällt mit dem Kopf auf den Ball und holt sich nicht nur eine scherzhafte Verstauchung, sondern auch noch eine Gehirnerschütterung; der Torwart ist nach dem Lachanfall wieder einsatzbereit.
Bleibt Belloumi: Korrekt angezogen mit passender Hose, Trikot, den Elfmeterschießschuhen, das „Handbuch des modernen Fußballs“ in den Händen (Kapitel 17: „Elfmeterschießen, eine theoretische Einführung“) und hört genau zu, was fubinio ihm sagt: „Ball auf den Punkt legen, Anlauf nehmen, Ecke aussuchen und dann drauf…“ Belloumi legt den Ball auf den Punkt, die Anlauflänge passt, der Schuss ist eine Granate – nur leider in die Falsche Richtung. Im Mittelkreis bleibt der Ball liegen.
Fubinio bereitet sich im Moment auf die nächste Übung vor: Abseitsfalle.
Man hatte ihn einmal gefragt, er hatte abgelehnt. Man hatte ihn ein zweites Mal gefragt, er hatte abgelehnt. Bei dritten Mal bot man ihm Geld – er sagte nein. Beim Angebot eines Lebenslangen Gehalts von 70.000 Euro im Monat, dazu einen Aston Martin DB5, eine kleine Insel (Korsika), mehrere Weingüter in Frankreich und ein Schachtel Kondome mit Laktritzgeschmack hatte man ihn schließlich überzeugt.
So wurde fubinio tatsächlich Honorarprofessor an der Nationalen Akademie für Nationaltrainerfortbildung der Nationaltrainer NANN und hatte die Ehre und das große Vergnügen, die zukünftigen Nationaltrainer der nationalen Nationalmannschaft des Landes (um nicht zu sagen, der Nation – oder Nati) fortzubilden, die jungen, hungrigen Geister in den jungen, hungrigen Körpern zu wecken und für die Feinheiten des wohl schönsten Sports zu entflammen.
Vor ihm saßen sie dann auch, die
jungen, hungrigen Körper und ausgemergelten Gesichter und fubinio dachte, dass es schon traurig sei, was die Kombination Alkohol und Bier aus einem Menschen machen kann. Yazid ging die ganze Zeit irgendwohin, mal hier mal dort, und konnte nicht einen Augenblick still sitzen. Powerkraut ritze den Namen „Hannelore“ in die Hörsaalbank und seufzte dann lang und anhaltend – und murmelte dann““ob sie wohl in Chile ist?“, Don Chrille wachte gerade auf und frug: „Sind wir schon da? Wer fährt eigentlich?“ und schlief wieder ein.
Nur Belloumi hatte den Block aufgeschlagen, den Bleistift gespitzt, das „Lehrbuch für den modernen Fußball“ von Lothar Matthäus aufgeschlagen und schaute wissbegierig nach vorne, die Hände an der Hosennaht der Schuluniform.
„Na prima“, dachte fubinio, „das kann ein langes Seminar werden…“
Algerien. Schmelztiegel Nordafrikas. Hier kann man alles finden – wenn man es denn sucht. Multimillionäre und Cracknutten, Spielhöllen und Fußballfelder aus festgestampfter Erden, edle Nobelhotels mit schneeweißen Privatstränden und heruntergekommene Bauerndörfer, die wie Pickel aus den Berghängen des Hinterlandes herauswuchern.
Und in einem dieser Pickel hat der doppelte Meistertrainer, der gutaussehende Hobbyaktenvernichter fubinio die Zeit zwischen der alten, vergangenen Saison und der neuen Herausforderung verbracht. Abgeschieden von der Welt, keine Kommunikationsmedien, nur eine Handvoll Bücher („Physik – die unbekannte Welt“, „Ausgelutscht – Eine
Biografie von Gina Wild“, „Klopf auf Holz –die symbiotische Verbindung zwischen Gepetto und Pinocchio“) und einige Tonträger („In Rock“, „Back in Black“, „Richard Groove Holmes in Concert with Jimmy McGriff“, „Ausgelutscht – das Hörbuch“) als Begleiter, dazu neun Packungen Kopierpapier und eine Kiste voller Bleistifte.
