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LIGA MX: Jasmin, Morgentau und die Augen des Tigers
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Von unserem Korrespondenten, dem die Möbeltrümmer zählt und seit 45 Stunden die Uhr anstarrt und nicht mehr blinzelt
Der 9. Oktober ist in aller Munde. Jeder Sender, jede Zeitung, jeder Taxifahrer von Monterrey bis Mexiko City spricht davon. Nur einer hat keine Ahnung: Pepeke Guevara. „9.10.? Qué chingados ist am neunte Oktober?“, murmelt er und starrt auf seinen Handrücken, wo die Tinte schon verschmiert ist. Die Ungewissheit macht ihn nervös, so nervös, dass er das Tequilaglas zum ersten Mal seit Wochen länger anschaut, als er es leert.
Da klopft es. Guevara erstarrt. „Wer kann das sein? Seit Popoke weg ist, kommt niemand mehr. Nicht mal der Pizzabote traut sich.“ Er schleicht zur Tür, und dann steigt ihm ein Duft in die Nase. Vertraut. Und diesmal tatsächlich: Jasmin. Morgentau. Und etwas, das sich verdächtig nach Liebe anfühlt. Er zittert. Langsam öffnet er die Tür einen Spalt und blinzelt hinaus. Seine Augen werden so groß wie die Zitronen aus Pachuca.
„POPOOOOOKEEEEE!“
Er reißt die Tür auf, presst sie an sich, wirbelt sie durch die Wohnung. Die wenigen Möbel, die seinem letzten Wutanfall noch standgehalten hatten, geben nun unter der Last der Freude nach. Der Tisch kracht. Der Stuhl seufzt und stirbt. Don Julio duckt sich.
Dann stoppt er. Das Foto! Er setzt sie sanft, aber erstaunlich zügig ab und weicht einen Schritt zurück. „Popoke, du ware bei diesse ’erbster? Wass ssolle das? Du biss mi amor des Lebens, mi vida! Un ausgerechnet diesse pendejo?!“ Dem angeblich KI-generierten Bild glaubt er sowieso nicht. Er verschränkt die Arme. „Rede, mujer!“
„Du Dummerche“, sagt Popoke und streicht ihm über die Wange. „Ich ware doch nur da, um diese Widerling auszuspioniere. Ich habe ihn verführt, Nähe gezeigt, so getan als ob. Diesse notgeile, sssabbernde Kerl konnte natürlich nicht widerssstehe. Haare, Fingernägel, ein bisschen Sssabber, alles habe ich mitgenomme.“
„Du hast ihm die Fingernägel geschnitten?“
„No mi amor, diesse Idiot hat sich beim Aufknöpfen seiner pantalones vor Aufregung selbst eine abgebroche.“
Jetzt haben wir genug für eine neue Fluch. Un glaub mir, diesse wird gigante!
Orale, jetzt ich verstehe, warum |
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du bist gegange. „Siii´mon, ich musste gehen, sonst hättest du nie geglaub was für Heuchler diesse ´erbster is,“ erwidert sie. „Hier, ich 'abe noch eine Brief von ihm dabei. Er 'at ihn in meine Name geschrieben.
Guevara nimmt den Umschlag, hält ihn unter die Nase und rümpft sie sofort. Er riecht nach diesse ‚erbster. Ohne ihn zu öffnen, legt er ihn beiseite, wie einen nassen Hund.
Langsam beruhigt er sich, ganz glauben kann er es aber noch nicht. „Dieser ’erbster redet schon von Frauenhaus und Fakebilder, diesse nasse `und.“
Und plötzlich, mitten im Jasmin. Das Datum. Der 9. Oktober!
„¡Ay, Dios mío!“, ruft er laut. „Jetzt fällt mir ein.“
Er schiebt das Tequilaglas beiseite. Langsam, feierlich, wie ein Mann, der einem alten Freund auf dem Sterbebett die Hand drückt. Zum ersten Mal seit Wochen bleibt sein Blick klar. In seinen Augen, eben noch glasig vom Don Julio, lodert etwas, das man in Monterrey schon für ausgestorben hielt: der Tiger.
„Das Derby, mi amor“, ruft er, und seine Stimme bebt wie die Erde vor dem großen Beben. „Es komme. Und diesmal Pepeke Guevara nicht kämpfe für Punkte, nicht für Tabelle. Er kämpfe für Ehre, für Liebe, für Popoke!“
Die Motivation steigt in ihm auf wie Lava, heiß, gewaltig, unaufhaltsam. Die Adern an seinem Hals pochen, die Fäuste ballen sich, und irgendwo im Hintergrund, so schwört der Korrespondent, setzt unsichtbar ein Mariachi-Orchester ein.
Ganz Mexiko hält den Atem an. Roquo, der Starpsychologe von den Pumas, zückt interessiert sein Notizbuch, denn so ein Fall sprengt jedes Lehrbuch. Fubini, der noch immer seine Anna sucht, wischt sich verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel. Und die Guadalajara-Gang, Maverick und El Campeche, starren auf den Bildschirm wie auf das Finale einer Telenovela, die Hände vor dem Mund, die Popcorntüten längst vergessen.
Juan Ladron hält es nicht mehr aus. Die Spannung, die Wucht dieses Aufeinandertreffens, das Zittern in der Luft: zu viel für sein Nervenkostüm. Mit bleichem Gesicht winselt er: „Das ist mir zu heftig“, und verzieht sich.
Monterrey erfriert und zählt zurück! 45 Stunden 30 Minuten, 45 Stunden 29 Minuten, 45 Stunden 28 Minuten…
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07.10.2026 21:42 -
Pepeke Guevara -
UANL Tigres
(0.3 TK)
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😂 1 🔥 2 |
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