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COPA NEWS

Farbfilm vergessen, alles schwarz, schade
Ohne mit den ganz großen Ausgeflippten konkurrieren zu wollen, spinnt ein Trainer wie Muhnino gerade mal wie ein kleiner Weberknecht ein halb fertiges Nest/Netz. Im Meer der Verstandlosigkeit schwimmen noch wesentlich größere Haie und auch Fische und genauso gut Haifische oder Fischhaie. Jedenfalls fahren nur wenige überlegen auf einem Schaufelraddampfer darüber.

Oder war vielleicht auch früher einfach alles schwarz und weiß? Jedes Kleid weiß oder schwarz und jede Hautfarbe schwarz oder weiß. Keine Chinesen? Und was ist erst mit den Grünen? Konnten die

sich vor dem Farbfernsehen vielleicht gar nicht gründen?

Charlie Chaplin war vielleicht ein stummer, schwarz-weißer Mann, der nicht richtig bzw. nur bedingt richtig laufen konnte. Und die ganze Welt lachte über ihn und lacht immer noch und ich lache tausendmal mit und mit.

Wie ist es wohl, wenn man alles nur schwarz/weiß sieht? Fragen wir doch mal die Alten, die wissen das sicher noch. Wer noch Gotisch in der Schule hatte, der wird sich auch noch erinnern können, ob schwarze Bonbons in seiner Schultüte waren und eine gebleichte Mutter ihm einen Kuss auf die Wange gegeben hat.
10.01.2011 15:53 - Muhnino - Club Omnisport de Meknes (0.3 TK)
 
Ein Wolkenreh
Wer konnte schon erwarten, dass ein einfacher Knecht den Drachen halten kann? Letztgenannter zeigte einfach seine Zähne, brillierte mit seinem fauligen Atem und den gelben Klauen und schwang sich in die Luft, wo er eine mannsgroße Lücke hinterließ für all diejenigen, welche nicht mal mit einem ausgeklügelten System einparken können.

Der Jäger stand am Stand und sah sich den kahlen Himmel an, die Rotte von

Zwerghamstern umgarnte seinen Fuß und die losgelösten Bucheckern verstreuten sich auf dem marmornen Waldboden.

Eine Gesellschaft lebt von der an ihr verübten Kritik. Wer das nicht einsieht, der kann sich einen maßgeschneiderten Sarg für seine Gedanken besorgen. Nicht erst ein Flaggschiff oder eine Lanze können ein jahrhundertealtes Ungeheuer besiegen.

Schon ein lebendiger Quell und ein vermooster Brunnen treiben die Fische ins Wasser.
04.01.2011 09:16 - Muhnino - Club Omnisport de Meknes (0.3 TK)
 
Edition Nautilus
Die Wassersäulen glitzern im geschnittenen Monde, ein Grashalm aus Glas gebricht in dem Schatten, der Corporal entzieht sich den ziehenden Schwaden, im Rausche des Kif zu fernen Gestaden. Wer reinbrüllt stirbt, wer abwinkt verliert, wann jemand brüllt, wann jemand winkt, ist nicht uns überlassen.

Der neue alte Trainer Muhnino geht auch diese Saison mal wieder etwas lockerer an als die verkrampften Echsen auf den Nachbarplantagen. Während die schon etliche Male ihren Schwanz abgeworfen haben und vor Panik davongelaufen sind, schüttelt sich jener einen von der Dattelpalme.

Aus den

Tiefen der Nacht (Welt) geht es nun mit einem unendlichen Sog in die Mitte der Welt (Nacht). Herausgerissen aus den Zusammenhängen, in medias res auf diese Erde gestoßen. Nun lebe, lebe. Hab eigentlich gar nicht so 'ne Lust. Warum wolltest du dann geboren werden? Wollte ich? Na, du hast doch den Vertrag unterschrieben. Mist, Prälebendelirium. Schade, jetzt ist es zu spät.