Herausgekommen ist eine neue Taktik, eine neue Aufstellung und ein neuer Hunger – Hunger auf Erfolg. Wobei die Buchmacher keinen Cent auf die Wiederholung der Meisterschaft setzen - unterschätzt wird Jeunesse wohl nicht mehr – aber der Abstieg solle auch vermeidbar sein. Wie dem auch sei, die Wahrheit liegt beim Hasen im Pfeffer.
"Sollte es doch nichts werden mit der Titelverteidigung? In der Kabylie macht sich die Sorge breit ob des schweren Restprogramms. Da können Punkte schmelzen, wie Dope in der Pfeife. Aber man wirft die Flinte nicht ins Korn. Niemals. Gewalt ist immer eine Lösung!", so schwurbelte der Trainer der jungen Sportiven in der kleinen Kaschemme, in der er sich nun seit einer Woche aufhält.
Der Neuankömmling, ein in Algerien weltbekannter Philosoph, Bücherwurm und Äppelwoitrinker, nickte zustimmend und bestellte sich noch einen Sauergespritzten. "Und für den Hund hier auch noch einen!" So gehen die Tage dahin. Ein ewig fließender Strom. "Und wenn man lange genug sitzenbleibt, dann treibt die Leiche meiner Feinde vorbei..." murmelte der kleine Trainer und war sich bewusst, dass sein Sprachzentrum unter dem permanenten Einfluss von Alkohol litt.
"Noch ssswei vom den SSeugg..."
Auch das powergestählte Kraut fing schon an zu schielen: "Wa ja diess..sse Saison nüscht mit meiner
Truup - hjicks- mit meiner Puppe. Ich hanne lore ...hicks... öhm... ja."
Die Tür ging ein weiteres Mal auf und Yazid kam herein, ein benehmen wie seine Hose, die gerade offen stand. Er setzte sich dazu und meinte in Richtung Tresen: "Ich nehme vier von dem, was die beiden haben."
"Ha!", lallte fubinio, "Ha! ... Wo war ich? Aja... wieder keine Meisterschaft, wa?!"
Yazid machte schmale Augen und stürzte den ersten halben Liter herunter...
"Hihihi" brummelte Powerkraut "Auch nicht sein Kollege in Fronkröisch..hihi"
Bammsti. Ein kurzer Schwinger und Powerkraut lag auf dem Boden.
"Hmmm...vielleicht ist Gewalt doch nicht immer ein Lösung...vielleicht ist es Alkohol..." dachte fubinio noch, bevor er sich neben den Kollegen auf den Boden lag.
Eine halbe Stunde später lagen die drei Arm in Arm auf dem Fußboden und jeder von ihnen träumte von einer Meisterschaft. Und von Frauen mit großen Hupen. Zwei von Jungen Frauen, einer von nicht ganz so jungen...
Die Spelunken in Algerien sind auch nicht mehr das, was sie früher einmal waren. Damals, als die Seefahrer und Piraten noch von erfolgreichen Raubzügen gegen die italienischen Stadtstaaten und die großen Handelsrouten zwischen Okzident und Orient zurückkamen, waren in den Kneipen und Kaschemmen tausend Farben und Gerüche, Menschen aus aller Herren Länder, Schwarze, Weiße, Gelbe, Grüne, Blaue, der Wein und der Rum flossen in Strömen und die Weiber waren genau so leicht zu haben, wie ein dreckiger Becher voller Alkohol.
Und heute? Leseratten in den Winkeln der Gaststuben, verräucherte Ecken, es riecht nach überfälligem Fisch und ranzigem Fett. Zumindest in der
Kneipe „Zum fetten Hering“ in die sich der gutaussehende Trainer und Hobbyornithologe fubinio nach der langweiligen Leseprobe zurückgezogen hatte. Und während sich der Felix Krull der Professoren, der abgehalfterte und nicht-so-gut-aussehende Yazid am Nektar nackter Frauen berauschte, hob fubinio seinen Humpen voller goldgelbem Rum, gedachte seiner einstigen Weggefährten (neben Yazid gab es noch Zizou und natürlich Powerkraut) mit denen er einst in der Schweiz ein richtiges Fass aufgemacht hatte und ergab sich dem Gefühl, völlig allein zu sein, einsam gar. Doch da ging die Tür der Taverne auf und fubinio traute seinen Augen nicht, als er im dämmerigen Licht sah, wer da eintrat.
