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Ein Sieg ist noch keine Wiederauferstehung
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Bei Al Ahly liegen Freud und Frust derzeit so dicht beieinander, dass selbst Emanuel Ginobili Mühe haben dürfte, die passende Schublade zu finden. Gegen Olympic Alexandria gelang ein knapper 1:0-Erfolg. Drei Punkte, ein Zu-null-Spiel und für einen Moment die angenehme Erkenntnis, dass Fußball auch ohne Gegentor funktionieren kann. Doch die kleine Erleichterung hielt gerade einmal bis zum nächsten Abpfiff: Beim Auswärtsspiel gegen Baladiyyat Al-Mehalla setzte es eine schmerzhafte 1:4-Niederlage. Die Wiederauferstehung wurde vertagt – die Zweifel sind zurück.
Nach 16 Spieltagen steht Al Ahly mit 24 Punkten auf Rang neun. Das Torverhältnis von 27:27 ist so ausgeglichen wie ein Buchhalter am Monatsende, doch für einen Klub dieser Größenordnung ist Mittelmaß kein Zustand, sondern eine Provokation. Zwischen Platz sieben und zehn herrscht Punktgleichheit. Ein Sieg kann Al Ahly wieder nach oben schieben, eine Niederlage den nächsten Krisenabend auslösen. Und ausgerechnet jetzt steht das Spiel an, das in Kairo niemals einfach nur ein Spiel ist.
Zamalek wartet. Das Derby kennt keine Ausreden.
Am kommenden Spieltag reist Al Ahly zum Erzrivalen Zamalek SC. Beide Mannschaften stehen bei 24 Punkten, Zamalek liegt auf Rang acht, Al Ahly direkt dahinter auf Platz neun. Es ist ein Duell auf Augenhöhe – zumindest auf dem Papier. Auf den Rängen und in den Schlagzeilen wird daraus ein Kampf um Stolz, Deutungshoheit und die Frage, wer sich in Kairo für eine Woche als König fühlen darf.
Für Ginobili könnte dieses Derby zum Wendepunkt werden. Ein Sieg würde nicht nur drei Punkte bringen, sondern dem Rivalen einen empfindlichen |
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Stich versetzen und die jüngste Niederlage gegen Baladiyyat zumindest teilweise vergessen machen. Eine Niederlage dagegen? Dann hätte Zamalek nicht bloß gewonnen, sondern Al Ahly in einer ohnehin engen Tabelle überholt beziehungsweise den Abstand im direkten Duell vergrößert. Die Fans würden Erklärungen verlangen, die Presse würde jedes Schweigen des Trainers als Botschaft interpretieren, und selbst Ginobilis berühmte Gelassenheit könnte auf eine harte Probe gestellt werden.
Man kennt den Argentinier: Während andere Trainer vor einem solchen Derby die Kabinenwände mit Motivationssprüchen tapezieren, dürfte Ginobili seinen Spielern einen einzigen Satz mitgeben. Vielleicht: „Der Ball ist rund.“ Vielleicht auch nur: „Bitte keine vier Gegentore.“ Bei Al Ahly wäre beides derzeit als taktische Ansage zu verstehen.
Und danach wartet bereits Smouha SC. Doch vor diesem Spiel liegt zunächst die ganze Schwere des Derbys. Zwei Klubs, dieselbe Punktzahl, eine Stadt und ein Rivalitätsduell, bei dem Tabellenplätze nur einen Teil der Geschichte erzählen. Al Ahly braucht mehr als eine ordentliche Leistung: Die Mannschaft muss zeigen, dass sie dem Druck gewachsen ist.
Ginobili hat in Kairo schon viele Kapitel erlebt. Nun steht eines an, das sich nicht mit einem knappen Sieg gegen Olympic Alexandria allein schreiben lässt. Gegen Zamalek geht es um Punkte – aber vor allem darum, wer nach dem Abpfiff den Kopf oben behalten darf. Und wenn Ginobili danach wieder vollkommen unbewegt vor die Presse tritt, wird man wenigstens wissen: Entweder hat er einen Plan. Oder er hat beschlossen, dass die Welt sich erst einmal beruhigen soll. |
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13.10.2026 14:13 -
Emanuel Ginobili -
Al Ahly Kairo
(0.3 TK)
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