Einfach in die Welt geworfen, soll ich nun selbst entwerfen? Ich wollte (vielleicht) gar nicht geworfen werden und möchte auch keinen anderen werfen. Pazifist und so. Und jetzt? Gibt es einen Platz für willensschwache Menschen wie mich?
31.12.2010 08:25 - Muhnino - Club Omnisport de Meknes (0.3 TK)
 
Rummyo
Die Kathedralen der Zeit stehen still, ein leichtes Wanken ist im Winde zu spüren, doch der Hüter des Edlen stemmt seine Seite entgegen und ein Fall ist nur ein Fall. Schon eine Ewigkeit, eine Ewigkeit ist es her, als die Bäume noch schwarze Blätter trugen und der Ahorn die flüsternden Lippen der Jungfrau umspielte, doch auch diese Erinnerung verschwimmt, wenn die Sanduhr auf der Seite liegt.

Es war Herbst, alles war bunt oder zumindest in Brauntönen gehalten, die Luft roch nach nasser Straße, nach frischer nasser Straße, die einen Fußabdruck auf sich trägt. Das Geländer des Fußgängerweges war glitzernd

bestrichen und der Wind trotzte jeder Beschreibung. Er war so frisch, so liquide, als könnte er bis ins Herz geatmet werden.

Es war nicht hier, Schiffe fuhren über das Wasser, alte Kähne lagen an dem Strand, in ihnen spielten Kinder. Dieser Weg, dieser unendlich kiesige Weg, er war so etwas wie der Schlüssel. Aber er schloss eine Tür auf, die lieber verschlossen geblieben wäre. Keiner hätte von den roten Äpfeln kosten sollen, denn in ihnen lag Erkenntnis.

Es war wie der Tanz eines Fisches mit einem gelben Dreieck, goldene Wipfel waren zu sehen. Und diese nicht auszuhaltende Kälte zog sich durch meinen Körper. Der Rest war Schweigen.
23.11.2010 08:44 - Muhnino - Club Omnisport de Meknes (0.3 TK)
 
Kaillriehmenrizz
Das ist doch ein Witz, das ist doch ein Scherz oder wieso fliegen hier sonst so viele Luftschlangen durch die Gegend? Ist nicht genau das irre komisch oder sogar komisch irre? Weil eben manchmal doch mehr drinsteckt. Hinter jedem Hula Hoop Reifen steckt auch eine Geschichte, ein Teil Kindheit und ein Berg von Lügen und Versagensängsten.

Es gibt Momente, da sind die Zeilen so eng und doch verwinkelt, als könnte nicht mal ein halbes Wort mehr dazwischen passen. Der Platz ist so begrenzt, dass das Lesen zwischen diesen einzelnen Wortgebilden fast

unmöglich scheint. Wer versteht, wie viel Inhalt wirklich drin ist, der versteht den anderen Teil der Welt.

Nämlich genau den, der nicht mit einem mutwillig gezimmerten Schlüssel zu öffnen ist. Nicht weil man will, sondern weil man kann, darf man eintreten. Der Wille allein bewirkt hier gar nichts. Nur im Zeichen einer teilweisen Entrückung ist das Mehr der Zeit zu verstehen und auch zu produzieren. Das wusste schon Martin Opitii, das wissen auch wir.

"Die Berge sind nur für den zu hoch, der sich nicht vorstellen kann, was dahinter kommt."
17.11.2010 19:49 - Muhnino - Club Omnisport de Meknes (0.3 TK)
 
Unter den Erden
Selten hat sich der Trainer Muhnino in einer Liga so wohl gefühlt wie in Marokko. Ganz ehrlich, hier ist es wirklich wunderschön. Eigentlich ist er nicht gerade fürs Schwärmen bekannt, aber das muss hier mal gesagt werden. Mit welcher Freiheit es sich hier spielen, schreiben und leben lässt, ist fast nicht begreiflich zu machen. Jeder Vergleich würde zu kurz kommen, jedes Gleichnis an seinem Meister scheitern.