Als fubinio aufwachte, war er der einzige, der im Hörsaal verblieben war. Die Hoffnung auf einen Poetry-Slam wurde schon durch die Begrüßung des „Dozenten“ – ein zappeliger Kaspar ohne Ahnung, aber dafür mit einer dezent gelb-blauen Barny-Stinson-Gedächtnis-Entenkrawatte – zunichte gemacht.
„Naja, man kann den angebrochenen Tag vielleicht noch nutzen!“ dachte der Übungsleiter und blickte sich um. Aber außer ihm saßen nur noch eine Handvoll vollverschleierter Studentinnen im Raum. Und man konnte nicht einmal erkennen, ob diese ihn ansahen, auslachten, musterten, schöne Augen machten oder sonstiges.
„Was macht man, wenn man nichts zu tun hat, der Prof laaaaangweilig ist und die Weiber – naja – nicht zu
erkennen?“ – genau, man ritzt seine Initialen in die Hörsaalbänke. Flugs das Opinel Nr. 7 gezogen und – ritze ratze mit viel Tücke in die Brücke eine Lücke – f – u – b – i – n - i - o.
Gut, keine Initialen, aber immerhin. Was nun? Hat hier jemand Bier gesagt? Ein Blick nach vorne – der Prof labberte immer noch etwas über die poetische Wirkung von Fehlpässen auf unverheiratete Frauen – und zur Seite – die Vollverschleierten waren verschwunden – und nach hinten – der Hausmeister wartete darauf, die Türen abzuschließen – und der gutaussehende Trainer machte sich auf den Weg in die nächste Kaschemme um bei ein paar Bier ein wenig zu pokern. Und dabei summte er bang – bang – bangetiy bang …
Keisar Mustafa Dribbl Baur, genannt Keisar „Franz“ Dribbl Baur, wegen seiner fransigen Haare, wurde als neuntes Kind eines Dorfschullehrers und einer Reliquienherstellerin in Klain Tselt im Becken seiner Mutter geboren. Schon früh zeigte sich sein fußballerisches Talent, da er beim Stillen die Brüste seiner Mutter mit den Füßen festhielt.
Sein Vater, Besitzer einer kleinen Hanf-Plantage, förderte dieses Talent, sobald Keisar Franz laufen konnte, und verbrachte viele Stunden mit ihm zwischen den Hanf-Pflanzen beim … öhm… Ballspiel. Seine Mutter, eine Hafendirne, versuchte das Geld aufzutreiben, mit dem sie ihrem Sprössling eine Karriere ermöglichen konnten. Mit sieben Jahren meldete ihn sein Vater, ein Frisör, beim lokalen Fußballklub Chabnaher Wassutun an.
Sein damaliger Trainer förderte den jungen Keisar Franz und überredete dessen Vater, einen Automechaniker, dazu, den jungen Ausnahmekicker in das Fußballinternat von Habjez Zutuhn zu bringen. Die Kosten wurden von seiner Mutter, einer Falafelbudenbesitzerin, übernommen. In diesem Internat reifte der junge Dribbl Baur zu einem
vielseitigen Mittelfeldakteur und im Anschluss an die Schul- und Internatszeit begann die vielbeachtete Karriere.
Die ersten Stationen des Ausnahmeballzaubereres waren TuS Mirlaid und Basmati Rais, wo er ertmals in der Profimannschaft auflief und in den ersten sieben Spielen sechszehn Tore erzielte und neunundzwanzig vorbereitete. Schnell wurde auch das Ausland auf das Jahrhunderttalent aufmerksam und mit neunzehn Jahren spielte der junge Dribbl Baur das erste Mal im Ausland (bei Barfuß Jerusalem) und in der algerischen Nationalmannschaft.
Leider verstarb sein Vater, ein Maler, sehr früh und seine Mutter, eine Fleischwarenfachverkäuferin, konnte alleine nicht mehr für seine vierundzwanzig Geschwister aufkommen. So kehrte Keisar Franz mit zweiundzwanzig Jahren zurück nach Algerien und führte die Mannschaft von Ischma Chmir Indihos zu neun Meistertiteln, bevor er nach einer Kniegelenksfraktur seine Karriere beenden musste.
