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COPA NEWS

IFK Norrköping grandiose Kunst des Scheiterns !

Man muss den Verantwortlichen von IFK Norrköping ein gewisses Gespür für dramaturgische Finesse zugestehen. Welcher gewöhnliche Fußballverein begnügt sich schließlich mit trockenem Tabellenmittelfeld, wenn man die eigene Anhangschaft stattdessen auf eine emotionale Achterbahnfahrt schicken kann, bei der selbst eingefleischten Kirmes-Veteranen das Magenfeuer steigt? Erst bezwingt man in einem Akt atemberaubender Kühnheit den stolzen Tabellenführer ,um sich nur wenige Tage später auswärts mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks fünf Gegentreffer einzufangen. Das nennt man wohl ausgleichende Gerechtigkeit – oder schlichtweg reinsten Slapstick.
Es war ein Auftritt, der in die Geschichtsbücher des Vereins eingehen dürfte – wenn auch eher im Kapitel für Realsatire. Wer gehofft hatte, der glanzvolle Triumph gegen den Branchenprimus würde als Katalysator für eine Aufholjagd in der Allsvenskan dienen, wurde mit dem Holzhammer eines Besserweltlichen belehrt. Statt Selbstbewusstsein und spielerischer Reife präsentierte Norrköping auf fremdem Rasen eine Abwehrformation, deren Verteidigungskonzept offensichtlich auf dem Prinzip Hoffnung und höflichem Abstandhalten basierte.
Gleich fünfmal durfte der gegnerische Anhang die Arme zum Jubel hochreißen, während Norrköpings Defensive den Statistenpart in einem gegnerischen Trainingsfilm gab. Begleitendes Geleitschutz-Verhalten statt

kompromissloser Zweikämpfe: Das Abwehrverhalten erinnerte phasenweise an einen Tag der offenen Tür bei einer örtlichen Sparkasse. Man reichte dem Gegner den Ball nicht nur charmant weiter, sondern baute ihm bei der Torausbeute gedanklich noch den roten Teppich bis zum Sechzehner aus. Ein Gegentreffer ist ein Versehen, zwei sind pechbehaftet, aber fünf? Das ist kein Ausrutscher mehr, das ist ein Statement. Ein Statement für den gepflegten Tag des offenen Scheunentors.
Die logische Konsequenz dieses sportlichen Offenbarungseids folgte auf dem Fuß: Der Flug aus den oberen Rängen der Tabelle endete ungebremst auf Platz acht. Ein Mittelfeldplatz, der so grau und reizlos ist wie ein verregneter Novemberdienstag. Platz acht – das ist die sportliche Niemandsland-Garantie, der Ort, an dem Träume von europäischen Pokalnächten sanft entschlafen und man stattdessen rechnen muss, wie viele Punkte noch zum Klassenerhalt fehlen.
Was bleibt also stehen nach dieser denkwürdigen Woche im Leben des IFK Norrköping? Die Erkenntnis, dass dieser Klub eine erstaunliche Konsistenz in seiner Unbeständigkeit an den Tag legt. Man kann den Spitzenreiter bezwingen und im selben Atemzug wie ein Abstiegskandidat auftreten. Das muss man erst einmal hinbekommen. Die Fans dürfen sich zumindest auf eines verlassen: Langweilig wird es in dieser Saison garantiert nicht mehr. Wer braucht schon Titel, wenn er jede Woche aufs Neue das volle Spektrum zwischen Geniestreich und Debakel serviert bekommt?
28.09.2026 11:32 - loewensteinbock - IFK Norrköping (0.3 TK)
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