Wie kann dieses Gefühl dann überhaupt in Worte gefasst werden? Zunächst müssen Gefühle nicht immer verschriftlicht werden, aber da gedachte oder frei herumschwebende Gefühle keinen Bonus bringen, entsteht nun dieses Schriftstück. Der Mensch ist keine Maschine, Beschreibungen kommen nicht immer an den Kern einer Sache heran.

Aber: Ich versuche es. Jede Woche müssen Berichte geschrieben werden, oder dürfen Berichte geschrieben werden, je nachdem wie der Einzelne das auslegen möchte. Teilweise bis zu acht, neun Berichte in der Woche. Das klingt nach Akkord, ist es an manchen Tagen auch. An anderen wiederum fühle ich mich im Stande zehn oder zwanzig hintereinander weg zu schreiben.

Hauptpunkt ist hierbei: Es ist nicht immer eine Freude einen Bericht zu Papier zu bringen und manchmal fehlt auch die Inspiration. Dann entstehen nur kleine Gedankenkettchen, die selbst einer Magersüchtigen zu klein wären. Jedenfalls überlege ich mir jeden Tag, wo ich meinen Tagesartikel platziere. Und immer möchte ich in Marokko schreiben, denn die nackte Wahrheit ist: Hier interessiert es keinen. Vielleicht liest

wirklich ein Mitspieler meine Zeilen, aber der Eindruck entsteht, dass sie eben ungelesen im Papierkorb landen. Genau das macht die Zeitung Marokkos zu meiner Lieblingszeitung.

Denn aufgrund dieser einfachen Wahrheit, fallen bei mir alle Hemmungen. Ich denke nicht über ein Anecken nach oder ob mein Ausdruck zu übertrieben ist und auch nicht, ob ich ihn extra übertrieben machen sollte. Es ist eine vollkommene Freiheit, die in keinem meiner anderen Länder besteht. Wenn es nicht gelesen wird, dann kann alles geschrieben werden. Natürlich wird sich ein Schlaumeier finden, der meint, dass dann die Artikel umsonst wären. Aber er wird sich nicht finden, denn nach meiner Theorie wird auch diesen Artikel überhaupt keiner lesen. Und schon sitzen wir wieder auf dem Rücken der Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt.

Manchmal ist es aber ganz einfach auch eine Kopfsache und ich kann nicht sagen, warum ich in Marokko lieber schreibe als in jedem anderen Land. Vielleicht weil in jedem anderen Land mit der Zeit irgendjemand auf meine Berichte aufmerksam wird und irgendetwas, gut oder schlecht, dazu sagt. Aber ich will keine Aufmerksamkeit und bin tatsächlich so romantisch, dass ich sagen kann: Ich schreibe nur für mich, ich brauche das. Ich möchte keine Reaktion, schon gar kein Lob, ich möchte nur schreiben, nur schreiben. Sodass es wenigstens einen Ort gibt, an dem ich im Vakuum schweben kann.

Deswegen liebe ich Marokko, deswegen liebe ich diese Zeitung und da ich das alles nur mir selbst erzählt habe, schließe ich jetzt. Weil es mir gefällt.
09.11.2010 19:07 - Muhnino - Club Omnisport de Meknes (0.3 TK)
 
MD-1851
Entlang der horizontalen Zeitenrechnung kann keiner die vertikalen Ursprünge seines transparenten Seins erfassen, obwohl genug Zeichen da wären. Angenommen es gäbe diese Welt wirklich und angenommen ich würde gerade einen Artikel für ein Online-Fußballspiel schreiben, angenommen es würde sich tatsächlich, und nicht nur in meinem Kopf, so verhalten: Warum zum Teufel gehe ich dann nicht raus und verschwende meine Zeit damit?