Noch heute lebt Keisar Franz Dribbl Baur in seinem Geburtsort und trinkt abends ein leckeres Teegetränk und denkt an seine große Karriere, seinen Vater, einen Trinkhallenbetreiber, und an seine Mutter, eine erfolglose Drehuchautorin.
Zu gewissen Stunden ist das Land schwarz vor lauter Sonne. Vergebens versuchen die Augen mehr festzuhalten als die leuchtenden Farbtropfen, die an den Wimpern zittern. Der herbe Geruch der Kräuter kratzt in der Kehle und benimmt in der ungeheuren Hitze den Atem. Albert Camus
Die gleißende Sonne nimmt nicht nur dem Trainer den Atem, sondern auch den Spielern, die unerbittlich vom Übungsleiter vorangetrieben werden. Jeden Tag aufs Neue. Nach dieser Platzrunde kommt die nächste. Es gibt nun für einen Fußballer angesichts der empfundenen Sinnlosigkeit seines Daseins, seiner Existenz, mehrere Wege dieser Absurdität zu begegnen.
Zum einen kommt dem Spieler vielleicht nur der vage Gedanke, dass sein Tun und Handeln, das „Über-den-Platz-Rennen“ sinnlos ist – und er bricht sein Denken an dieser Stelle an. Er verdrängt die Ideen, die da in ihm aufkeimen und er kämpft weiter auf seinem Weg. Die Hoffnung auf ein Ende des Trainings bleibt erhalten, die Hoffnung auf Erlösung. Auch, wenn es am nächsten Trainingstag weitergeht.
Vielleicht entsteht aber auch aus dem Gefühl dieser absurden Situation das Erkennen der Sinnlosigkeit eines Fußballerlebens. Ein sinnloses Tun in einer sinnlosen Welt. Das Training, der Fußball, nichts ergibt einen Sinn. Somit stirbt auch die Hoffnung auf Erlösung. Es stirbt die Vernunft. Es stirbt der Glaube. Resigniert vegetiert man
dahin.
Aber einen Schritt weitergehend kann man in der Erkenntnis der eigenen Sinnlosigkeit auch den endgültigen Weg gehen und sein Fußballerdasein beenden. So oder so. Allerdings ist eine Beendigung des Fußballerdaseins, tatsächlich physisch oder psychisch - durch den Rückzug auf eine philosophische Idee, die Sinnhaftigkeit verleiht, den Glauben an einen Fußballgott, der dem Handeln die Sinnlosigkeit nimmt – eine Flucht. In diesem Fall ist das Wort Flucht eindeutig negativ besetzt.
Was bleibt?
Der einzig gangbare Weg, der es dem Fußballer ermöglicht, mit sich und der Welt im Reinen zu bleiben ist zugleich der einfachste und der schwierigste: Erkennen und ertragen. Die Absurdität des eigenen Daseins erkennen und ihr standhalten im Bewusstsein dieser Absurdität und Sinnlosigkeit. Die nächste Platzrunde angehen und dem Trainer kalt entgegen lachen, quasi eine Verspottung der sinnlosen Bemühungen des Übungsleiters, die innere Auflehnung gegen die Mühen der Platzrunden, letztendlich die Revolte – innerlich – gegen das sinnlose Konditionstraining.
Das Licht, das aus der Wüste auf den Trainierenden scheint, wenn er die Platzrunde beendet hat, brennt und verursacht Schmerzen. Die Schmerzen der Erkenntnis, dass es keine Hoffnung auf Erlösung gibt. Aber der Spieler kehrt zurück in den Schatten des Vereinsheims, nur um lachend die nächste Platzrunde zu beginnen.
Die Schwarzdrossel ist ein lustiger, kleiner Gesell, der zwischen Emden und Zwickau gerne auch einmal Amsel genannt wird. Dieser Satz ist ein Beispiel für eine völlig uninteressante Information, die anscheinend Wissen vermittelt, allerdings in mehreren Punkten völlig schwachsinnig ist. Der Fachbegriff hierfür ist Dislexikosensogylekolie
Es stimmen nämlich weder medium, noch Zeitpunkt oder auch Thema der Wissensvermittlung in das Konzept einer nachhaltigen Informationsweitergabe. Ähnlich verhält es sich mit diesem Artikel. Dieser stellt sich jedoch – im Vergleich mit den anderen Artikeln in der algerischen Presselandschaft – als einer der besseren, wenn nicht als bester Artikel heraus.
