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COPA NEWS

Schaffhauser Bankgeheimnis gelüftet: 41,1 TK, sieben Plätze Luft nach oben und ein klares NEIN
In der Schweiz wird wieder abgestimmt. Das allein wäre noch keine Nachricht, schließlich gehört die direkte Demokratie hierzulande ungefähr so selbstverständlich zum Alltag wie die Berge, die Banken und die gelegentliche Frage, warum auf einem Fußballplatz eigentlich Schafe stehen. Doch diesmal hat Nouri mit der ersten Ausgabe der Schweizer Kolumne seit 2012 ein Thema auf den Stimmzettel gebracht, das selbst die sonst so gelassene Eidgenossenschaft beschäftigt: Ist Österreich tatsächlich die stärkste Fußballliga Europas?

Eingereicht wurde die Volksinitiative von der Groot Worldwide Football Ltd. aus Grödig. Das Initiativkomitee verweist auf beeindruckende internationale Statistiken, während der Bundesrat daran erinnert, dass eine Ltd. noch lange keine AG ist und Basel den österreichischen Antragsteller bereits zweimal geschlagen hat. Die Schweizer Trainer sollen nun entscheiden. Ihr Votum müssen sie allerdings in ihren Zeitungsartikeln verstecken.

In Schaffhausen hat man sich die Unterlagen aufmerksam angesehen. Immerhin verfügt der Verein inzwischen über genügend finanzielle Zurückhaltung, um selbst beim Schweizer Bankgeheimnis als Musterbeispiel durchzugehen.

41,1 TK stehen auf dem Konto. Das größte Guthaben der gesamten Liga.

Während Herbie, Nouri und bora seit Wochen versuchen, die Meisterschaft mithilfe von Rasenrobotern, Terrassendielen und mathematisch fragwürdigen Badevorschriften untereinander aufzuteilen, hat danfire offenbar eine wesentlich einfachere Strategie entwickelt: Geld zusammenhalten, gelegentlich Fußball spielen und die anderen ruhig weiterrechnen lassen.

Dass diese Methode nicht immer für Begeisterung sorgt, zeigte zuletzt der Ausflug nach La Chaux-de-Fonds. Dort kassierte Schaffhausen eine 2:4-Niederlage gegen eine Mannschaft, deren Trainer skua811 noch vor wenigen Tagen über die schwächste Offensive der Liga klagte. Offenbar hat man dort inzwischen tatsächlich mit dem angekündigten Torschusstraining begonnen. Ausgerechnet gegen Schaffhausen funktionierte es jedenfalls ausgezeichnet.

Vielleicht lag es aber auch daran, dass danfire die eigenen Spieler vor dem Spiel darauf hingewiesen hatte, man müsse nicht bei jeder Gelegenheit das gesamte vorhandene Kapital auf den Platz tragen. In La Chaux-de-Fonds wurde diese Anweisung möglicherweise etwas zu gewissenhaft umgesetzt.

Umso erfreulicher verlief anschließend das Heimspiel gegen den FC Sion. Ole Einar Gehtnochrein durfte auf dem Schaffhauser Deich antreten und musste feststellen, dass hier nicht nur Schafe, sondern gelegentlich auch drei Tore anzutreffen sind. Das 3:0 war eine saubere Angelegenheit und dürfte vor allem bora milutinovic gefallen haben, dessen Ergebnistheorie zuletzt erheblich unter Druck geraten war.

Denn während Schaffhausen weiterhin zuverlässig normgerechte Resultate produziert, hat sich ihr Erfinder inzwischen vollständig in seinen eigenen Berechnungen verfangen. Ein 6:6 gegen Nouri soll plötzlich ein lupenreines 3:0 sein, ein 0:6 gegen Basel lässt sich angeblich durch gedankliches Umdrehen ebenfalls in einen Erfolg verwandeln, und überhaupt scheint in St. Gallen mittlerweile jeder Taschenrechner nur noch Ergebnisse anzuzeigen, die der Bademeister gerade benötigt.

Herbie vermutet dahinter inzwischen sogar vampirähnliche Kräfte, die bora bei seinen freitagabendlichen Quecksilberbädern gewinnt. In Schaffhausen hält man diese Theorie für durchaus interessant, wenngleich noch nicht abschließend geklärt ist, ob Vampire tatsächlich Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 benötigen und weshalb ein angeblicher Nachtschwärmer so verzweifelt um die Verlängerung der Freibadsaison

kämpft.