Es kann demnach nicht wahr sein, es muss vielmehr eine Einbildung sein, ein veränderter Schlafzustand, der sich meine Gedanken geliehen hat. Denn ich kenne mich doch sicher am besten, ich

würde nicht hier rumsitzen und tippen und schreiben. Ich würde mit den anderen Kindern Fangen spielen oder Verstecken. Vielleicht würden wir uns auch Bärte ankleben und Räuber und Räuber und tote Gendarme spielen.

Das klingt dann schon eher nach mir. Aber ich habe akzeptiert, dass das alles nicht real ist. Als ich eben einen Schluck Limonade getrunken habe, kam mir gleich das Gefühl, dass die Flüssigkeit durch mich durch läuft. Ich kann mir das nur erklären, indem ich meine Nichtexistenz zur momentanen Stunde annehme. Nähme ich hingegen an, dass alles normal ist, obwohl es das ja nie ist, müsste ich verrückt werden.
30.10.2010 10:39 - Muhnino - Club Omnisport de Meknes (0.3 TK)
 
Hopplahoppretorte
Nachdem der Club Omnisport de Meknes die Herbstmeisterschaft verpasst hat, ist die Saison für den Verein des Trainers Muhnino gelaufen. Wer will schon Meister werden? Herbstmeister, das war das große Ziel und wieder mal scheiterte man kläglich. Nun müssen die letzten Spiele irgendwie zu Ende gespielt und ein neuer Anlauf genommen werden.

Die Flinte ins Korn werfen, woher kommt überhaupt solch ein Ausspruch? Ich bin kein Jäger, habe also gar keine Flinte und auch kein eigenes Korn. Soll ich mir eine Büchse leihen und in fremdes Korn werfen? Und wenn sich nun bei dem Aufprall ein Schuss löst und einen Hasen tötet, hat dann ein Blinder auch mal ein Korn gefunden? Im Korn ein Korn zu finden ist nun allerdings keine Meisterleistung.

Außerdem benötige ich bisher nur eine minimale Sehhilfe.

Morgenstund hat Gold im Mund, ich möchte mir diese Frau gar nicht vorstellen und auch ihre reparierten Zähne sind mir schnuppe, wenn sie nicht allzu sehr aus ihrer oberen Körperöffnung stinkt, dann kann sie ruhig ganze Nuggets herauspulen. Und wenn nun keine Frau gemeint ist und es geht einfach nur um die Morgenröte, eine frühe Stunde am Tage, was bringt es dann, dass diese Gold im Mund hat? Komme ich, wenn ich mal früh aufstehe, an dieses Gold ran? Und was will ich überhaupt mit Gold, bin doch so schon glücklich.

Diese alten Sprichwörter sind ziemlich baufällig und es gilt nun neue zu kreieren: "Wer hoch fällt, der muss auf seinen Kopf aufpassen."
27.10.2010 08:12 - Muhnino - Club Omnisport de Meknes (0.3 TK)
 
Strink-Tanka
Nicht ganz blass, aber auch nicht wirklich braun und schon gar nicht sonnengebräunt betrat Muhnino die Bühne des winzigen Vereinsheims. Auf einer gerade einmal 10 cm x 4 cm großen Plattform musste er sich den Fragen des Publikums stellen. Warum nicht einfach die Herbstmeisterschaft geholt wurde, das war die Lieblingsfrage der Gekommenen. Scheiße, wie schnell steigt denn der Erwartungsdruck? Gestern noch im Mittelfeld mit einem Bein in Tierexkrementen und heute will man schon das Parfüm der Engel saufen.

Nicht ganz zu unrecht flippte der Trainer richtig aus, beschimpfte die Journalisten und ihre Frauen und die Mütter der Frauen und die Söhne der Mütter der Frauen und deren Hunde. Unter Polizeischutz abgeführt, kotzte er dem aufgebrachten Mob noch gekonnt vor die Füße wie eine Seiltänzerin, die den

entscheidenden Schritt Richtung Freiheit und Beruhigungsjoint macht.