Wie kann das sein? wird sich der geneigte Leser fragen. Nun, was ist noch an Artikeln vorhanden? Eben. Nüscht. Naja, das ist noch das Gebrabbel von Yazid, der in die Heimat zurückgekehrt ist. Und
vielleicht noch ein oder zwei andere Artikel. Gut, aber unter den Top-10 sind wir dabei.
Aber auch das ist wieder einmal ein Beispiel von Dislexikosensogylekolie.
Freuen wir uns auf nächste Woche, wenn wir im Dönerdrom den Schaukampf zwischen Schoko Ono und John Lemon sehen. Bash the Titans. Oder so.
Sehr geehrte Leser, im Anschluss an diesen blödsinnigen Artikel erfolgt eine Liveübertragung aus dem Fips-Assmussen-Stadion. Wir bringen die Schachpartie zwischen Leonardo di Caprisonne und Keanu Beefs:
Leonardo kommt ins Stadion, setzt sich ans Brett, überlegt… ja, man sieht, wie er überlegt, … und jetzt… die Hand geht zum Brett … eine Figur… er nimmt eine Figur … jawohl er setzt einen Bauern direkt ins Zentrum, Bauer d2 nach d4, ein Wahnsinnszug! Wie wird der Herausforderer reagieren? Kann er noch gegenhalten oder gibt sich das Team der 16 Figuren auf? ….
Angst in Deutschland. Aber nicht bei den üblichen Verdächtigen, die sich Sorgen um Hartz 4-Kürzungen oder Führerscheinentzug machen, sondern bei einer Klientel, die sich sonst keine Sorgen machen muss: dem gemeinen Bundesligatrainer.
Michael Skibbe wurde mit leichter Hand nach einer auch für Michael Preetz relativ kurzen Amtszeit als Fehleinkauf verbucht. Und natürlich machen sich jetzt die im Moment wenig beschäftigten Trainerkollegen Gedanken über ein Engagement bei der alten Dame Hertha. Lothar Matthäus: Ich hab ja immer gewollt gehabt als Trainer in die Bundesliga gekommen zu sein, aber gelassen haben sie mich nicht gehabt. Hier habe ich jetzt die Möglichkeit, eine Art Praktikum in der Bundeliga gewollt gehabt zu haben. Vier Wochen schaffe ich auch gewollt gehabt zu haben.
Ingo Anderbrügge: Also ich hab ja eine Fußballschule, in der ich Eltern abzocke, indem ich mir bezahlen lasse, Hoffnung auf eine Karriere zu wecken, die dann doch nicht kommt. Dasselbe schaffe ich auch bei der Hertha…
Markus Babbel: Bei welchen Verein? Berlin? Kenn ich nicht…
Mario Basler: Also ich sag mal, ich bin ja viel mit Rauchen und Saufen beschäftigt, da kann ich schnell mit einen Draht zur Mannschaft bekommen. Und zur Not wechsel ich mich selber ein.
Jörg
Berger: Hertha? Da bin ich ja noch lebendiger…
Christoph Daum: Berlin ist immer (schnief) eine Reise wert. Schon früher. (schnief). Ich kenne da auch einen guten (schnief) Frisör. Giovanni Trappatoni: Isch kann sehen das Spieler wie flasche leer was erlauben wie heisste die s-pieler isse verletzt immer hat gemacht vier funf spiele hatte immer verletzt - der trainer isse immer die idiot isse nich idiot trainer sehen was auf platz und auf bank sehen die preetz mache nix und mache nix isse wie verletzt in kopf - isch habbe fertig.
Ede Geyer: Ich habe schon so viele Mannschaften in die erste Bundesliga geführt, ich kann das auch mit Hertha schaffen. Wie? Sind noch nicht abgestiegen? Das meinen Sie…
Dragoslav Stepanovic: Isch sage Läbbe iskoi Zuggaschläcke. Läbbe geht woida. Isch kann machen, dass Härtha is blaibt in Liga. Oder in Kneipe.
