|
Twin Towers
|
In der Choykhona von Tashkent saß Hikari vor einem Schachbrett, einer kalten Teekanne und sechs Rechnungen. Navbahor, Bunyodkor, Andijon, Samarkand, Mashal, Lokomotiv. Der Kellner fragte: „Noch Tee?“
Hikari sah auf die Tabelle. „Nein. Bring Benzin.“
Pakhtakor war zuletzt abgestürzt wie die Twin Towers - schon von AFC Cup geträumt und bei „Andijon knapp hinter dir“ angekommen. Null zu elf in drei Auswärtsspielen, daheim plötzlich Löcher im Teppich. Sogar Buxoro kam, legte die Füße auf den Tisch und nahm vier Tore mit, als wären es Gratisnüsse.
Der Co-Trainer räusperte sich. „Navbahor kommt ans Brett.“
„Gut“, sagte Hikari. „Dann |
|
|
sehen sie wenigstens, wo Figuren sterben.“
Bunyodkor auswärts, Andijon auswärts, das klang wie zwei Zahnarzttermine ohne Betäubung. Aber dann: Samarkand, Mashal, Lokomotiv, alle in Tashkent. Tabellenführer, Zweiter, Meister. Drei Herren mit Kronen, drei Stühle über einer Falltür.
„Pepeke Khan glaubt, er führt die Liga“, sagte der Co-Trainer.
Hikari schob einen Bauern nach vorn. „Ein Khan ist auch nur ein Tourist, wenn er in Tashkent falsch abbiegt.“
Pakhtakor kennt keine halben Sachen. Kein Remis, kein Trost, kein höfliches Nicken. Nur Sieg oder Gesicht im Plov. Noch sechs Spiele. Und am Ende entscheidet Hikari nicht die Meisterschaft. Er beschädigt sie fachgerecht. |
|
10.07.2026 10:45 -
Hikari -
FC Pakhtakor Tashkent
(0.3 TK)
|
|
|