Nur kurze Zeit später, im "Wohnzimmer"-Karton des frustrierten T-Shirt-Trägers Muhnino, las dieser die Zeitung und musste sich fast wegschütten vor lachen. Der ganze Artikel kann an dieser Stelle keinen Platz finden, nur so viel:

"Ich kann keinen Kartentrick und wenn jemand einen Kartentrick kann, dann kann ich ihn nicht verstehen und wenn jemand einen Kartentrick verstehen kann, dann kann ich ihm nicht zuhören und wenn jemand einem anderen zuhört, der einen Kartentrick verstehen kann, dann guck ich aus dem Fenster. Ich kann somit nichts über Kartentricks sagen."

In solch einer gelösten Stimmung ließ er sich für Sex bezahlen bald darauf auch die letzten Zügel fallen und ward seither nicht mehr gesehen.

18.10.2010 14:33 - Muhnino - Club Omnisport de Meknes (0.3 TK)
 
Gran Sunsa, Sunsa ei
Fröhliche Lockenwickler schmiegen sich eng an zu fettige Haare und protestieren, schreien, wollen nicht in dieses Meer von Butter gleiten. Locker könnten sie sein, doch dann würden sie nichts helfen. Liegend sollten sie sein, doch dann taugen sie auch nichts. Die psychologische Einbildungskraft eines Wicklers ist nicht zu unterschätzen: Heute noch wickelt er Haare, morgen schon nimmt er Drogen und übermorgen holt er sich das Kind der Königin.

Diese Angewohnheit verbunden mit einem halbgesunden Lunatismus bringt selbst

die Bürsten, Kämme und Handtücher zur Verzweiflung. Wem hat denn jeder normale Mensch in seinem Leben am häufigsten die Hand geschüttelt? Dem Handtuch. Und wer war öfters in dem Mund eines Menschen als die Zahnbürste? Naja, zumindest in den Jahren der Kindheit niemand.

Diese ganz kleinen Dinge, die nie Beachtung finden, aber jeden Tag dienen und sich nicht beschweren, sollten einmal auch einen Platz finden, wo sie gewürdigt werden:

Danke Handtuch, Danke Zahnbürste, Danke Schuhe, Danke Heizkörper usw.
13.10.2010 08:27 - Muhnino - Club Omnisport de Meknes (0.3 TK)
 
Silberfischchenzucht
Durch tausend Wüsten, über millionen Planeten, entlang unendlichen Galaxien, der Trainer des momentanen Tabellenführers würde diesen Weg gehen. Zu Fuß und nur mit seinen Füßen bekleidet legt er manche lange Strecke zurück und wird nicht müde den gesunden Effekt dieser Handlung zu loben. Wie kann sich ein so alter Säufer, Nuttenpreller und Sahnetortenwettesser auch sonst fit halten? Bei all dem Dreck den er frisst, kann man normalerweise nicht lange leben. Muhnino gelingt dies aber ganz gut.

Vielleicht ist es aber

auch die Ruhe von drei trainerlosen Spielzeiten, die ihn so reifen ließ, die ihm wie Wind unter Pappelblättern vorkommt. Mit der Frische einer jungen und der Erfahrung einer alten Prostituierten geht er jetzt umso lieber ans Werk.

Fast hätte er die Couch, die vielen Magazine, die Flaschen, die Pizzakartons und seine Frau (genau in dieser Reihenfolge) wirklich vermisst, aber das Trainerleben, die netten Plaudereien in der Zeitung und die Abendsonne über Marokko entschädigen ihn dafür, sodass er seine Zelte langfristig in diesem Land aufschlägt.
06.10.2010 08:26 - Muhnino - Club Omnisport de Meknes (0.3 TK)
 
Vaganten Bühne
Die ganze Welt ist eine Bühne, der Spiegel ist der kleine Zeiger der Uhr und die Maske der große, alles läuft sich die Schuhe wund und am Ende stehen die grinsenden Henker mit einem Schaumstoffbeil. Grinsend, ja grinsend wie ein Kind im Schlaraffenland, als wäre diese Arbeit ein Vergnügen und die Bäuche sollen nur schön weh tun, bevor der Alltag selbst einen Schluck haben möchte.