Max Merkel: Das Schönste an Berlin war schon immer die Autobahn nach München und Preetz wird nie Kopfweh bekommen, weil er seinen Kopf nie zum Denken benutzen wird. Ehe er einen vernünftigen Trainer findet, werde ich Sänger an der Metropolitan Opera…
Holger Stanislawski: Trainer bei Hertha? So verzweifelt bin ich noch nicht… obwohl ich das Übergangsgeld für drei Monate gut gebrauche könnte…
Erkenntnisse kommen auf verschiedene Arten. Einige sind das Ergebnis langer, entbehrungsreicher Jahre, die man einsam und alleine verbringt, immer in der Hoffnung, die Arbeit, die man Tag für Tag aufbringt, fruchtet irgendwann und am Ende dieses langen, entbehrungsreichen, einsamen und arbeitsreichen Weges lauert dann die Erkenntnis.
Manchmal die Erkenntnis, dass man sein ganzes Leben vergeudet hat, hin und wieder allerdings gibt es Menschen, die finden am Ende dieses langen, etc. Weges ihr persönliches Glück, ob es nun in einer Erfindung, in materiellem Reichtum oder einfach nur in diesem Gefühl der Zufriedenheit liegt, dass einen auch überkommt, wenn
man abends im Wohnzimmer sitzt, ein gute Glas Wein vor sich, eine gute Jazzplatte aufgelegt und ein gutes Gespräch mit seiner Frau führt.
Es gibt aber auch Erkenntnisse, die kommen plötzlich, unerwartet, aus dem Nichts, wie ein Auto ohne Licht im dunklen Tunnel, ein Tresor, der aus dem fünften Stock gefallen kommt oder auch der Tod der Katze, dem man durch eine kompliziert Bauchspeicheldrüsenoperation eigentlich ein Schnippchen schlagen wollte.
Was das Ganze mit Fußball zu tun hat? Nun, ab und zu trifft einen die Erkenntnis, dass die bisherige Saisonplanung eigentlich nicht richtig war und man am besten noch einmal ganz von vorne anfängt.
Poesie, Poetik, Lyrik. Das karnevalistische Dreigestirn der Schwachbegabten. Gibt sich die Ehre hier in der algerischen Provinz einen kleinen Poetryslam aufzuführen. Gedichte, gesprochene Lieder und andere Schunkelstücke werden vorgetragen und hier eine kleine Auswahl (oder einen kleinen Ausfall) präsentiert.
Fußball macht mich kaputt,
sagt der Robin Dutt,
Fußball macht mich kacken,
sagte Stale Solbakken,
Mein Team ist ne lecke Schalupp‘,
sagt der Heynckes Jupp,
Fußball hab ich satt,
sagt Felix Magath,
Meine Kicker sind zu brav,
sagt der Thomas Schaaf,
Ins Stadion gehen ist vergebens,
sagt - ganz klar - Huub Stevens,
Ins Stadion? Und ob!
sagt der Jürgen
Klopp,
Fußball ist mir Einerlei,
sagt der Joos Luhukay,
Fußball ist mir schnurz,
gesteht der Marko Kurz,
Mein Klub, das ist Le Havre,
sagt der Lucien Favre.
Wir spielen gern in Pink,
gesteht der Thorsten Fink
Die Spieler mach ich alle nass
sagt noch Tuchels Thomas,
Ich spiele wie ein Borg,
meint der Marcus Sorg,
Im Fußballschach bin ich Frau Polgar
meint Stanislawskis Holger
Fußball ist wie Wonderbra
das sagt Mirko Slo-omka,
Wir sind der FC Specking,
das meint Herr Dieter Hecking,
Mein Team steht auf der Kibbe!
Das nuschelt Mister Skibbe,
Alle Jahre wieder treffen sich grusselig angezogene Gestalten in schummrigen Kaschemmen, trinken Unmengen Alkohols um sich dann gegenseitig aneinander zu reiben und Körperflüssigkeiten auszutauschen.
Andere mögen keinen Karneval und bleiben zuhause. Wieder andere bleiben zuhause, weil sie Angst vor Infizierungen und Geschlechtskrankheiten haben. An der Börse ist das nicht anders.
Und auch hier im tiefverschneiten Nordafrika wimmelt es nur so von fremdartig bekleideten Menschen, Angst vor Krankheiten und Alkohol. Da muss man locker und kühl agieren und hin und wieder einfach auch mal nur einen Artikel hinklatschen, der außer dem Torkontogent nichts bereichert. Here u are...