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Vorlesung 3: Die Münchhausen-Frage zum Konstrukt der Realität in Mexiko
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Willkommen zur Fortsetzung unseres Hauptseminars. Nach den jüngsten Wortmeldungen und Geschichten können wir nicht einfach zum nächsten Thema übergehen, sondern müssen den Diskurs vertiefen und das Phänomen sezieren, das die Fakultät ratlos zurücklässt: Das kollektive Münchhausen-Syndrom der Primera División. Vielmehr denn je reitet die Konkurrenz auf selbst gegossenen Kanonenkugeln durchs Geschichten-Unterholz und stellen sich alle doch irgendwie gleichzeitig die Frage nach der Realität.
Musterstudent Herbster (CF Monterrey): Wälzt sein Voodoo-Gewissen samt Ehe-Zerstörungs-Trauma auf meinen Schreibtisch ab. Doch man muss den Hut ziehen: An ihm erkennt man die wahre Schönheit des Münchhausen-Prinzips. Seine meisterhaften Geschichten machen das Liga-Leben lebenswert. Man verliert sich völlig im Ungewissen: Hat er das wirklich so erlebt, existiert dieser Stuhlkreis oder schwankt alles längst zwischen Wahn und Wirklichkeit? Wenn Fiebertraum, dann so.
Melodramatiker Pepeke Guevara (UANL Tigres): Reitet die größte Münchhausen-Kugel! Statt sein zurück liegendes sportliches Desaster auf Platz 18 einzugestehen, welches aber womöglich doch nur ein bloßes Luftholen ist, inszeniert er am Küchentisch 100 Jahre Einsamkeit und beweint die entflohene „bezaubernde Popoke“. Schuld sind natürlich Tinder und Voodoo-Puppen, bloß niemals taktische Unfähigkeit.
Gasthörer fubini (Santos Laguna): Kaut mit schlechten Zähnen auf der Häkeldecke an meiner Logik herum. Sitzt er wirklich wimmernd im Eckkörbchen, oder flieht er als Vierbeiner vor der Realität des Abstiegskampfes?
Schein-Student Don Limón (Pachuca CF): Presst aus jeder Zitrone eine Meister-Lover-Mär. Gibt es das Penthouse überhaupt, oder tippt sich da bloß einer sein Wunsch-Universum zusammen? Man, man, man…
Sonderfall Maverick (CD Guadalajara): Ein klinisch faszinierender Fall |
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fortgeschrittener Münchhausen-Paranoia. Um die eigene sportliche Ohnmacht zu verdrängen, flüchtet er kopfüber ins bewusst unbewusst reale und fiktionale Drehbuch: Da werden FBI-Agenten ins Wohnmobil zitiert und mir Schizophrenie attestiert. Bevor er also zugeben muss, auf meinem Platz beim 0:2 schlicht leer ausgegangen zu sein, erfindet er eben lieber ein ganzes US-Kartell. Puh…
Insgesamt folgt daraus aber insbesondere die übergreifende
erkenntnistheoretische Kernfrage, die in vielen Artikeln angerissen wird:
Was, wenn hier absolut gar nichts real ist? Vielleicht ist unser Trainer-Nicht-Können immer nur ein kollektives Hirngespinst, die Tabelle eine reine Fata Morgana und selbst Don Limóns Heimsieg gegen uns bloß eine flüchtige Zahlen-Illusion? Denn sollte Don Limón auf eigenem Rasen tatsächlich alle Punkte behalten haben, beweist das nur: Münchhausen-Märchen funktionieren eben manchmal. Aber nur für genau 90 Minuten.Denn damit zur größten Horror-Vorstellung für die geschätzten Kollegen: Was, wenn am Ende weder die bezaubernde Popoke noch die heißblütige Anna Karma Limonetta real sind, sondern nur Trugbilder aus Herbsters Voodoo-Kessel?
Gut, dass hier das Ende des heutigen Seminars erreicht ist und diese existenzielle Frage gleich vor Ort geklärt werden kann. Herbster hat es ja völlig richtig erfasst: Mein Schreibtisch im Institutsbüro bietet reichlich Platz für eine vertiefte Einzelsitzung mit Anna. „Anna, wo bist du? ... Wo ist meine Liga? ... Mexiko, Popoke, Anna, gibt es euch überhaupt? ... Stehen hier echte Ergebnisse, oder liest die Liga einfach nur begierig meinen eigenen Kontrollverlust und verlorenen Realitätsbezug mit? ... Geht das echt so schnell in Mexiko?“
Die schwere Eichentür des Institutsbüros fällt ins Schloss, der Duft von Limetten und Tequila liegt plötzlich im Raum, und mit einem leisen Klacken von Absätzen nimmt die Einzelsitzung ihren Lauf… |
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11.09.2026 22:10 -
Roquo -
UNAM Pumas
(0.3 TK)
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