Ohne alle Zusammenhänge ganz zu verstehen, was sowieso unmöglich ist, kann dennoch Freude oder Trauer empfunden werden. Meistens Langeweile, das ist klar, aber in manchen lichten Momenten auch Zacken, die mittelalterlichen Klauen gleichen, und den Kopf verschieben.

Merkt

der normale Mensch auch nach Wochen nicht, dass der Sessel nun an der entgegengesetzten Seite des Zimmers steht, so merkt doch jeder diese Veränderung. Ein Möbelstück verschieben, einen Kopf verschieben, einen Kopf verrücken, verrückt machen.

Natürlich hat in unserem modernen Zeitalter keiner mehr Angst vor Gespenstern, aber ist nicht auch das nur ein Wort für ein Phänomen. Gespenst, Kobold, Wahnsinn, alles nur Worte. Das Gefühl dazu wirkt mehr als die Folge der Buchstaben.

Letzte Nacht war kein Gespenst da. Aber etwas war da. Ich liebe Trampoline.

"Well, I try my best to be just like I am, but everybody wants you to be just like them."
28.09.2010 15:11 - Muhnino - Club Omnisport de Meknes (0.3 TK)
 
Der Leierkasten lebt
In Meknes scheint, wie in Marokko üblich, auch an diesem herrlichen Morgen die Sonne. Langsam setzen sich die Karawanen in Bewegung und der unendliche Sand der Wüste errötet bei einem solchen orientalisch angehauchten Schauspiel. Der Muezzin steht auf seinem Minarett und ruft die Gläubigen wie jeden Tag zum Gebete. Mitten in diesem Treiben blüht die Blume marokkanischen Fußballs, der Club Omnisport.

Denn auch der Fußball hat in diesem Land und seiner Stadt einen festen Platz. Im Stadion gibt es zwar kein Bier, aber dafür köstlichen Tee. Auch die Currywurst sucht man hier vergebens, ihren Platz nimmt das Tajine ein. Hierbei handelt es sich um ein schmackhaftes Gericht, das neben einer Vielzahl von Gemüsesorten wahlweise Fleisch oder Fisch beinhaltet.

Die Stadien sind natürlich nicht mit den riesigen Arenen und Palästen in Deutschland zu vergleichen, haben dafür aber ihren eigenen Charme. Der Linienrichter ist hier, nicht nur im übertragenen Sinne, ein Esel. Dieser wurde darauf trainiert, dass er die Fahne an der passenden Stelle hebt. Mit dem Verstehen der Abseitsregel ist er den Damen auf den Rängen immerhin schon

einen Schritt voraus.

Das Flutlicht ist hier die Sonne, das Dach an manchen Stellen sogar mit Palmenblättern geflickt. Die Musik vor, nach und während des Spiels macht ein Leierkastenmann, dessen Affe auch gleichzeitig der Kassierer ist und die Eintrittskarten mit seinen Zähnen entwertet. Seit er sich hierbei vor drei Wochen verschluckte, strömen die Massen kostenlos zu den Spielen und der Affe trinkt seitdem Orangenblütenwasser gegen das Kratzen im Hals.

Die treuen Fans, die vor diesem tragischen Unfall teilweise die Hälfte ihres Geldes für Eintrittskarten und Fanartikel ausgaben, warten hingegen endlich auf eine Erneuerung der alten Spielweise ihrer Mannschaft. Seit Jahren pilgern sie zu den Spielen und am Ende sahen sie meistens den Gegner jubeln. Die Älteren sehnen sich nach 1995, wo man zuletzt die Meisterschaft feiern konnte, die Jüngeren nach Bauchtänzerinnen und erfrischendem Fußball.

