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COPA NEWS

Der Pharao lässt es krachen
Bei Al Ahly Kairo liegen derzeit Freudentaumel und völlige Fassungslosigkeit erstaunlich dicht beieinander. Trainer Emanuel Ginobili hat seine Mannschaft innerhalb von zwei Spieltagen von Platz sieben auf Rang vier geführt. 35 Punkte stehen nun auf dem Konto – nur fünf Zähler hinter Tabellenführer El Mansoura. Der Titelkampf ist damit wieder in greifbarer Nähe, auch wenn Ginobili vermutlich weiterhin behaupten würde, dass Tabellenplätze lediglich eine statistische Erfindung seien.

Der 21. Spieltag lieferte zunächst ein Ergebnis, das selbst erfahrene ägyptische Fußballreporter nachdenklich zurückließ: 6:6 bei Al-Masry Port Said! Zwölf Tore, keine Entscheidung und vermutlich mehrere Herzinfarkte auf den Tribünen. Al Ahly zeigte dabei enorme Offensivkraft, ließ defensiv allerdings auch genügend Lücken, um eine kleine Karawane hindurchzuführen. Ginobili soll nach dem Abpfiff lediglich gefragt haben, ob das Spiel wirklich schon vorbei sei.

Eine Woche später folgte die passende Antwort auf dem Platz. Ismaily SC, immerhin Tabellenzweiter, wurde in Kairo mit 6:0 regelrecht auseinandergenommen. Ein Statement, das in der Liga nicht überhört werden konnte. Ausgerechnet gegen einen direkten Konkurrenten zeigte Al

Ahly seine bislang vielleicht eindrucksvollste Vorstellung dieser Saison. Während Ismaily vermutlich noch nach Erklärungen sucht, dürfte Ginobili bereits wieder schweigend seinen Kaffee genießen.

Die Tabelle ist inzwischen eng wie eine ägyptische Taxifahrt zur Hauptverkehrszeit: El Mansoura führt mit 40 Punkten, Ismaily folgt mit 39, El Gouna steht bei 37 und Al Ahly lauert mit 35 Zählern auf Rang vier. Dahinter drängen sich Al-Masry, Zamalek und Ittihad. Ein einziger Ausrutscher kann die schöne Aufholjagd schnell wieder relativieren.

Und die nächsten Aufgaben haben es in sich: Zunächst muss Al Ahly am 23. Spieltag bei ENPPI antreten, ehe am 24. Spieltag El Gouna nach Kairo kommt. Besonders das Heimspiel gegen den Tabellendritten könnte richtungsweisend werden. Ginobili wird also erneut gefordert sein, seine Mannschaft auf Kurs zu halten.

Auf die Frage, ob er nach dem 6:0 gegen Ismaily nun wieder ernsthaft an die Meisterschaft glaube, soll Ginobili trocken geantwortet haben: „Ich habe nie aufgehört, an Fußball zu glauben. Nur manchmal glaube ich nicht an unsere Abwehr.“

In Kairo darf man wieder träumen. Der Pharao hat seine Krone jedenfalls zurechtgerückt – und diesmal offenbar auch die Stollen geschärft.
02.11.2026 20:27 - Emanuel Ginobili - Al Ahly Kairo (0.3 TK)
 


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