Vielleicht ist die Erklärung viel einfacher: bora möchte nur verhindern, dass jemand das Beckenwasser ablässt, bevor er seine 3:0-Theorie darin vollständig aufgelöst hat.

Auch Herbie dürfte momentan andere Sorgen haben. Sein Mähbie soll angeblich bereits mit neuer Software unterwegs gewesen sein, während Nouri gleichzeitig versichert, das Gerät stehe ausgesteckt in seiner Garage. Sollte beides stimmen, hätte Herbie womöglich unbeabsichtigt den ersten autonom fahrenden Rasenroboter entwickelt, der selbst ohne Stromversorgung auswärts Punkte sammeln kann.

Das wäre technisch zweifellos beeindruckend. Allerdings sollte Herbie zunächst klären, ob die Maschine überhaupt noch ihm gehört. Nouri hat die Quittung für die Abholung schließlich bereits vorbereitet.

Überhaupt ist in Zürich inzwischen eine bemerkenswerte Ruhe eingekehrt. Die Terrasse ist fertig, die Plane hält dicht und Nouri sitzt endlich auf seinem Gartenstuhl. Nach monatelangen Diskussionen über fehlende 13 Zentimeter, rätselhafte Reststücke und die richtige Anzahl an Schrauben scheint dort tatsächlich ein Bauprojekt abgeschlossen worden zu sein.

Dass die Grasshopper gleichzeitig an der Tabellenspitze mitmischen, dürfte für Nouri beinahe zweitrangig sein. Schließlich hat er nun etwas erreicht, woran zwischenzeitlich kaum noch jemand glaubte: Er kann sich hinsetzen, ohne dass unter ihm eine WPC-Diele nachgibt.

Während in Zürich also die Füße hochgelegt werden, ist Schaffhausen inzwischen auf Platz sieben angekommen. Mit 41,1 TK auf dem Konto und einer ganzen Rückrunde voller Möglichkeiten könnte man dort durchaus auf größere Gedanken kommen. Doch danfire hält wenig davon, schon jetzt mit dem gesamten Guthaben durch die Liga zu marschieren.

In der Schweiz spricht man schließlich nicht über Geld. Man hat es.

Und damit zurück zur Volksinitiative aus Österreich. Nach sorgfältiger Prüfung der eingereichten Argumente, unter Berücksichtigung der Basler Erfolge gegen Grödig sowie der Tatsache, dass Nouri inzwischen sogar eine wasserdichte Terrasse vorweisen kann, fällt das Schaffhauser Votum eindeutig aus.

Eidgenössische Abstimmung vom ZAT 9

Volksinitiative Österreich ist die stärkste Liga Europas

Stimmzettel des FC Schaffhausen:

[ ] JA
[X] NEIN

Die Begründung fällt kurz aus: Wer die stärkste Liga Europas sein möchte, sollte zunächst erklären können, weshalb ein Schweizer Bademeister ein 6:6 zum 3:0 erklärt, ein Basler Rasenroboter ohne Strom unterwegs ist und ein Zürcher Trainer mit einer fertigen Terrasse plötzlich zum ernsthaften Meisterschaftskandidaten wird.

Solche Leistungen lassen sich schließlich nicht allein mit einer Siegquote von 66,1 Prozent erklären.

Und falls die Österreicher dennoch auf ihrer Initiative bestehen, hätte danfire einen einfachen Vorschlag: Man könne gerne über alles sprechen. Allerdings erst, wenn geklärt sei, ob die Groot Worldwide Football Ltd. überhaupt über genügend TK verfüge, um die Schweizer Bankgeheimnisse zu finanzieren.

Bis dahin bleiben die 41,1 TK sicher verwahrt.

Und weil man in Schaffhausen nicht nur mit Geld umgehen, sondern gelegentlich auch eine Zeitung schreiben kann, werden daraus nach Veröffentlichung dieses Artikels sogar 41,4 TK.

Schließlich weiß man in Schaffhausen: Geld hat man. Man zeigt es nur nicht.

Und während die Konkurrenz über Meistertitel, Rasenroboter und Terrassendielen diskutiert, verdient danfire ganz nebenbei noch 0,3 TK mit der Zeitung.
08.10.2026 19:26 - danfire - FC Schaffhausen (0.3 TK)
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