Deshalb wurde auch Muhnino aus seiner viel zu früh angetretenen Rente aufgescheucht, um diese gewünschten Wunder zu erfüllen. Seitdem gibt es Bauchtänzerinnen im Stadion und mit dem Fußball wird das sicher auch noch werden.
22.09.2010 08:48 - Muhnino - Club Omnisport de Meknes (0.3 TK)
 
Der Richer mit dem Bicher
Spekulation, du bist die Freundin der Armen, die Göttin der Enterbten, die Liebhaberin der Gestörten. Nicht umsonst gibt es Glücksspielautomaten oder Bingo oder Kredithaie mit Aktienwürmern: Die Welt will alles auf eine Karte setzen, jedenfalls ihr verzweifelter Teil. Und das ist schon eine ganze Menge von dem großen Kuchen.

Ob Roulette oder TK-Poker, die Gesichter der Gewinner sehen immer

gleich aus, obwohl sie hauptberufliche Verlierer sind. Kaum etwas ist so schwer zu verdauen wie ein wirklicher Sieg. Eine Niederlage schmeckt bitter, aber gewinnen verdirbt den Magen.

Und wie schön wäre es, wenn es kein Gewinnen oder Verlieren gäbe, weder Sieg noch Niederlage. Wer braucht diesen ganzen Wettbewerb schon? Die geldgeilen Spießer? Zum Glück gibt es solche in Marokko nur in sehr bescheidener Zahl.
11.09.2010 11:58 - Muhnino - Club Omnisport de Meknes (0.3 TK)
 
Bronco Zanka
Ohne die Fans, die Kioskverkäufer, die Söhne des Waldes oder den Ball, wäre das letzte Spiel nicht so glücklich und befriedigend verlaufen. Tatsächlich konnten die Kräfte ein bisschen geschont werden. Wichtig, denn Omnisport ist nicht gerade der Koloss von Rhodos der Ausdauer, sondern eher eine rauchende Schnecke mit Asthma. Da ist es schön auch mal auf dem Standstreifen parken zu dürfen.

Doch aufgepasst, wenn die Uhr abläuft und kein Geld nachgeschmissen wird. Schnell ist die

Karawanenpolizei auf ihrer berittenen Einheit zur Stelle und scheucht die blass blinzelnden Spieler auf. Dann will keiner was gewusst haben und schiebt die berauschende Wirkung des Tees vor, um eigene Unzulänglichkeiten gar nicht erst aufkommen zu lassen.

In Wirklichkeit müssen wir es der Eidechse nachmachen, wie sie in den Felsspalten verschwindet, sich dreht und sich windet, ohne die Orientierung zu verlieren oder an ihrer statt einen Nebel zu finden. Wolkenweise gehen dann die Glücksgefühle um. Leider die falschen.

06.09.2010 10:03 - Muhnino - Club Omnisport de Meknes (0.3 TK)
 
MO. Zurück in die Öre
Er kann es nicht lassen? Was er nicht lassen kann? Alles und nichts. Er kann also auch nichts nicht lassen. Und somit kann er alles. Muhnino, der ehemalige sterbende Schwan des Senegal, etwas älter, etwas fauler geworden, greift tatsächlich nochmal in das Geschehen des großen Zirkuses ein. Heißgemacht von irgendwelchen Frittenbuden.

Warum Marokko? Schönes Land, Mitspieler sind ja sowieso nicht so wichtig, Ligagröße optimal. Alles gesagt. Und nichts. Denn die wahren

Gründe bleiben verschleiert wie eine Schleiereule oder ein Schleiermacher.

Jedenfalls konnte sich Muhnino endlich mal wieder erweichen auf dem afrikanischen Kontinent in seine eigenen Babyfußstapfen zu treten und dabei nicht gleich die Sohlen abzulaufen.

Die Affen werden es auf jeden Fall begrüßen, ist er doch für seinen verschwenderischen Hang zu Bananen bekannt. Da fällt schon mal das ein oder andere Stückchen ab und mit den Primaten essen, heißt siegend essen.
23.08.2010 09:03 - Muhnino - Club Omnisport de Meknes (0.3 TK)
 


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